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Döbeln Bürgeridee: Ein Trinkbrunnen am Roßweiner Markt
Region Döbeln Bürgeridee: Ein Trinkbrunnen am Roßweiner Markt
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18:03 26.06.2019
Kostenloses Trinkwasser am Markt vor dem Roßweiner Rathaus – das ist Veit Berndts Idee für Investitionen aus dem Bürgerhaushalt. Quelle: Montage: Sven Bartsch
Roßwein

Die aktuelle Hitze hat Veit Berndt auf eine Idee gebracht: „In Leipzig haben sich Bürger für einen Trinkbrunnen auf der Katharinenstraße eingesetzt, in Meißen gibt es einen im Zentrum, warum nicht bei uns auf dem Roßweiner Markt?“, fragt er sich. „Dann könnte man am Markttag seine Radieschen direkt auf dem Markt waschen und essen und Radfahrer könnten ihre Wasserflaschen auffüllen, was zur Vermeidung von Plastikmüll beitragen würde“, sagt er.

Berndt schlägt vor, den Brunnen mit einer stadttypischen Verzierung zu versehen. Drei Varianten hat sich der Roßweiner, der früher eine Gärtnerei betrieben hat, überlegt: „Die erste Möglichkeit wäre, an die Roßweiner Schlosserschule zu erinnern. Sie war die erste in Deutschland und aus ihr sind international renommierte Professoren hervorgegangen“, erzählt er.

Schlosserschule, Silberbergbau oder Trockenheit

„Und durch die Studenten sind Roßweiner Mädels in alle Welt verschleppt worden“, fügt er lachend hinzu. Eine schmiedeeiserne Verzierung würde dazu passen, findet Berndt.

Variante 2: Hinweise auf den Silberbergbau in Gersdorf, von wo aus Roßwein in früheren tagen schon einmal Trinkwasser bezogen habe. Oder – Variante 3 – eine Erinnerung an große Trockenheit in den 1950er Jahren, als Roßwein einmal beinahe ausgetrocknet wäre.

Aufbau am Rathauseingang möglich

„Damals wurde das Wasser eimerweise an die Leute verteilt. Dann hat man von Simselwitz aus in Eigenarbeit eine Leitung nach Roßwein verlegt. Die Leute haben sich so gefreut, dass sie auf dem Marktplatz einen Pool aufgebaut haben und ins Wasser gesprungen sind“, erinnert sich Berndt. Eine Infotafel könnte auf den jeweiligen Sachverhalt aufmerksam machen.

Mögliche Standorte wären vor dem Eingang zur Verwaltung oder zum Heimatmuseum oder unten nahe der Bushaltestelle, wo er einst selbst ein Blumenhaus stehen hatte, sagt Berndt. Bezahlt werden soll der Brunnen aus dem Bürgerhaushalt in Roßweinein Budget, mit dem Ideen der Anwohner umgesetzt werden sollen. Zudem könnte man bei den Wasserversorgern nach einem Sponsor suchen.

Brunnen war schon mal in Planung

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zeigt sich angetan. „Die Idee finde ich persönlich sehr gut. Schon bei der ersten Planung der Marktumgestaltung war so ein Brunnen im Schwange, wurde aber wieder verworfen“, erinnert er sich.

Zu bedenken seien auch laufende Kosten wie die regelmäßigen Hygieneüberprüfungen, die bei Trinkwasserbrunnen notwendig seien oder die Instandhaltung. Im kommenden Stadtrat am 4. Juli werde der Vorschlag ein Thema sein.

Kommentar: Trinkbrunnen für alle!

von Sebastian Fink

In der Vergangenheit wurde gerade in Roßwein oft kritisiert, dass sich die Mehrzahl der Bürger kaum für öffentliche Belange in der Stadt engagiert. Mit dem neuen Bürgerhaushalt hat die Stadt nun offenbar einen Weg gefunden, Ideen aus der eigenen Bevölkerung zu akquirieren. Der Vorschlag von Veit Berndt, einen Trinkwasserbrunnen auf dem Marktplatz zu installieren, ist dabei auch noch eine wirklich sinnvolle Anregung. Dass er sich zugleich über die Ausgestaltung, den Standort und die mögliche Nutzung intensiv Gedanken gemacht hat, zeigt, dass in der Stadt mehr Gestaltungswillen steckt, als gedacht. Und nicht nur angesichts der aktuellen Hitze – die übrigens weder rekordverdächtig noch für hiesige Breiten außergewöhnlich ist, wenn man sich Temperaturtabellen der letzten 100 Jahre ansieht – fragt man sich: Warum gibt es im öffentlichen Raum eigentlich so wenige Trinkwasserstellen? Scheuen die Kommunen die Investition? Die laufenden Kosten? Vandalismus? Zumindest in den Städten des Altkreises Döbeln, in denen es mindestens einmal pro Woche einen Markttag und fast täglich regen Verkehr vor den Rathäusern gibt, wären solche Brunnen sinnvoll. Weniger Einwegflaschen durch Wiederbefüllen von mitgebrachten (Glas-)Flaschen wäre da noch der globalste Effekt. Trinkbrunnen auf Marktplätzen oder anderen stärker frequentierten Orten wären vor allem ein aufwandsarmer Service für Jedermann und zugleich die Chance, auf die Stadt zugeschnittene Unikate zu schaffen. Das zeigen Veit Berndts Ideen zur Brunnengestaltung.

doebeln.redaktion@lvz.de

Von Sebastian Fink

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