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Delitzsch Polizeihund bei Ausbildung auf Trainingsplatz in Nordsachsen geschlagen
Region Delitzsch

Wirbel um Video: Polizeihund bei Ausbildung auf Trainingsplatz in Nordsachsen geschlagen

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17:04 08.01.2021
Dieses Archivfoto zeigt einen Diensthund der Polizei bei einer Übung. Quelle: Archiv/André Kempner
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Nordsachsen

Auf einem Video, das im Landkreis Nordsachsen aufgenommen wurde, wird ein Diensthund in Ausbildung von Beamten der Polizei mehrfach geschlagen. Die Polizeidirektion Leipzig erklärte am Freitag, bereits unmittelbar nach Kenntniserlangung des Videos seien zur Aufklärung umfangreiche Prüfmaßnahmen eingeleitet worden. „Die gezeigten Bilder und getroffenen Aussagen der begleitenden Beamten wirken nicht nur auf Hundefreunde verstörend und haben daher Konsequenzen“, so die Polizeidirektion in einer Mitteilung. Der Polizeihund hatte vor den Schlägen nach einem Biss in die Schutzkleidung auf die Kommandos der Diensthundeführerin nicht mehr reagierte.

Video anonym weitergeleitet

Das Video zeigt Diensthundeführerinnen und Diensthundeführer und wurde bereits im Juli 2020 auf einem Hundetrainingsplatz im Landkreis Nordsachsen aufgenommen. Am 22. September ging das Video dann anonym bei der Leitung der sächsischen Diensthundeschule in Naustadt ein, die es an die Polizeidirektion Leipzig weiterleitete. Am Folgetag habe Polizeipräsident Torsten Schultze umgehend reagiert, diese Ausbildungsmethode in der Polizeidirektion Leipzig untersagt und eine dienstrechtliche Prüfung eingeleitet, hieß es nun. Parallel zur internen Prüfung wurden durch die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig Ermittlungen aufgenommen und das Verfahren zur Bewertung der strafrechtlichen Relevanz am 6. Oktober an die Staatsanwaltschaft Leipzig abgegeben. Fünf Beamte waren davon betroffen.

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Verfahren eingestellt

Durch die Staatsanwaltschaft wurde am Donnerstag das Verfahren eingestellt, da sie keine strafrechtliche Relevanz im Sinne des Tierschutzgesetzes sah. Die Staatsanwaltschaft übergab den Fall an das Landratsamt Nordsachsen zur Prüfung eines Bußgeldverfahrens.

Die Polizeidirektion Leipzig, zu deren Zuständigkeitsbereich auch der Landkreis Nordsachsen zählt, betonte, dass es dem betroffenen Hund gut geht. Er habe zwei Wochen nach diesem Video seine Schutzhundeprüfung mit dem Prädikat „sehr gut“ erfolgreich abgeschlossen. Aktuell ist er als Sprengstoffsuchhund und Schutzhund im Einsatz und lebt in der Familie der Diensthundeführerin.

Unterstützung in schwierigen Situationen

In den letzten fünf Jahren sei dies das einzige Verfahren, welches wegen eines möglichen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz geführt wurde, betonte die Polizei. Auf das Tierwohl werde in der Ausbildung von Diensthunden stets besonders geachtet. Diensthunde seien ein wertvolles Einsatzmittel. Sie unterstützen die Beamten in schwierigen und teilweise auch lebensgefährlichen Situationen. Hierbei müssen sie in der Lage sein, auch aggressive und bewaffnete Täter sicher und ohne Furcht zu stellen. Daher müssen insbesondere Schutzhunde im Notfall auch ein gewisses Maß an aggressivem Verhalten zeigen können und in Extremsituationen sicher handeln sowie für die Beamten stets kontrollierbar bleiben. Insofern unterscheiden sie sich deutlich von üblichen Familienhunden.

Video spiegelt nicht Trainingsalltag wider

„Polizeihunde lernen die Kommandos hauptsächlich durch eine positive Verstärkung, beispielsweise durch Lob, sogenannte Leckerli oder Spielgegenstände. Damit den Hunden das Lernen leichter fällt, wird besonders viel Wert auf eine stressarme Umgebung gelegt und der Einsatz von Strafe auf ein nötiges Minimum reduziert“, erläuterte die Polizei. Das Video spiegele somit nicht den regelmäßigen Trainingsalltag in seiner Gesamtheit wieder. Dennoch nehme die Polizei den Sachverhalt sehr ernst und überprüfe ihre Ausbildungsstandards.

Grundsätzlich unterscheide sich die Schutzhundeausbildung von der Ausbildung im Hundesport dahingehend, dass deutlich höhere Anforderungen an die Verlässlichkeit des Polizeidiensthundes vorliegen müssen.

Von LVZ