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Döbeln Bürgermeister: „Das wird eine ganz harte Nummer“
Region Döbeln Bürgermeister: „Das wird eine ganz harte Nummer“
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00:26 09.09.2018
Roßweins Bürgerhaus befindet sich in der Testphase. Wichtigste Aufgabe im Moment: Öffentlichkeit herstellen für das Projekt. Quelle: Gerhard Schlechte
Rosswein

Das Projekt Bürgerhaus in Roßwein ist angelaufen. Noch anderthalb Jahre hat die Stadt jetzt Zeit, zu testen und herauszufinden, ob der Bedarf unter der Bevölkerung den weiteren Einsatz für den geplanten Erwerb des Kirchgemeindehauses und die dafür erforderlichen Investitionen rechtfertigt. Für insgesamt zwei Jahre gibt es die Fördermittel, mit denen auch die Stellen von Franziska Riedel und Astrid Sommer finanziert werden, die das Projekt leiten. Am Mittwochabend stellten sie den Mitgliedern des Zukunftsworkshops die ersten Schritte vor – im Treff am Markt 8.

Im Prinzip soll es so funktionieren: Die Roßweiner äußern, was sie gern für Angebote hätten, im Bürgerhaus wird geschaut, auf welcher Grundlage man die Wünsche erfüllen kann. Irgendwann soll das im Wesentlichen auf ehrenamtlicher Basis geschehen. Momentan sei es so, dass mehr Angebote möglich wären, als Bedarf von den Leuten in Roßwein kommuniziert wird. Deshalb befinde man sich in einer „Findungsphase“, die viel Flexibilität erfordert. „Wir steuern ein wenig ins Blaue“, sagt Astrid Sommer.

Im Test beispielsweise befinde sich der Schülertreff mit Hausaufgabenhilfe. Ziel sei es, die Jugendlichen vom Markt wegzubekommen. Allerdings habe man sie bis dato noch nicht wie gewünscht erreichen können. Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei dem Angebot nicht um Nachhilfe handelt und dass man auch dem Hort keine Konkurrenz machen will. Es geht nur darum, den Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten, beispielsweise während der Wartezeit auf den Bus vielleicht doch schon mal eine Hausaufgabe erledigen zu können. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es auch, einen sogenannten Ehrenamts- oder Ressourcenpool aufzubauen. Soll heißen: Im Bürgerhaus sollen Angebote von Vereinen gesammelt werden, die zur Unterstützung anderer Vereine gemacht werden können.

Grundsätzlich schwierig ist es offenbar im Moment, die Existenz der Angebote bzw. des Bürgerhaustreffs überhaupt zu kommunizieren. Bürgermeister Veit Lindner versprach zwar, den Bauhof mit dem Anbringen eines Info-Kastens am Haus zu beauftragen, den die beiden Frauen dringend benötigen, um wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit auf den Treff zu ziehen. Ein großes Hinweisschild wäre noch besser.

Die Thematisierung des Öffentlichkeitproblems führte in der Runde gleich auch zu einem ähnlich gelagerten Thema. Nämlich dem, dass viele Roßweiner und insbesondere auch Kinder und Jugendliche grundsätzlich gar nicht wissen, was es in ihrer Stadt für Angebote gibt. Das gehe beim Jugendhaus los und höre bei Osiris im Keller der Oberschule auf. „Nicht mal alle Schüler wissen, dass da in ihrem Keller ein Aquarien- und Terrarienverein sein Domizil hat.“ Und was das Jugendhaus angehe, so Astrid Sommer, sei man nicht bereit, in Konkurrenz zu treten, weil es dort einfach schon viele Angebote gäbe. Was fehlt, sind die Nutzer. Eine Umfrage habe ergeben, dass die meisten Schüler der fünften bis siebenten Klasse keine Ahnung haben, wo das Haus überhaupt steht.

Konsens herrschte am Ende darüber, dass es unabdingbar ist, das Bürgerhaus und seine Angebote zum Bedürfnis werden zu lassen bei den Leuten der Stadt und dafür Wege und Möglichkeiten zu finden, dies in die Öffentlichkeit zu tragen, direkt hin zum Bürger. „Das wird ein ganz harte Nummer“, sagte Bürgermeister Veit Lindner. Denn das alles ist mit einen gewissen zeitlichen Druck verbunden. „Wenn wir wollen, dass das Bestand hat, müssen wir an die Leute ran und die Angebote bekannt machen.“ Stadtrat Uwe Hachmann (SPD) ergänzte: „Sonst stehen wir auf verlorenem Posten, wenn es um das Kirchgemeindehaus geht.“

Von Manuela Engelmann-Bunk

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