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Der Osten Zu rechts, zu reaktionär? Fischer-Verlag trennt sich von Monika Maron
Region Der Osten

 Fischer-Verlag trennt sich nach 40 Jahren von Autorin Monika Maron

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08:08 31.10.2020
Schriftstellerin Monika Maron Quelle: Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Frankfurt/Main

Der S. Fischer Verlag wird der Autorin Monika Maron (79, „Flugasche“) über die bestehenden Verträge und einen für 2021 geplanten Essayband hinaus keine neuen Buchverträge anbieten. Über die Gründe habe es in den vergangenen Monaten einen intensiven Austausch zwischen Siv Bublitz, der Verlegerischen Geschäftsführerin der S. Fischer Verlage, und der Autorin beziehungsweise ihrer Agentur gegeben, hieß es in einer Mitteilung des Verlags mit Sitz in Frankfurt am Main. „Man kann nicht bei S. Fischer und gleichzeitig im Buchhaus Loschwitz publizieren, das mit dem Antaios Verlag kooperiert“, wurde Bublitz darin zitiert.

In der Edition Buchhaus Loschwitz erscheint die Reihe „Exil“. Maron hat hier einen Essayband veröffentlicht. Vertrieben wird die „Exil“-Reihe im Antaios-Verlag des Verlegers Götz Kubitschek. Der Verfassungsschutz zählt das „Institut für Staatspolitik“ des Verlegers Kubitschek zum Netzwerk der „Neuen Rechten“, in dem rechtsextremistische bis rechtskonservative Kräfte verortet werden.

2017 hatte es auf der Frankfurter Buchmesse Tumulte gegeben, als sich linksgerichtete Demonstranten einer Buchpräsentation des Antaios-Verlags mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke entgegenstellten. Monika Maron hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der „Welt“ von einem „Rausschmiss“ durch Fischer nach 40 Jahren gesprochen. Außerdem sagte sie: „Dass der politisch mir ferne Kubitschek die Bücher vertreibt, wusste ich nicht – zeigen Sie mir mal einen Autor, der sich um den Vertrieb kümmert.“

Nach Angaben eines Verlagssprechers bleiben die bei Fischer erschienenen Bücher von Monika Maron, wenn es nach dem Wunsch des Verlages geht, auch weiterhin im Programm. Ein Essayband, den sich die Autorin zu ihrem 80. Geburtstag gewünscht habe, sei bereits in der Frühjahrsvorschau angekündigt.

Von Eva Krafczykund Stephan Maurer