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Döbeln Brand in Asylheim: Staatsanwalt klagt jetzt Tunesier an
Region Döbeln Brand in Asylheim: Staatsanwalt klagt jetzt Tunesier an
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13:00 25.03.2019
Ein 33-Jähriger Tunesier steht womöglich bald in Chemnitz vor Gericht. Er soll für den Brand im Hainichener Asylheim verantwortlich sein.
Ein 33-Jähriger Tunesier steht womöglich bald in Chemnitz vor Gericht. Er soll für den Brand im Hainichener Asylheim verantwortlich sein. Quelle: dpa
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Hainichen/Chemnitz

Mit Absicht hat er sein Zimmer wohl nicht abgefackelt. Das geht aus dem Anklagesatz der Staatsanwaltschaft Chemnitz hervor, den deren Pressestelle jetzt in groben Zügen veröffentlicht hat. Ein 33-Jähriger Tunesier soll demnach für den Brand in der Hainichener Asylunterkunft am 10. Dezember 2018 verantwortlich sein. Damals gab die Polizei die Nationalität des mutmaßlichen fahrlässigen Feuerteufels jedoch als libysch an.

Eingeschlafen und Kippe vergessen?

„Der Angeschuldigte wird beschuldigt, am 10. Dezember 2018 gegen 2.10 Uhr in seinem Zimmer im Asylbewerberwohnheim in Hainichen entweder infolge seiner Alkoholisierung oder durch Unachtsamkeit eine brennende Zigarette auf einem Tisch abgelegt zu haben und anschließend eingeschlafen zu sein“, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Dann sei die Zigarette vom Tisch auf einen Polsterstuhl gerollt und habe diesen entzündet. „Von diesem Stuhl griff das Feuer auf den Bodenbelag und weiteres Mobiliar über, das nahezu vollständig zerstört wurde.“

Wachmann mit Rauchgas vergiftet

Nachdem der Nordafrikaner das Feuer bemerkt habe, hätte er die Wachleute an der Löschung des Brandes gehindert, indem er sich von innen gegen die Zimmertür gestemmt habe. Dadurch habe sich das Feuer weiter ausbreiten können. Erst nachdem der Tunesier auf den Balkon flüchtete, hätten die Wachleute das Zimmer öffnen können. Beim Versuch, den Brand zu löschen, vergiftete sich einer der Wachleute mit Rauchgasen. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 24.000 Euro.

Seit Brandnacht in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Angeschuldigten nun der fahrlässigen Brandstiftung (Zigarette), fahrlässigen Körperverletzung (Rauchgasvergiftung) und Nötigung (Wachleute nicht reinlassen). Weil der Angeschuldigte in Untersuchungshaft sitzt, ist das Amtsgericht Chemnitz zuständig. Ein Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Zunächst muss das Gericht erst über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden.

Von Dirk Wurzel

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