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Döbeln Neuer Plan fürs Herrenhaus: Biosaft aus Obersteina
Region Döbeln Neuer Plan fürs Herrenhaus: Biosaft aus Obersteina
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07:04 04.07.2019
Die meisten der Fenster im Herrenhaus sind neu verglast. Der Rest davon sowie das Dach müssen noch erneuert werden. Wo das DAZ-Mobil steht, sollen zudem bald Obstbäume wachsen. Quelle: Sven Bartsch
Obersteina

Johannes Werner Kraus von Sande hat in den letzten drei Jahren seit er Besitzer des Herrenhauses Obersteina ist, schon einige Ideen für eine neue Nutzung des Gebäudeensembles und die dazugehörigen drei Hektar Fläche gehabt: Schulungszentrum für Weiterbildungen, Likörabfüllung, Pferde- oder Hundezucht.

Inzwischen scheint der Unternehmer und Politiker (AfD) aus Bayern den richtigen Dreh für das Haus gefunden zu haben. „Ich möchte Streuobstwiesen anlegen mit alten Obstsorten. Das Gewerbe ist angemeldet mit Anbau und Vertrieb eines Obstbaus“, erklärt er gegenüber der DAZ.

Keine Saftproduktion im Herrenhaus

Auf den Flächen neben der Kleinen Jahna hinter dem Hauptgebäude sollen die Bäume wachsen. Aus den Früchten sollen Saft, Likör und andere Getränke hergestellt werden – allerdings nicht in Obersteina selbst.

„Die Produktion ist wegen des Denkmalstatus des Herrenhauses schwierig. Dafür haben wir eine Firma in Franken übernommen, denen der Betriebsnachfolger fehlte. Dort werden Fruchtsäfte, Branntwein, Likör und weiteres hergestellt“, sagt Kraus von Sande.

Fenster in Handarbeit erneuert

Nach dem stressigen Landtagswahlkampf in Bayern habe der 49-Jährige nun wieder Zeit fürs Herrenhaus. „Ich bin mittlerweile jede Woche hier. Die Fenster auf der Rückseite sind inzwischen verglast. Es stellte sich heraus, dass zwei aus der Barockzeit und fünf aus dem Historismus des 19. Jahrhunderts darunter waren“, erklärt er.

Nun sollen die Dächer des Hauses und der Seitengebäude repariert werden. „Die sind nach den letzten Stürmen ziemlich ramponiert. Dafür habe ich bereits Denkmalförderung beantragt“, sagt Kraus von Sande.

Artenschutz für Vögel und Insekten

Rund um die Gebäude sieht es derweil recht ordentlich aus. Wildwuchs, Bauschutt, Müll, Steine und Scherben habe er abtransportiert. Nun soll das Außengelände kurz gehalten und die Bäume darauf im nächsten Jahr gepflanzt werden.

Diese seien aber nicht nur zur Obstproduktion, sondern auch als Artenschutzprojekt gedacht, betont der Bayer. „In Bayern hat das Volksbegehren zum Artenschutz von Vögeln und Insekten großen Erfolg gehabt. Die Feucht- und Trockenflächen neben der Kleinen Jahna besitzen ohnehin eine große Artenvielfalt. Daher ist das Gelände perfekt geeignet für ein Artenschutzprojekt“, meint Kraus von Sande.

Gemeinde unterstützt Streuobstwiesen

Er setzt nun auch auf Fördermittel für die Anpflanzung der Bäume. Dabei will ihm Bürgermeister Dirk Schilling helfen, sofern der Gemeinderat zustimmt. „Der Anlage von Streuobstwiesen stehen wir positiv gegenüber. Er hat angefragt, ob wir ihn bei der Fördermittelakquise unterstützen. Ich kann nicht für den Gemeinderat sprechen, aber ich denke, das würden wir machen. Aus der Wiese links und rechts der Kleinen Jahna kann man ohnehin kein Bauland machen“, sagte Schilling der DAZ.

Doch ob mit oder ohne Förderung – Johannes Werner Kraus von Sande will sein Vorhaben durchsetzen. „Ich hoffe, ich bekomme den Zuschuss. Wenn nicht, werde ich eben erst die letzten Fenster und das Dach erneuern und dann pflanzen. Das wird toll aussehen“, schwärmt er bereits.

Wohnungen im Herrenhaus herrichten

Im Herrenhaus will er Wohnungen für Erntehelfer und die laufende Pflege der Anlage einrichten. Im früheren Rittersaal des Hauses oder im ehemaligen Stall im Seitengebäude könnte zudem der Verkauf und eine Probierstube für alle Produkte, die aus Obersteinaer Obst gewonnen werden, eingerichtet werden.

„Mehr möchte ich aber nicht machen. Den Rest des Hauses werde ich privat als Wohnung nutzen, wenn ich hier bin“, kündigt Kraus von Sande an.

Von Sebastian Fink

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