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Delitzsch Wie ein Langzeitarbeitsloser wieder einen Job bei der Caritas in Delitzsch fand
Region Delitzsch Wie ein Langzeitarbeitsloser wieder einen Job bei der Caritas in Delitzsch fand
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07:00 23.07.2019
Der Langzeitarbeitslose Steven Wagner (40) hat über das Jobcenter eine neue Beschäftigung im Altenpflegeheim der Caritas gefunden. Einrichtungsleiter Tobias Gehrmann ist mit der Arbeit zufrieden. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

Jahrelang war Steven Wagner arbeitslos. Seine Ausbildung zum Straßenbauer schloss der heute 40-Jährige ab, kurz bevor das Unternehmen pleite ging. In dem Beruf gearbeitet hat er nur kurz, das letzte Mal 2005. Danach folgten einige Praktika, eine kurze Stelle als Hausmeister, Maßnahmen des Jobcenters. Seit 1. Juni arbeitet Wagner für das Altenpflegeheim der Caritas im Bereich Haustechnik. Sechs Stunden pro Tag. Für den alleinerziehenden Delitzscher ein Neuanfang.

Es muss für beide Seiten passen

„Es macht viel aus, wieder einen Job zu haben, sich wieder gebraucht zu fühlen“, schätzt Isabel Ritter-Leopold ein. Die 44-Jährige ist Betriebsaquisiteurin im Raum Delitzsch. Sie sucht für das Jobcenter-Nordsachsen passende Unternehmen für die Klienten. Es sei eine schöne Chance, sagt Ritter-Leopold. „Wir sind Unternehmen wie der Caritas sehr dankbar, dass sie diese ermöglicht.“ Denn es komme dabei auch viel auf den Arbeitgeber an.

Steven Wagner (40) hat über das Jobcenter eine neue Beschäftigung im Altenpflegeheim der Caritas gefunden. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Pflege der Grünanlagen. Quelle: Mathias Schönknecht

Tobias Gehrmann leitet das Pflegeheim der Caritas in Delitzsch, das zur Trägergesellschaft St. Mauritius in Magdeburg gehört, seit 2012. 72 vollstationäre Bewohner, zwei Drittel von ihnen mit Demenzerkrankung, leben derzeit an der Hainstraße. 50 Pflegekräfte kümmern sich um sie. Als der 38-Jährige vom neuen Teilhabe-Chancen-Gesetz der Bundesregierung hörte, war für ihn klar, der Grundgedanke passt zur Caritas. Er meldete sein Interesse beim Jobcenter an. Im Kern sieht das am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getretene Gesetz vor, Langzeitarbeitslose wieder fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen und ihnen soziale Teilhabe zu ermöglichen, erklärt Ritter-Leopold.

Programm für Langzeitarbeitslose

Mit dem Teilhabe-Chancen-Gesetz stehen seit dem 1. Januar 2019 zwei neue Regelinstrumente für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung:

Im Landkreis Nordsachsen waren im Juli 4324 Personen arbeitslos gemeldet. 1545 von ihnen sind laut Jobcenter-Nordsachsen länger als 24 Monate arbeitslos und erfüllen somit grundsätzlich die Voraussetzung für Paragraf 16i SGB II, der auf die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zielt, erklärt Pressesprecherin Yvonne Lange. Für das laufende Jahr konnten so 53 Langzeitarbeitslose im Landkreis einen Job aufnehmen. Dazu zählt Steven Wagner in Delitzsch. Länger als zwölf Monate sind aktuell 2358 Personen arbeitslos. Sie können nach Paragraf 16e SGB II wieder einen Job finden, der eine Teilhabe am Arbeitsmarkt vorsieht. 16 Beschäftigungen wurden dadurch bereits geschaffen.

Eine enorme Erleichterung

Bis zu fünf Jahre werden Stellen für Langzeitarbeitslose demnach bezuschusst. Dazu kommt, dass die Arbeitsstunden flexibel angepasst werden können und die Kosten für eventuelle Weiterbildungen übernommen werden. Auch eine Art Coach wird den Langzeitarbeitslosen zur Seite gestellt, der beispielsweise bei Kontakt mit Behörden hilft, auch Betreuungsfragen der Kinder klärt. So soll sicher gestellt werden, dass der Kopf für die Arbeitsaufgaben frei ist, sagt die Jobcenter-Mitarbeiterin.

Für Alleinerziehende wie Steven Wagner eine enorme Erleichterung. Und auch für die Caritas läuft es „topp“, sagt Gehrmann. Durch Steven Wagner, der vor allem unterstützende Tätigkeiten übernimmt, haben „wir immer noch jemanden an der Hand“, sagt der Einrichtungsleiter. Motiviert sei der neue Kollege, immer pünktlich und gewissenhaft. „Er passt einfach zu uns“, sagt Gehrmann. Und auch Steven Wagner fühlt sich wohl und gut aufgenommen. „Es wird hier nie langweilig“, sagt er.

Von Mathias Schönknecht

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