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Döbeln Für Ostrau und Jahna sollen Bauplätze ausgewiesen werden
Region Döbeln Für Ostrau und Jahna sollen Bauplätze ausgewiesen werden
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08:00 28.07.2019
Einfach mal so was hinbauen – schön wärs. Das ist im ländlichen Raum- wie in Ostrau - nicht so einfach. Quelle: (Archiv): Bernd Wüstneck
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Ostrau

Gleich zwei Bebauungspläne für Wohnbaustandorte sind für die Gemeinde Ostrau in Vorbereitung. Zwar stehen beide Verfahren erst am Anfang. Doch für Bürgermeister Dirk Schilling steht fest: Junge Leute wollen aufs Land.

„Das mit der Landflucht junger Leute ist Gerede“, ist er sicher, „mit den Erfahrungen in unserer Gemeinde deckt sich das nicht. Junge Leute wollen am liebsten neu bauen, nach eigenen Vorstellungen, ganz von Null.“ Zwei Aufstellungsbeschlüsse werden demnächst den Ratsmitgliedern von Ostrau vorgelegt. In Ostrau selber betrifft das ein Gelände am Dresdener Berg, im Ortsteil Jahna eins am Gartenweg. Allerdings sind die jetzt anstehenden Aufstellungsbeschlüsse noch lange nicht wirklich konkret. Zunächst würden für die Gebiete die Geltungsbereiche abgesteckt.

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Kernproblem Ländlicher Raum

Auf dem Land würden sich Kommunen, die Bauwillige unterstützen möchten, ungeahnte Hürden in den Weg stellen, und zwar von höher angesiedelten Behörden. Woran liegt es? „Das Kernproblem sehe ich darin, dass Ostrau im Landesentwicklungsplan als ländlicher Raum eingestuft wird. Und als das sehe ich Ostrau nicht, das wird unserer Gemeinde nicht gerecht.“

Wozu braucht der Freistaat Sachsen einen Entwicklungsplan? Der Landesentwicklungsplan ist das zentrale raumordnerische Steuerungsinstrument der Landesplanung und wird in Form eines Gesetzes vom Landtag verabschiedet. Letztlich regelt er, für welche Projekt sich das Land engagiert, gegebenenfalls auch finanziell. Im Klartext: Die Landesregierung nimmt über den Landesentwicklungsplan Einfluss darauf, was sich eine Kommune an bestimmten Annehmlichkeiten für seine Bürger leisten soll.

Bloß keine Flächen versiegeln

Dies berührt wesentliche Bereiche der Daseinsfürsorge, reicht von der Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs über die ärztliche Versorgung bis hin zur Verkehrs-, Wohn- und Infrastruktur. Ein 500-Seelendorf braucht alleine kein Krankenhaus, keinen riesigen Einkaufstempel, keine eigene Autobahnanschlussstelle, es sei denn, diese haben mit der jeweiligen Versorgungsfunktion größere Ausstrahlung ins Territorium.

Die Ausweisung von Baugebieten sehe die Raumordnungsbehörde grade im ländlichen Raum relativ kritisch, „mit der Begründung, hier dürften keine Flächen versiegelt werden“, so Schilling.

„Das beschneidet jedoch die Planungshoheit von Kommunen. Die steht dann nur noch auf dem Papier.“ Jedenfalls ist Schilling froh, dass jetzt zwei Stellen in der Kommune fürs Bauen neu ins Visier genommen sind. In jedem der Gebiete könne er sich gut drei Bauplätze vorstellen.

Von Steffi Robak