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Döbeln Bürgerhaushalt sei Dank: „Film ab“ auf dem Ullrichsberg
Region Döbeln Bürgerhaushalt sei Dank: „Film ab“ auf dem Ullrichsberg
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10:03 30.07.2019
Die Ullrichsberger Dorfgemeinschaft hält zusammen. Jetzt plant sie Sommerfilmtage und Weihnachtskino für Jung und Alt. Quelle: Manuela Engelmann-Bunk
Ullrichsberg

Vielleicht 60 Einwohner hat das Ullrichsberger Oberdorf, schätzt Frank Morgenstern. Der Second-Straits-Musiker lebt selbst seit weit mehr als 20 Jahren hier. Ein bisschen ist er so etwas wie der Bürgermeister der kleinen Ortschaft, die sich nicht nur durch die Hanglage und anspruchsvolle Straßenverhältnisse auszeichnet, sondern auch durch eine gewachsene Dorfgemeinschaft. „Wir haben schon immer viel zusammen unternommen“, sagt Morgenstern. Als er vom Bürgerhaushalt der Stadt Roßwein las, war schnell klar, dass er für Ullrichsberg einen Antrag stellen würde. Der erstmals von der Stadt Roßwein aufgestellte Fördertopf – gefüllt mit 10.000 Euro für die Bürger des Stadtgebietes und jeweils 5.000 Euro für die Gleisberger und Niederstriegiser – stellt finanzielle Mittel zur Verfügung für Projekte und Ideen, die dem Gemeinwohl dienen.

Bürgerhaushalt kam wie gerufen

Wie gerufen kam der Bürgerhaushalt den Ullrichsbergern. Seit zwei Jahren tragen sie sich mit dem Gedanken, für die Bewohner des Ortes Sommerfilmtage und Weihnachtskino zu veranstalten. Dabei geht es wie immer um die Stärkung der Dorfgemeinschaft, in die auch die Jugend einbezogen werden soll. „Mit Decken und Imbiss geht’s zum Nachbarn auf die Wiese – so war es schon in unserer Kindheit, wenn in den Sommerferien die Sommerfilmtage alle zur Freilichtbühne lockte“, sagt Frank Morgenstern. Genau diese Erinnerung hat er auch in der Projektbeschreibung notiert.

Die Idee der Ullrichsberger konnte bislang aufgrund fehlender Mittel nicht umgesetzt werden. Denn die notwendige Beamer-Technik samt Leinwand kostet dann doch ein paar Euro. Die gibt es jetzt aus dem Bürgerhaushalt der Stadt. Neben einem Eigenanteil von rund 1.600 Euro fließen 1.200 Euro aus der Stadtkasse in das Projekt. Einen Platz für die erste Aufführung haben die Ullrichsberger bereits auserkoren: Es wird eine große Wiese sein. Geplant ist, die Aufführungen wechselnd bei den Einwohnern des Ortes stattfinden zu lassen. Eine Liste geht bereits umher, es können Filmvorschläge darauf notiert werden. Der erste Film wird höchstwahrscheinlich einer für die ganze Familie sein, also für Jung und Alt.

Jugendliche mit einbeziehen

Von den etwa 60 Ullrichsbergern im Oberdorf sind elf Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren. Katrin Brands jüngster Sohn Rocco, der mit seinen 17 Jahren zu den ältesten jungen Leuten zählt, war sogar bei der Stadtratssitzung dabei, in der über die Anträge zum Bürgerhaushalt befunden wurde. Frank Morgenstern findet das gut. „Wir müssen die Jugend mitnehmen. Es geht ja nicht einfach nur darum, mal ein Filmchen zusammen gucken zu können.“ So sollen die Jugendlichen auch beim Installieren der Technik helfen und von vornherein integriert werden in die Aktionen.

Viele kleine Ortschaften seien eingeschlafen, die Ullrichsberger haben das bislang dank ihrer gemeinsamen Aktivitäten wie Ausflüge, ein Theaterstück oder die 875-Jahr-Feier vor zwei Jahren vermeiden können.

Kommentar: So funktioniert Bürgerbeteiligung

von Olaf Büchel

Die Roßweiner Stadträte haben den Bürgerhaushalt mit seinen zahlreichen Posten gerade erst einvernehmlich durchgewunken. Schon zeigt sich der große Gewinn dieser Neuerung im Etat – und zwar am Beispiel Ullrichsberg, eines kleinen Ortsteiles der Kommune, in der die Zeichen entgegen des allgemeinen Trends auf dörflichen Zusammenhalt stehen.Sommerfilmtage sollen es sein, die Jugend wird in die Vorbereitung des Kinos auf der Wiese einbezogen, die Bewohner kommen zusammen, haben ein gemeinsames schönes Erlebnis, Zeit zum Quatschen bleibt am Rande der Vorstellung garantiert. Aus dem Bürgerhaushalt fließt weniger als die Hälfte des Geldes, die das auf gewisse Technik angewiesene Projekt kostet. Der größere Anteil sind immer noch Eigenmittel. Auch das zeichnet die Ullrichsberger Initiative aus. Die Einwohner haben dennoch das Gefühl, nicht vergessen zu sein. Die Stadt akzeptiert ihren Vorschlag und hilft bei der Umsetzung. So geht Bürgerbeteiligung!

o.buechel@lvz.de

Von Manuela Engelmann-Bunk

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