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Döbeln Rettungswache Roßwein: Anwohnerklage bringt das Aus
Region Döbeln Rettungswache Roßwein: Anwohnerklage bringt das Aus
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15:40 24.10.2018
Doch keine Rettungswache in Roßwein? Momentan sieht alles danach aus, als sei das Projekt zum Scheitern verurteilt. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Rosswein

Eine Rettungswache in Roßwein – daraus wird aller Wahrscheinlichkeit nichts werden. Geplant war, die momentan in Naußlitz an einem grenzwertigen Standort befindliche Rettungswache nach Roßwein in die Alte Post zu verlegen. Das Gebäude an der Ecke Poststraße/Döbelner Straße gehört dem Döbelner Arzt und Krankenhauschef Dr. Ralf Lange und wird aktuell zu einem Ärzte- und Gesundheitszentrum ausgebaut. Ein Nachbarschaftswiderspruch bricht dem Vorhaben „Rettungswache“ das Genick.

Anwohner reicht Klage ein

Projektleiterin Gaby Zemmrich vom Waldheimer Immobilienservice leitet den Umbau der Alten Post, in der bereits der Roßweiner Allgemeinmediziner Clemens Otto eingezogen ist. Bereits seit 2016 laufen die Gespräche zu einem möglichen Umzug der Rettungswache ins Nebengebäude der Alten Post. Mittlerweile gibt es einen entsprechenden Vertrag, das Konzept steht, Statik und Bauplanung sind auf das Projekt ausgerichtet. Auch die Fundamente für die neu zu bauenden Fahrzeughalle der zukünftigen Rettungswache sind bereits fertig.

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Doch: Der Widerspruch des Anwohners hat das Projekt nun offenbar endgültig ausgebremst. Zwar hatte die Landesdirektion den Widerspruch abgelehnt. Allerdings hat der Anwohner Klage dagegen eingereicht. Und damit ist der Fall eingetreten, für den Gaby Zemmrich bereits im August Schwarz für eine Fortführung des Projektes sah (DAZ berichtete): „Das kann sich drei, vier Jahre hinziehen.“ Und genau da liegt das Problem. „Wir müssten auf eigene Kosten, eigenes Risiko weiterbauen, um dann vielleicht am Ende auch bloß keine Rettungswache als Mieter zu haben.“ Schließlich müsse das Landratsamt für die Rettungswache in Naußlitz zeitnah eine Lösung finden. Zeitnah ist nach aktueller Lage nicht möglich.

Einzug weiterer Mieter verzögert sich

Für den Einzug der Rettungswache wurde bereits geplant, Genehmigungen beantragt, ein Grundstück für die Fahrzeughalle erworben und vorbereitet worden. Schon jetzt sind rund 80 000 Euro quasi in den Sand gesetzt, weil die ursprünglichen Planungen wieder geändert werden müssen. Auf den Kosten bleibt der Eigentümer der Alten Post sitzen. Auch der Einzug der anderen Mieter ins Hauptgebäude – Ergo- und Logopädie sowie eine Physiotherapie – verzögert sich auf Grund des Einspruchs. Im September und Oktober hatten die beiden weiteren Mieter einziehen sollen. Aufgrund der erforderlichen Umplanungen ist nun nicht vor Jahresende daran zu denken. „Wir mussten unter anderem die Rettungsweglösung neu erarbeiten, genauso die Brandschutzplanung.“ All das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. „Und irgendwann brauchen wir auch einmal Mieteinnahmen“, verdeutlicht Gaby Zemmrich, warum sie sich allein aus unternehmerisch-wirtschaftlichen Gründen wohl schweren Herzens von der Rettungswache in der Alten Post verabschieden muss und es längst auch einen Plan B für das Nebengebäude gibt. Unter anderem war vorgesehen, unter dem Dach eine Wohnung auszubauen.

Der Vertrag zwischen dem Landkreis und der Grundbesitz Döbeln GmbH des Klinikbetreibers Ralf Lange sollte zum 1. April 2019 wirksam werden und eine Mindestlaufzeit von 15 Jahren haben. Wie es nun weitergehen wird, dazu will sich das Landratsamt im Laufe der Woche äußern. Unter anderem wird zu klären sein, welche Alternativen der Landkreis für die Naußlitzer Rettungswache hat oder ob nun am alten Standort festgehalten kann beziehungsweise muss.

Von Manuela Engelmann-Bunk