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Döbeln Auf Schleichwegsuche: Mehr Autos rollen durch Hartha
Region Döbeln Auf Schleichwegsuche: Mehr Autos rollen durch Hartha
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08:54 09.05.2019
Nur für Baufahrzeuge: Bis zur Tankstelle gelangen PKW-Fahrer, danach dürfen sie nicht mehr weiter. Quelle: Nicole Grziwa
Hartha

Auf der B175 in Richtung Hartha Kreuz herrscht gähnende Leere. Kein Auto ist auf der Straße zu sehen. Grund dafür: Die Sperrung der zwei Kreisel wegen Bauarbeiten an der Fahrbahn. Dagegen ist ein hohes Verkehrsaufkommen in Hartha spürbar. Am Montag sei deswegen ein Kind auf der Pestalozzistraße angefahren worden.

„Seit der Kreisverkehr in Hartha gesperrt ist, fahren hunderte Ortsfremde durch die Stadt. Und immer wieder schön die Pestalozzistraße entlang. Durch den Verkehr und die Enge der Straße kam es zu einem Unfall, wo mein Kind mit dem Auto angefahren wurde. Die Situation ist echt kaum tragbar“, heißt es in der Facebook-Nachricht der Mutter an die DAZ.

Einer Mitarbeiterin der Pestalozzi-Oberschule sei es aufgefallen, dass erheblich mehr los ist auf der Straße, seitdem die Bauarbeiten angefangen haben. Vereinzelt fahren Lastwagen zu der Baustelle. Die Fahrbahn rund um den Kreisverkehr wurde bereits bearbeitet.

Eigentlich gibt es eine ausgeschilderte Umleitung, allerdings müssten viele Autofahrer 30 Extra-Kilometer für die Strecke in Kauf nehmen. So versuchen sie eine Abkürzung zu finden und nutzen dafür oft Harthas Straßen. Remo Haldan wurde mithilfe seines Navis durch die Industriestadt geführt. „Ich bin beruflich viel unterwegs und versuche kilometerlange Umwege zu vermeiden“, erzählt Haldan. Dafür fahre er manchmal durch Straßen, die nur für Anlieger frei sind. „In dem Moment habe ich ja ein Anliegen“. Auch ihm als Ortsfremder sei aufgefallen, dass viele Autos in Hartha unterwegs sind.

Für andere gehört dieser Zustand zur Normalität. „In der Pestalozzistraße ist der Verkehr sowieso ein Problem“, sagt Sandy Schmidt. Auf der Straße seien auch ohne gesperrte Kreisel viele Fahrzeuge unterwegs. Gabriele Weidling ist der gleichen Meinung: „In Hartha ist immer viel Durchfahrt“. Vom Rathaus in Richtung Leipziger Straße habe es sich am Dienstag sehr gestaut. „Außerdem fahren hier auch viele Lastwagen durch und das in einem Tempo“, erzählt die Harthaerin. Ihrer Meinung nach läge das Problem darin, dass kaum geblitzt wird, was die Einwohner wüssten. „Hier existieren quasi keine Verkehrsregeln“, sagt Weidling.

Auf der DAZ-Facebookseite macht eine Nutzerin den Vorschlag die derzeitige Situation mithilfe von Einbahnstraßenregelung und mehr Geschwindigkeitsüberwachung zu entschärfen. „Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat mein vollstes Vertrauen. Sie haben die Möglichkeiten der Umleitung durchdacht“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Eine sinnvollere Umleitung gäbe es nicht. Allerdings sei die Kommunikation nicht gut gewesen. „Diesen Fehler gestehen wir ein“, erklärt Kunze. Dazu habe er schon ein konstruktives Gespräch geführt, um zukünftige Kommunikationsfehler zu vermeiden.

Die beiden Kreisverkehre seien die ersten nach der Wende in Hartha gewesen. Daher sei es an der Zeit die Fahrbahn zu erneuern, um diese den modernen Ansprüchen von LKW und PKW anzupassen. „Danach können wir uns darüber freuen, dass wir auf sanierten und sicheren Straßen fahren“, so der Bürgermeister. Bis dahin appelliere er an der Geduld und das Verständnis der Harthaer.

Dennoch gehe es nicht spurlos an Kunze vorbei, wenn er von dem Unfall eines Kindes in der Pestalozzistraße hört. „Natürlich ist es tragisch und unsere Gedanken sind bei dem Kind“, sagt er. Es sei allerdings erlaubt, dass Autofahrer die Straßen in und um Hartha nutzen und nicht die Umleitung. „Hartha ist ein Verkehrsknotenpunkt, das war es schon immer“.

Bis voraussichtlich 21. Juni müssen sich die Bewohner noch gedulden, dann heißt es aufatmen. Bis dahin sollten Autofahrer noch vorsichtiger sein und den Fuß vom Gas nehmen.

Von Nicole Grziwa

Clever ist, wer weiß, wo er die richtigen Nachrichten findet: Leisniger Grundschüler lernen mit der Döbelner Allgemeinen Zeitung das Recherchieren im Internet. Sie entdecken dabei Erstaunliches.

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