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Döbeln Bauunternehmer rettet ein Stück Roßweiner Geschichte
Region Döbeln Bauunternehmer rettet ein Stück Roßweiner Geschichte
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07:04 13.09.2019
Jens Erazim aus Littdorf saniert das denkmalgeschützte Haus an der Nossener Straße 34 in Roßwein. Die Kreuzgewölbedecken bleiben erhalten. Quelle: Sven Bartsch
Rosswein

Jens Erazim hat eine Firma für Estrichbau. Auch privat kann der Littdorfer das Bauen nicht lassen. Dabei haben es ihm vor allem alte Gebäude angetan, in deren Mauern viel Geschichte schlummert. Mit seinen Sanierungen will Erazim diese Geschichte wieder zum Leben erwecken und gleichzeitig ansprechenden Wohnraum schaffen. Bei der Villa an der Äußeren Wehrstraße in Roßwein ist ihm das bereits gut gelungen. Nun arbeitet er am nächsten Projekt an der Nossener Straße 34.

Das ehemalige Fabrikanten-Haus, in der der Eigentümer der schon lange abgerissenen Roßweiner Filztuch- und Filzfabrik, Carl Gustav Frohberg, mit seiner Familie wohnte, wurde vermutlich um 1874 errichtet. „Ich mag Häuser mit so einer alten Geschichte. Ich saniere denkmalgerecht, so viel wie möglich von damals bleibt erhalten“, erklärt Jens Erazim. Dazu gehörten zum Beispiel die Vierfach- und Dreifach-Kreuzgewölbe im Erdgeschoss sowie eine Deckenbemalung mit grafischem Muster. Auch der markante Torbogen neben dem Haus mit den Initialen des einstigen Besitzers – C.G. Frohberg – soll bleiben. Und am Giebel aus Richtung Gleisberg soll nach der Fassadensanierung ein weiterer Schriftzug auf den damaligen Fabrikanten hinweisen.

Historie und Moderne

Historisches Baudenkmal und modernes Wohnen – das schließt sich für Jens Erazim nicht aus. „Es entstehen vier Wohnungen. Die Zuschnitte werden mit Größen zwischen 80 und 138 Quadratmetern großzügig sein. Es wird Fußbodenheizung geben, Etagenheizung, Kamine, eine grüne Außenanlage, Stellplätze“, beschreibt der Littdorfer das Projekt. Zwei der Wohnungen seien bereits vorvermietet. Im Frühjahr des nächsten Jahres sollen sie fertig sein, Ende 2020 dann das komplette Haus mit allem drum und dran.

Bürgermeister begrüßt Initiative

Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) freut sich, dass es tatkräftige Menschen wie Jens Erazim gibt. „Ein historisches, denkmalgeschütztes Gebäude mehr bleibt der Stadt erhalten. Zudem ein dominantes, das sich in der Einflugschneise zum Marktplatz befindet. Ich kann das nur begrüßen“, sagt Lindner. Zumal es in der Nossener Straße auch andere Fälle gibt, problematische. So zum Beispiel ein großes Objekt, dessen Besitzer offenbar weit weg in England lebt und das Haus in Roßwein verfallen lässt.

Stadtrat stimmt Förderung zu

In der jüngsten Ratssitzung haben die Stadträte von Roßwein einem Antrag von Jens Erazim auf Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm zugestimmt. Die sollen der Sanierung des Hauses an der Nossener Straße 34 zugute kommen. Der Förderbetrag ist nicht riesig, die Stadt übernimmt mit reichlich 5.000 Euro ein Drittel davon. „Ich würde mir mehr solch Initiative wünschen, die wir dann auch unterstützen können“, erklärt der Bürgermeister.

Viele bürokratische Hürden

Die Unterstützung nimmt Jens Erazim dankbar an. Er kann aber auch ein Lied von der unsäglichen Bürokratie in Deutschland singen, die vor allem sehr Zeit und Nerven raubend ist. „Es hat so lange gedauert, bis ich nach dem Kauf des Gebäudes richtig los legen konnte. Allein die Eintragung ins Grundbuch dauerte ein halbes Jahr – und das im digitalen Zeitalter. Da kann man schon verstehen, wenn viele es scheuen, so ein Projekt in Angriff zu nehmen.“

Von Olaf Büchel

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