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Döbeln Trauer um Christian Morgenstern in voller Kirche St. Matthäi
Region Döbeln Trauer um Christian Morgenstern in voller Kirche St. Matthäi
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20:49 10.03.2019
In der St.-Matthäi-Kirche in Leisnig, wo Christian Morgenstern getauft wurde, nahm die Familie unter großer öffentlicher Anteilnahme Abschied von ihm. Quelle: Foto: Steffi Robak
Leisnig

Mit großer öffentlicher Anteilnahme hat Christian Morgensterns Familie von ihm Abschied genommen. Seit dem 1. Januar, nach einer Silvesterfeier, wurde der 20-Jährige vermisst, am 6. Februar tot aus der Mulde geborgen. Vor der Sankt-Matthäi-Kirche in Leisnig warteten viele Menschen, um den Eltern zu kondolieren. Beim Trauergottesdienst blieb in dem Gotteshaus kaum ein Platz frei.

In der Trauerrede von Pfarrerin Katja Schulze schauten die Anwesenden gemeinsam mit Angehörigen und Freunden von Christian auf Stationen in dessen Leben zurück, aus welchem er unter tragischen, noch nicht vollständig geklärten Umständen gerissen wurde.

Von einem Porträt lächelt Christian in die Menge

Gemeinsam gedachten die Anwesenden eines jungen Mannes voller Pläne, der den Sport liebte, gern Fußball spielte. Der 20-Jährige mochte die Natur. Er hatte sich mit einem kürzlich begonnenen Studium der Landschaftsarchitektur dafür entschieden, diese Passion zur beruflichen Aufgabe zu machen.

Von einem großen Porträt, gemalt von einer Freundin von Christians Schwester, umgeben von Kerzen, grünendem Blattwerk und einem großen aus Rosenblüten gesteckten Herz, lächelte Christian aus dem Altarraum in die trauernde Menge. Über dem Taufstein in St. Matthäi war er einst getauft worden.

In einem Trauergottesdienst nahm Christian Morgensterns Familie unter großer öffentlicher Anteilnahme Abschied. Der 20-jährige aus Leisnig war am 1. Januar 2019 nach einer Silvesterfeier verschwunden. Am 6. Februar wurde er tot in der Mulde bei Kössern gefunden.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurde das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ angestimmt. Es trug die Eltern durch die jüngste Zeit – die wohl schwerste im Leben der Familie, zu der neben Christians älterer Schwester noch ein jüngerer Bruder gehört. Dennoch war nicht alles schwarz an diesem Tag: Blumen schmückten die Kirchenbänke.

Baumbestattung unter einer Esche

Das Symbol lebendiger Natur fand seinen Ausdruck in der Kleidung von Angehörigen: als kräftiges Grün, wie das von satten Baumkronen. Die Symbolik findet sich wieder in der Wahl von Christian Morgensterns letzter Ruhestätte. Die Familie entschied sich für eine Baumbestattung, als Alternative zur Friedhofsbeisetzung.

In einem Land, wo es die Bestattungsgesetze erlauben, soll Christian Morgensterns Asche unter den Wurzeln eines eigens dafür gezogenen Baumes beigesetzt werden, um wieder in den natürlichen Kreislauf des Lebens einzugehen. Die Eltern wählten als Baumart die Esche.

Blumensamen für neues Wachsen und Werden

Die Gottesdienstbesucher gingen nicht mit leeren Händen nach Hause. Zu Kugeln geformte Blumensamenmischungen, an einem Ort der eigenen Wahl ausgesät, sorgen für neues Wachsen und Werden jenseits der Trauer.

Momentan lassen die bekannten Fakten um die Todesumstände viele Fragen offen. Ermittlungen der Familie stellen die Suizid-These der Polizei in Frage. Die Eltern wollen nicht aufhören, mit ihren Mitteln nach den Hintergründen zu forschen. Mutter Susan Morgenstern: „Dies ist der letzte Liebesdienst, den wir unserem Sohn erweisen können.“

Noch vieles offen Im Fall Morgenstern

Am 1. Januar verschwand Christian Morgenstern nach einer Silvesterfeier.

Am 6. Februar wurde er tot aus der Mulde geborgen.

Momentan lassen seine Todesumstände viele Fragen offen.

Von Steffi Robak

Marktserie: Martin Groth ist Exil-Badener, lebt im Erzgebirge und betreibt dort ein wahrlich internationales Geschäft. Er handelt mit Gewürzen aus allen Teilen der Erde und verkauft sie auf Märkten. Die Langlebigkeit seiner Produkte ist Fluch und Segen zugleich.

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