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Döbeln Neustart 2019 für große Party im Sommer in Leisnig
Region Döbeln Neustart 2019 für große Party im Sommer in Leisnig
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18:33 08.02.2019
Tanz und Spiel auf den Altstadtstraßen – das wird es weiterhin in Leisnig geben.
Tanz und Spiel auf den Altstadtstraßen – das wird es weiterhin in Leisnig geben. Quelle: (Archiv) LVZ/DAZ
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Leisnig

Leisnig behält sein Altstadtfest. Der Stadtrat hat eine Vernunftentscheidung getroffen. Niemand muss auf die Feier im Sommer verzichten. Und: Es kostet nichts mehr. Immerhin, das Thema Eintrittspreis ein stets wiederkehrender Diskussionspunkt. Jetzt können also alle, die sich bisher wegen dieses Geldes abschrecken ließen, endlich zum Fest gehen. Auf dem Markt wartet dann sogar ein Rummel mit Kettenflieger und weiteren Fahrgeschäften.

Der kulturell-historische Anstrich des Festes geht nicht verloren, bleibt sogar am ursprünglichen Platz erhalten, in der Altstadt zwischen Burg und Taverne. „Es kann nur eine Zukunft geben mit einen anderen Festkonzept.“ Mit diesen Worten eröffnete Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) in der Ratssitzung den betreffenden Tagesordnungspunkt Ein modernes und eben auch ein Stück weit stärker kommerzielles Fest solle es werden, mit etwas weniger Mittelalterflair – also ohne Ritterkämpfe – stattdessen Rummel auf dem Marktplatz und eben ohne Eintritt.

Gut so: Ein Fest der Kompromisse

Ein Stadtfest wie überall in Leisnig? Da machen wir nicht mehr mit, protestieren die einen. Eintritt darf es nicht kosten, anderswo geht das doch auch, maulen die anderen. Die neue Lösung fürs Leisniger Altstadtfest trägt beiden Seiten Rechnung. Mit dem früheren Burg- und Altstadtfest ist Schluss. Die jetzige Entscheidung lenkt das Fest auf eine Schiene, wo der Begriff Neubeginn berechtigt ist. Auch wenn die üblichen Verdächtigen etwas auszusetzen haben sollten. Die Entscheidung für die Zäsur lässt nur Gutes hoffen: Jene, die weiter dabei sein und sich einbringen möchten, als Organisatoren und Mitmacher, die haben sich darauf verständigt, wie sie es anstellen. Die Räte schlugen dem kommerziellen Organisator Michael Köhler etwas vor. Und er nimmt das für die Stadt in die Hände. Wem schon immer die teuren Euro für so ein schönes Fest zu schade waren, der darf jetzt in Gottes Namen für lau dabei sein und sich danach, wenn er will, über die Bierpreise aufregen. Jedem sein Haar in der Suppe. Und wer schon immer das liebenswert Einzigartige an dem Fest schätzte, findet es sicher ebenfalls wieder. Die Leisniger werden schon dafür sorgen.

Steffi Robak

Ratsmitglied Hansjörg Oehmig, im Carnelval Club auch aktiv für das Altstadtfest, lässt keinen zweifel daran, das der Verein weiter für das Fest aktiv bleibe. Es gebe weiterhin ein Theaterstück, das auch wieder von Norbert Hein geschrieben wird. Positive Signale, so Oehmig, seien auch gekommen von anderen mitwirkenden Gruppen und Vereinen. Der Mittwoch, 13. Februar, wird weitere Weihen stellen. Dann treffen sich Vertreter aller Gruppen im Seminarraum vom Stadtgut. Michael Köhler wird vor Ort sein für nächste Abstimmungen.

Ein wesentliches und charakteristisches Merkmal des Festes bleibt erhalten: Die Handwerkerstraße. Einer ihrer Hauptorganisatoren, Dieter Reißmann, war zur Ratssitzung anwesend. Er sagt: „Prinzipielle bleibt alles so für uns Mitwirkende, das Territorium auch, also der Platz, den wir haben.“ Er ist jedenfalls gespannt auf den Mittwoch im Stadtgut, das Treffen mit Michael Köhler.

Die Organisatorische Seite wird zu einem großen Teil in die Hände des kommerziellen Veranstalters gelegt. Im vergangenen Jahr gestaltete er erstmals am Kirchplatz einen Teil des Festes. Der Bürgermeister nennt den Döbelner Eventcaterer „unseren Organisator“ – eine wesentliche Zäsur im Vergleich zu vorher. Zuletzt lag die organisatorische Hauptverantwortung bei der Stadtverwaltung beziehungsweise bei Kerstin Otto von der Stadtbibliothek.

Mit den Standgebühren von Händlern und Schaustellern, die Köhler nach Leisnig holt, sowie mit den Verkaufspreisen aus dem gastronomischen Sektor will Köhler einen Großteil der Kosten decken. Die Stadtverwaltung sieht darin nach den Worten des Bürgermeisters die Chance, den bisher für das Fest fälligen finanziellen Zuschuss etwa zu halbieren.

„Wir reden erst einmal nur vom Fest 2019“, stellt Goth klar. Eine weiter reichende Entscheidung für die Zukunft sei nicht getroffen. Er hat dennoch das Jahr 2021 im Auge. Dann stünde die 975-Jahrfer der Stadt ins Haus.

Susanne Tiesler, von der Verwaltung der Burg Mildenstein, bedauert, dass ohne Burg gefeiert wird. „Wir wären gerne weiter mit einbezogen gewesen“, sagt sie. Sie akzeptiere jedoch die Entscheidung und sieht als positiven Aspekt: „Da wir die Burg an dem Festwochenende öffnen, gewinnen wir möglicherweise Besucher, die wegen des Festes nach Leisnig kommen, auch für einen Rundgang auf der Burg.“ Dann werde der normale Eintrittspreis erhoben, der bisher zum Fest entfiel.

Es werde sich zeigen, ob das Eintrittsgeld dann die nicht mehr erzielte Einnahme der Burghof-Miete kompensiert. Diese sei nicht so hoch gewesen wie zuletzt berichtet, lag im unteren vierstelligen Bereich und damit auch nicht so hoch, als wenn ein Brautpaar auf der Burg feiert.

Von Steffi Robak