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Der Osten Für Erhalt von MAN Plauen – Kretschmer und Dulig sprechen mit Vorstand in München
Region Der Osten

Für Erhalt von MAN Plauen – Kretschmer und Dulig sprechen mit Vorstand in München

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12:54 22.09.2020
Reisebusse und Transporter parken vor dem MAN-Werk in Plauen. Der Konzern will das Werk schließen. Quelle: Jan Woitas/dpa
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Plauen/Dresden

„Dieser Standort ist produktiv, dieser Standort schreibt schwarze Zahlen, es gibt keinen Grund, diesen Standort in Frage zu stellen.“ Sachsens Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) richtet an diesem Dienstag aufbauende Worte an Beschäftigten des MAN-Werks in Plauen. Weil der Konzern deutschlandweit rund 9500 Stellen streichen und die Werke Plauen, Wittlich und Steyr in Österreich sogar schließen will, haben sie sich zu einer Kundgebung vor dem Werk im Vogtland zusammengefunden. Bundesweit gibt es weitere Aktionen an diesem Tag.

„Solidarität ist keine Einbahnstraße!“

„Ihr seid nicht allein. Es interessiert uns alle, wie es hier weitergeht“, sagt Dulig weiter. Es könne nicht sein, „dass es – wenn es wirtschaftlich eng wird – eine Konzentration auf Westdeutschland gibt, um dort Standorte zu sichern. Solidarität ist keine Einbahnstraße! Ich erwarte, dass man in schwierigen Zeiten auch zur Verantwortung für seine Standorte in Ostdeutschland steht. Dieses Selbstbewusstsein sollten wir auch laut und deutlich artikulieren.“

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Dulig kündigt an, in der nächsten Woche gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach München zum MAN-Vorstand zu fahren, um sich für den Erhalt des Bus Modification Centers (BMC) einzusetzen, so die genaue Bezeichnung des Plauener Werks mit rund 150 Mitarbeitern. Die Beschäftigten könnten sich darauf verlassen, dass die Staatsregierung an ihrer Seite steht, so Dulig weiter.

IG Metall: Region mehrfach von Schließungen erschüttert

„Gerade das Vogtland ist eine immer wieder von Arbeitsplatzabbau und Standortschließung betroffene Region“, sagt Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau. Die Gewerkschaft hatte den Aktionstag bundesweit organisiert. „Die Liste geschlossener Traditionsbetriebe ist lang und wir alle sehen, welche nachhaltigen negativen Folgen das für die Region hat. Wir werden uns wehren und diese Entscheidung nicht akzeptieren.“

Knabel erinnert an die von Konzernbetriebsrat und Vorstand unterzeichnete Standort- und Beschäftigungssicherung. Sie gelte für alle Standorte der MAN Truck & Bus bis zum Ende 2030. Sie müsse die Basis für die anstehenden Verhandlungen sein.

Busumbauten aus Plauen für Fußball-Nationalmannschaft

Stefan Schaumburg, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, forderte den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen und Investitionen in Standorte und Entwicklung.

In Plauen ist der Busbau seit 100 Jahren etabliert. Los ging es 1919 durch die Vogtländische Maschinenfabrik AG (VOMAG). Später folgte die Marke Neoplan und nach deren Schließung 2015 übernahm der Lastwagenbauer MAN, der zur VW-Tochter Traton gehört.

Zuletzt hieß es, dass das Plauener Werk durch einen stärkeren Fokus auf Elektromobilität für die Zukunft gerüstet sei. Mit Einzel- und Spezialaufträgen hatte sich der Standort einen guten Ruf erworben. Unter anderem rüsteten die Plauener die Deutsche Nationalmannschaft und andere Sportmannschaften mit Busumbauten aus.

Von Andreas Dunte