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Döbeln Badetag als Alibi: Betrug in Döbelner Spielothek bleibt unaufgeklärt
Region Döbeln Badetag als Alibi: Betrug in Döbelner Spielothek bleibt unaufgeklärt
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16:36 24.08.2018
Ein Betrug in einer Döbelner Spielothek beschäftigte jetzt das Amtsgericht. Quelle: Dpa
Döbeln

Ein Wannenbad als Alibi präsentierte ein 37-Jähriger jetzt ist seinem Prozess im Amtsgericht Döbeln. „Ich war am 19. November 2017 gar nicht in Döbeln, sondern bei mir zu Hause in Chemnitz“, sagte er. Dort habe er ein Bad genommen. In der Nacht des Sonntags ging es dann wieder los – auf Montage.

Kleingeldprinz will Gewinn wechseln

Dem Ex-Döbelner lag zur Last, sich in einer Spielothek 200 Euro ergaunert zu haben. Ein Mann hatte das Geld am Automaten gewonnen und wollte es bei der Aufsicht der Spielhalle in Scheine eintauschen, weil der Wechselautomat gerade kaputt war. Allerdings achtete die Frau nicht so genau auf das Gesicht des Kleingeldprinzen, weil sie gerade mit dem Techniker telefonierte – wegen des defekten Wechselautomaten. Sie nahm den Becher mit dem Münzen an sich, wechselte das Geld in große Scheine und ging fragen, wer den nun gewonnen hatte. „Er muss es gehört haben, als ich zwei Spieler an den Automaten fragte. Er kam dann zu mir und sagte, er hätte gewonnen“, schilderte die Spielhallen-Mitarbeiterin nun als Zeugin. Sie gab dem Mann das Geld und musste dann 200 Euro aus eigener Tasche an den tatsächlichen Gewinner zahlen. Vor Gericht erkannte sie den Angeklagten wieder. An einem Muttermal und seinen Ohrringen.

Anwalt kritisiert Ermittlungen

Das reicht dem Staatsanwalt, um den Angeklagten des Betruges in der Spielhalle zu überführen. 60 Tagessätze zu 40 Euro Geldstrafe fordert er. Anders sieht es Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der Verteidiger des Chemnitzers. In seinem fundierten Plädoyer ziseliert er fein die Widersprüche und Unzulänglichkeiten des Verfahrens heraus, die bereits bei den Ermittlungen begannen. So gab es eine Videoaufzeichnung, die rechtzeitig vor dem Löschen zu beschlagnahmen, die Polizei offenbar nicht für nötig hielt. „Die Ermittlungen sind nicht sehr gründlich geführt worden“, sagte der Anwalt.

Belastende Aussage taug nichts

Außerdem zweifelte er an, dass das Widererkennen des Angeklagten durch die Zeugin irgendeinen Beweiswert hat. „Die Aussage ist lückenhaft und teilweise nicht glaubhaft.“ Die Frau hatte in der Spielo rumgefragt, wer das Geld genommen hatte und man nannte ihr den Namen des Angeklagten. Sie wusste zwar nicht mehr, wer ihr das gesagt hatte, recherchierte aber dann auf Facebook und sah bereits dort zum ersten Mal das Bild des Angeklagten. „Dann saßen sie sich eine Stunde im Gerichtsflur gegenüber. Ist ja klar, dass er für sie der Täter sein muss“, sagte Rechtsanwalt Fischer, der Freispruch für seinen Mandanten forderte. Er sprach zudem die beiden Alibi-Zeugen, die der Staatsanwalt als nicht glaubhaft einstufte, Rechtsanwalt Fischer aber schon. Eine war die Freundin des 37-Jährigen, der andere ein Bekannter, der unter der Woche auf die Wohnung aufpasst und die Post aus dem Briefkasten holt. An den Sonntagen ist Schlüsselübergabe bei einem Bier.

Richter spricht frei

Strafrichter Janko Ehrlich reichten die Beweise eben so wenig, wie Rechtsanwalt Fischer. Er sprach den 37-Jährigen frei. „Sie hat das Bild auf Facebook gesehen und sich gleich auf den Angeklagten eingeschossen“, sagte der Vorsitzende, als er das Urteil begründete. Nach seinen Worten lief die Gegenüberstellung per Lichtbildvorlage bei der Polizei auch nicht so, wie es üblich ist.

Von Dirk Wurzel

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