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Döbeln 100 Enten im Bach und die Mülltonnen singen
Region Döbeln 100 Enten im Bach und die Mülltonnen singen
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13:29 01.09.2019
Andrang am Wetterwitzer Dorfgraben beim Entenrennen. Quelle: Olaf Büchel
Wetterwitz/Wettersdorf

Haie im Dorfgraben? Bei diesem Andrang an dem kleinen Bächlein muss doch irgendetwas Außergewöhnliches passiert sein. War es auch am Sonnabendnachmittag in Wetterwitz. Nicht nur, dass sich der bis dahin fast ausgetrocknete Graben auf einmal mit Wasser füllte, plötzlich schossen auch noch 100 gelbe Gummi-Enten mit dem Schwall in Richtung Auffanggitter. Es war sozusagen eine Massenzielankunft, die die zahlreichen Schaulustigen da zu sehen bekamen. Eines stand nach diesem Entenrennen ganz sicher fest – die Ente mit der Nummer Eins kam als Letzte an.

Drei Jubiläen

Es war ein Höhepunkt des bunten Dorffestes, das am Wochenende die Bewohner der beiden Roßweiner Ortsteile und deren Gäste feierten. Der Anlass war ein Jubiläums-Trio: 685 Jahre Wetterwitz, 480 Jahre Wettersdorf und 15 Jahre Verein Wetterhöhe 318. Ortsvorsteher Bernd Handschack (CDU) hatte für die Eröffnung dann auch gleich mal durchgerechnet: „In zehn, 15 und 20 Jahren haben wir dann die nächsten richtig großen Jubiläen. Nämlich 25 Jahre Verein, 700 Jahre Wetterwitz und 800 Jahre Wettersdorf.“

Viele ehemalige Bewohner

Festplatz war der ehemalige LPG-Stützpunkt direkt zwischen den beiden Ortsteilen, die aneinander grenzen. Dort hatte die Gleisberger Feuerwehr unentgeltlich das Festzelt aufgebaut – als Geschenk sozusagen. „Ich freue mich, dass trotz der Hitze doch viele gekommen sind. Wir sehen so manches bekannte Gesicht von früheren Bewohnern, die uns anlässlich des Festes besuchen“, sagte Martina Arnold, Vorsitzende des Vereins Wetterhöhe 318. Der zählt immerhin 26 Mitglieder, das älteste 85 Jahre alt und das jüngste 26 Jahre jung.

Positiver Umschwung

„Noch vor zehn Jahren haben wir uns sorgenvoll gefragt, wie es wohl weitergeht mit Wetterwitz und Wettersdorf. Es standen etliche Häuser leer, die Bewohnerzahl schrumpfte. Doch es hat einen Umschwung gegeben. Junge Familien sind hierher gezogen, haben alte Häuser übernommen. Die beiden Orte nehmen gerade eine gute Entwicklung“, stellte Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) fest, der auch zum Fest gekommen war. Und Bernd Handschack ergänze: „Vier Kinder sind in diesem Jahr von hier eingeschult worden.“

Spielplatz eingeweiht

Folgerichtig das erste große Fest-Ereignis am Freitagabend: die Mädchen und Jungen beider Dörfer konnten den lang ersehnte Spielplatz auf der Hofewiese von Wetterwitz einweihen – ganz zünftig mit Wasserbomben. Dann flutschte es auf der Rutsche gleich noch mal so gut. Für den Spielplatz und das Fest hatten die Orte 1 850 Euro aus dem Roßweiner Bürgerhaushalt zugesprochen bekommen. Ein Schaukelgerät muss noch aufgestellt werden.

Wassertransport fürs Entenrennen

Was wäre ein Dorffest ohne Tombola? Die gab es natürlich auch. „Hauptpreis ist eine tolle Holzbank, die Zimmermann Steffen Ebel aus Wetterwitz angefertigt und zur Verfügung gestellt hat“, sagte Martina Arnold. Ebel gehörte zu den ganz Rührigen beim Fest. Es hatte auch eine Bockwindmühle im Kleinformat gebaut, die im Einlassbereich stand sowie die Stroh-Windmühlen an den Ortseingängen, die die Besucher grüßen. Steffen Ebel war es auch, der die Enten fürs Rennen im angestauten Bach einsetzte. Wasser war für das Spektakel extra heran gefahren worden. „Es werden wohl so 1 600 Liter gewesen sein“, sagte Ebel.

Ein perfektes Fest

Eine Überraschung hatten sich die Organisatoren bis zum Abendprogramm aufgespart. Das Festzelt tobte, als singende Mülltonnen auf die Bühne rollten. Martina Arnold entstieg unter riesigem Beifall einer der vier musikalischen Tonnen. Am Ende ihr Fazit: „Ein perfektes Fest, alles hat gut geklappt. Ich bin sehr zufrieden.“

Von Olaf Büchel

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