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Delitzsch Zwölf Millionen Watt Sonnenstrom sollen bald aus Delitzsch ins Netz fließen
Region Delitzsch Zwölf Millionen Watt Sonnenstrom sollen bald aus Delitzsch ins Netz fließen
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08:00 07.06.2019
Schornsteinsprengung auf dem Gelände der „alten Irima“ im Delitzscher Energie- und Gewerbepark. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Auf dem Gelände des Energie- und Gewerbeparks Delitzsch (EGPD) entstehen in den nächsten Wochen weitere Solarkraftwerke. Insgesamt sollen die Anlagen dann eine Leistung von 12 Megawatt (12 Millionen Watt) erreichen. „Derzeit liegen wir bei etwa 10,5 Megawatt“, erklärte Projektentwickler Andreas Freitag. Er betreut das Vorhaben seit 2007, also bereits von Anfang an.

Sitz in Benndorfer Landstraße

Die Berliner MGH Mitteldeutsche Grundbesitz Holding GmbH hatte einst das 1974 entstandene Gelände der „Industriellen Rindermast“ (Irima) erworben. Heute gehört sie zur Unternehmensgruppe der H&S Development AG (Sitz Baar, Schweiz). Die wiederum ist Eigentümerin des EGPD und mittlerweile auch wieder Eigentümerin der Solaranlage. Die Grundstückbesitzgesellschaft als auch die Betreibergesellschaften der Solarparks haben ihren Sitz in der Benndorfer Landstraße 2 in Delitzsch.

Vorbereitungen für Neubau abgeschlossen

„Die zwei nächsten Solarkraftwerke werden auf der Westseite beziehungsweise im Innenhof des Gelände errichtet“, teilte Andreas Freitag mit. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen. So seien etwa 8000 Quadratmeter Fläche zunächst gerodet und dann eingeebnet worden. Sie befindet sich entlang der Kreisstraße 7441 in Richtung Benndorf.

Ersatzpflanzungen geplant

Für die gefällten Bäume sind Ersatzpflanzungen an anderer Stelle, im Norden des Geländes, vorgesehen. Für das vierte Solarfeld wurde kürzlich der Schornstein des ehemaligen Heizwerkes gesprengt (wir berichteten). „Für das Gebäude des Heizwerkes haben wir lange nach einer Vermarktungslösung gesucht, eine nachhaltige Variante aber nicht finden können“, berichtete der Projektentwickler. Deshalb habe er sich dazu entschlossen, das Haus als auch den Schornstein zu entfernen und so etwa 6000 Quadratmeter Gelände zu gewinnen.

17 Mitarbeiter beschäftigt

Doch die Sonnenstromerzeugung ist nicht das alleinige Geschäftsfeld des Eigentümers. „Wir bieten zudem einen Rund-um-Service für Logistikunternehmen an“, betonte Andreas Freitag. Seit November vergangenen Jahres habe man darauf deutlich mehr Augenmerk gelegt. „Wir folgen dem Prinzip des Warehouses, bieten Serviceleistungen aus einer Hand.“ Allerdings habe man sich jetzt auf die Betreuung von Industriekunden spezialisiert. Zu Beginn der Entwicklung waren auch Hausmeisterleistungen für jedermann vorgesehen. „Das hat sich nicht als zielführend herausgestellt“, sagte Andreas Freitag. Das Unternehmen in der Benndorfer Landstraße beschäftigt derzeit 17 Leute, die auch in der Immobilienbranche tätig sind.

Produzierendes Gewerbe soll sich ansiedeln

Lediglich noch 3 von einst 24 Hallen sind noch nicht saniert. Für fünf wird die Sanierung momentan vorbereitet. Gut die Hälfte der Lagerfläche ist vermietet oder reserviert. „Wir können alle Materialien, außer Gefahrgut, kurzfristig aber auch für länger einlagern. Dazu bieten wir dem Kunden ein Komplettpaket, je nach Wunsch“, erklärte Freitag und spricht dabei von bislang guten Erfahrungen. „Wir wollen produzierendes Gewerbe ansiedeln, Neugründer unterstützen, auch gemeinsame Wege gehen. Wir allein produzieren Strom“, sagte er. Zum Tätigkeitsgebiet des Unternehmens gehört auch die Wartung und Instandsetzung von Solaranlagen.

Güllebecken sind umgewandelt

In Benndorf wurden so unter anderem die gesamten Solarkollektoren, immerhin über 70 000 Stück, gegen leistungsstärkere Module getauscht. „Dadurch brauchen wir deutlich weniger Fläche“, teilte der Experte mit und verwies dabei auf ein weiteres Baufeld. Die ehemaligen Güllebecken am Nordrand des Geländes sind komplett umgewandelt worden. Ein Becken wurde zum Biotop. Weitere drei wurden leergepumpt und schließlich abgerissen. Der Schutt blieb vor Ort und wurde plan gemacht. Der entstandene Wall sei ideal für eine Photovoltaikanlage. Sie sei jetzt in der Planung.

Der gesamte Strom wird eingespeist

Der gesamte erzeugte Sonnenstrom wird in das Netz eingespeist. Eine Speicherung vor Ort und die komplette Eigenversorgung des Geländes ist derzeit nicht vorgesehen. Andreas Freitag sprach von noch zu hohen gesetzlichen Hürden. „Es ist derzeit schwierig, aber wir arbeiten daran, einen Weg zu finden.“

Von Diemo Wolf

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