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Döbeln Bock im Pool und Wallach in der Grube – Polizei und Feuerwehr in tierischer Mission
Region Döbeln Bock im Pool und Wallach in der Grube – Polizei und Feuerwehr in tierischer Mission
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16:07 23.07.2019
Der siebenjährige Wallach Harry (l.) von David Polst landete in einer ungenutzten Grube hinter dem Gutshof am Chorener Schloss. Zum Glück trug er nur zwei Schrammen davon. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln/Choren

Tierische Einsätze hatten Polizei und Feuerwehr in der Nacht zum Dienstag zu bestreiten.

So herrschte nachts gegen zwei Uhr bei Roswitha und Hubert Etzdorf am Holländerweg in Döbeln-Gärtitz helle Aufregung. Roswitha (67) hatte in der Nacht Planschgeräusche aus dem Pool gehört. Als das Ehepaar im Garten des Hauses am Pool nachschaute, schwamm darin ein Rehbock. „Er war irgendwie in den Pool gestürzt und schwamm aufgeregt hin und her“, schildert Hubert Etzdorf.

Zunächst versuchte er selbst das Tier zu befreien. Doch der Rehbock ließ sich nicht an den Hörnern packen. Beim Versuch zog sich Hubert eine Schnittverletzung zu. „Es war klar, wir kriegen das arme Tier nicht alleine aus dem etwa 1,30 Meter tiefen Wasser“, sagt der Hausherr und ruft die Polizei. Das Döbelner Revier schickte sofort eine Streifenwagenbesatzung. „Der Polizist und die Polizistin waren sehr nett und vor allem sehr beherzt“, berichtet Hubert Etzdorf. Der junge Polizist sprang kurzerhand in einer geborgten Badehose in den Pool und gab dem Rehbock einen beherzten Schubs, der ihn aus dem Pool beförderte. Der Rehbock verschwand in die Freiheit.

Ohne Hilfe der Polizei schaffte es der Rehbock nicht aus dem Pool in Gärtitz. Quelle: privat

„Ich bin den Polizisten so dankbar für ihre Hilfe und ich bin begeistert, über deren beherztes Handeln“, sagt Hubert Etzdorf. Froh ist er auch, dass der Rehbock das Bad im Pool offensichtlich unverletzt überstanden hat.

Nächtlicher Sturz in die Sickergrube

Doch die Rettung des Rehbocks aus dem Pool sollte in dieser Nacht nicht die einzige bleiben: Wallach Harry stürzte auf einer Koppel am Schloss in Choren in der Nacht in eine alte Sickergrube. Kurz nach fünf hatte David Polst, Hausmeister auf dem zum Schloss gehörenden Gutshof, noch aus dem Fenster gesehen, wie die drei Pferde friedlich hinter dem alten Hofgebäude grasten. Wenig später hörte er Platschgeräusche. Der sieben Jahre alte Wallach war in eine alte, nicht mehr genutzte Abwassergrube gestürzt. „Ich wohne seit einem Dreivierteljahr auf dem Hof. Ich kannte die Grube noch gar nicht. Mir war aber sofort klar: Ohne Hilfe bekomme ich mein Pferd da nicht raus“, sagt David Polst. Er rief die Polizei und die Feuerwehr.

In diese alte Sickergrube stürzte der Wallach. Quelle: Sven Bartsch

Die Chorener Ortsfeuerwehr und die Döbelner Feuerwehr rückten an. Ein Traktor des Bauhofes in Lüttewitz mit einem Baggergreifer wurde herangeholt. Eine Tierärztin kümmerte sich unterdessen um das verängstigte Pferd, während die Feuerwehrleute ein spezielles Hebegeschirr anlegten. Vor dem Anheben gab es dann noch eine Beruhigungsspritze für das Tier. Dann ging alles ganz schnell und Harry stand wieder auf den Beinen. Augenscheinlich hat er nur am Hals und an der Hinterflanke einen Kratzer. Am Nachmittag wollte die Tierärztin noch einmal nach ihm sehen. Gegen acht Uhr konnten die zehn Feuerwehrleute und die Bauhofmitarbeiter wieder abrücken. „Ich bin so froh, dass die Hilfe so schnell und professionell kam“, bedankt sich David Polst.

Von Thomas Sparrer

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