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Döbeln Blick in unsichere Zukunft: Lehrerknappheit an Roßweiner Oberschule
Region Döbeln Blick in unsichere Zukunft: Lehrerknappheit an Roßweiner Oberschule
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17:03 28.08.2019
Schulleiter Thomas Winter hat im jüngsten Stadtrat darauf hingewiesen, dass sich die Lehrkräfte-Situation an der Oberschule nun auch in Roßwein zuspitzt. Quelle: Sven Bartsch
Rosswein

Zwei Lehrer der Roßweiner Oberschule sind zum Ende des vergangenen Schuljahres in den Ruhestand gegangen. In den nächsten zwei Jahren werden weitere vier Kollegen aus den Bereichen Sport, Musik, Gemeinschaftskunde folgen. Momentan, so Schulleiter Thomas Winter, könne man den Grundbereich, also alle Fachstunden von Mathematik bis Musik, noch abdecken. Das wird in den nächsten Jahren kritisch, sollten keine jungen Kollegen den Weg nach Roßwein finden.

Stunden im Ergänzungsbereich längst nicht mehr möglich

Die Altersstruktur im Kollegium spricht für sich: Die mit Abstand jüngste Kollegin ist 33 Jahre alt, der nächstältere bereits 43. Im zurückliegenden Schuljahr war die 33-Jährige als Quereinsteigerin an die Roßweiner Oberschule gekommen und gleich wieder nach Hartha abdelegiert worden, weil in Roßwein die Situation noch gut händelbar gewesen ist. „Jetzt haben wir sie zurückgeholt“, sagt Thomas Winter, der das auf die Oberschule zukommende Problem im jüngsten Stadtrat thematisierte. Stunden für den Ergänzungsbereich – also alles, was über die Fachstunden hinaus geht – sind schon längst nicht mehr möglich. Und im Krankheitsfall wird man auch in Roßwein um Stundenausfall nicht herumkommen. Da hilft auch nicht, dass eine zuletzt für zwölf Stunden an die Förderschule delegierte Kollegin jetzt nur noch sechs Stunden dorthin „abgegeben“ wird.

Insgesamt 21 Lehrer unterrichten an Roßweins Oberschule. Früher, so Thomas Winter, waren es 30. Dabei sind die Schülerzahlen wieder gestiegen – aktuell liegt die Zahl bei 340. So viel habe man Ende der 1990er Jahre das letzte Mal gehabt.

Neuanmeldungen gleichen Sensation

Und die Zahl der neu angemeldeten Fünftklässler für dieses Schuljahr gleicht einer Sensation: Mit 78 Jungen und Mädchen musste in Roßwein seit langem erstmals wieder eine dritte fünfte Klasse aufgemacht werden. Längst nicht nur Roßweiner besuchen die Scholl-Oberschule. Das Einzugsgebiet ist groß, unter anderem aus Mochau, Döbeln, Etzdorf, Böhrigen kommen die Kinder. „Ich weiß gar nicht, wann wir das das letzte Mal hatten“, sagt Thomas Winter, der selbst schon seit 41 Jahren im Schuldienst ist.

Für die dritte fünfte Klasse ist während der Sommerferien auch ein neues Klassenzimmer hergerichtet worden, in dem jeder Schüler sein persönliches Fach hat. Das lief nach Plan, während der Schulstart vor zwei Wochen ein wenig holprig vonstatten ging, weil sich Schulsekretärin Beate Konietzky-Laschet ausgerechnet zum Start der Vorbereitung den Arm gebrochen hatte. Improvisation war und ist seit dem angesagt – zum Beispiel, als 60 Kisten mit Lehrbüchern ausgeräumt, sortiert und gestempelt werden mussten. „Da haben alle geholfen und auch von der Grundschule haben wir Unterstützung bekommen“, ist Thomas Winter froh.

Steigende Schülerzahl bisher kompensierbar

Unterstützung erhofft er sich auch in den nächsten Jahren was neue Kollegen angeht. Bis jetzt habe man die steigenden Schülerzahlen und das altersbedingte Ausscheiden von Kollegen noch kompensieren können. „Bis 2009/10 mussten unsere Lehrer ja auch verkürzt arbeiten, heute sind die meisten wieder voll beschäftigt“, erklärt Thomas Winter, warum bis jetzt im Grundbereich alles abdeckbar geblieben ist.

Roßweins Oberschulleiter selbst will die verbleibenden Jahre bis zu seinem regulären Renteneintritt noch dabei bleiben. Solange es seine Gesundheit mitmache, werde er bis zum 30. Juni 2023 weitermachen. Die siebente Klasse, die er jetzt als Mathelehrer gerade übernommen hat, wird dann ebenfalls die Schule verlassen.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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