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Döbeln Baumbestattungen bald auf Hochweitzschener Friedhof
Region Döbeln Baumbestattungen bald auf Hochweitzschener Friedhof
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17:09 04.02.2019
Ein Grab unterm Baum – ohne Stein, ohne aufwändige Bepflanzung – das wird immer häufiger gewünscht.
Ein Grab unterm Baum – ohne Stein, ohne aufwändige Bepflanzung – das wird immer häufiger gewünscht. Quelle: Sven Bartsch
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Hochweitzschen

Der gemeindeeigene Friedhof in Westewitz-Hochweitzschen am Bäckerberg ist nicht gerade in einem besonders guten Zustand. Die Wasserversorgung funktioniert nur über Fässer, die alte Kapelle verfällt zusehends. Die Kommune will sanieren, bisher fehlen jedoch die Mittel. Doch nun wird ein erster Schritt gemacht, um die Attraktivität der Begräbnisstätte zu erhöhen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmte das Gremium per Grundsatzbeschluss zu, künftig auf einem bisher nicht genutzten Areal links oberhalb des jetzigen Friedhofs, künftig naturnahe Baumbestattungen zuzulassen. „Es gibt immer wieder Nachfragen aus der Bevölkerung und wir wollen eine Abwanderung in Urnengemeinschaftsanlagen vermeiden“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (Freie Wähler).

2.500 Quadratmeter voller alter Bäume

Der kürzliche Tod des Westewitzer Urgesteins Hans Böhme habe das Vorhaben noch bekräftigt. „Er wollte gern unter einem Baum bestattet werden. Die Angehörigen wohnen weit weg, doch bisher war das nicht möglich“, so Burkert.

Die Idee zur Baumbestattung auf einem 2.500 Quadratmeter großen Areal, der über alten Baumbestand mit vielen Birken, Buchen und Ahornbäumen verfügt, stammt allerdings nicht aus der Verwaltung, sondern vom pensionierten Bestatter Uwe Bracht, der ganz in der Nähe des Friedhofs wohnt.

Plan schon im Oktober eingereicht

„Ich habe meinen Plan mit ordentlicher Zeichnung im Oktober 2018 übergeben. Ich habe immer wieder gedrängelt. Als Hans Böhme verstarb, hat das der Sache wieder Schwung gegeben“, berichtet Bracht der DAZ.

Uwe Brachts Vorschlag: Über die Urnengräber unter den Bäumen kommt lediglich eine kleine Erinnerungstafel in der Größe von rund 40 mal 40 Zentimetern mit Namen und Lebensdaten. Darüber könnte der Rasenmäher problemlos fahren – der Pflegeaufwand wäre minimal, die Angehörigen entlastet.

Satzung muss geändert werden

Nun will die Gemeinde den Plan beim Landratsamt vorstellen. Um die Baumbestattungen zuzulassen, müsste zudem die Friedhofssatzung der Gemeinde geändert werden. Beides dürfte angesichts der klaren Zustimmung des Rates kein Problem und in den nächsten Monaten umzusetzen sein.

Hans Böhmes Wunsch wird trotz der Wartezeit erfüllt. Er bekommt eine Bestattung in der Nähe eines Baumes auf dem bereits als Friedhof genutzten Teil des Areals.

Von Sebastian Fink