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Döbeln CDU Mittelsachsen lässt Federn, Linke halbiert Wahlergebnis von 2014
Region Döbeln CDU Mittelsachsen lässt Federn, Linke halbiert Wahlergebnis von 2014
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17:03 02.09.2019
„Zwei Wahlkreise haben wir verloren, das ist bitter.“ CDU-Kreisvorsitzender Sven Liebhauser (Mitte), hier mit dem Döbelner Direktkandidaten Dr. Rudolf Lehle, zum Ausgang der Landtagswahl. Quelle: Sven Bartsch
Region Döbeln/Mittelsachsen

Die Döbelner Region hat künftig drei Vertreter im sächsischen Landtag sitzen:Lars Kuppi (AfD), der das Direktmandat geholt hat sowie Henning Homann (SPD) und Marika Tändler-Walenta (Die Linke), die beide über ihren guten Listenplatz ein Mandat erhalten.

Zu weit hinten auf der Liste

Die Mittelsächsische CDU kann statt der bisher fünf Direktkandidaten nur noch drei in den Landtag entsenden. Susanne Leithoff hat sich im Flöhaer Raum gegen Romy Penz von der AfD durchgesetzt, Iris Firmenich holte in der Frankenberger Region und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt im Wahlkreis Rochlitz die meisten Stimmen. In Freiberg unterlag der bisherige Mandatsträger Steve Ittershagen von der CDU seinem Kontrahenten Rolf Weigand (AfD). „Steve Ittershagen steht zwar auch auf der Landesliste der CDU, allerdings auf Platz 29 und damit zu weit hinten. Wohl nur bis zum Platz 17 oder 18 können Listenkandidaten der CDU in den Landtag einziehen“, sagt Robert Frisch, Kreisgeschäftsführer der Christdemokraten in Mittelsachsen, auf Anfrage.

Der Döbelner CDU-Direktkandidat Dr. Rudolf Lehle ließ sich gar nicht auf die CDU-Liste für die Zweitstimme setzen. Dazu Frisch: „Diese Einstellung ist sehr konsequent. Entweder der Kandidat gewinnt das Vertrauen der Wähler direkt vor Ort oder es gelingt ihm nicht und er ist raus.“ Für Lehle trifft Letzteres zu, da AfD-Mann Kuppi den Direktvergleich für sich entschied. Vor allem in der Stadt Döbeln erhielt Kuppi deutlich mehr Stimmen (575) als Lehle. Von der CDU hatte für die Döbelner Region bislang Sven Liebhauser im Landtag gesessen. Der war aber im Mai bei der Bürgermeisterwahl in Döbeln angetreten und hatte gewonnen. Statt Liebhauser zog also Lehle in den Landtagswahlkampf.

„Das ist bitter“

„Wir sind natürlich mit dem Ziel angetreten, dass die CDU-Direktkandidaten alle fünf Wahlkreise in Mittelsachsen holen. Zwei haben wir verloren, das ist bitter. Doch das gilt es zu akzeptieren“, erklärt der CDU-Kreisvorsitzende Sven Liebhauser. Die Ursachen gelte es noch umfassend zu analysieren. Der Kreisvorstand Mittelsachsen trete Mittwochabend zum ersten Mal nach der Wahl zusammen. Eine „neue Situation“ bei der Landtagswahl sei im Döbelner Wahlkreis durch das Antreten der Freien Wähler mit dem Direktkandidaten Sven Weißflog entstanden, drückt es Liebhauser vorsichtig aus. Geschäftsführer Robert Frisch wird da deutlicher: „Dort, wo es für uns nicht gereicht hat, lag es nicht nur an der AfD. Durch die Freien Wähler kam es zu einer Aufsplittung des Stimmenpotenzials. Gerade auch in Döbeln und in Freiberg sind uns dadurch Stimmen verloren gegangen.“

Obwohl sie durch ihren vorderen Listenplatz 5 in den Landtag einziehen wird, ist die Direktkandidatin der Linken für die Region Döbeln, Marika Tändler-Walenta vor allem eines: „richtig enttäuscht“. 19,9 Prozent betrug der Listenstimmenanteil der Linken im Wahlkreis Mittelsachsen 4 noch bei der Landtagswahl 2014, diesmal waren es nur noch zehn Prozent – praktisch eine Halbierung. „Wir haben im Landkreis einen engagierten Wahlkampf geführt. Ich glaube auch nicht, dass es an den Personen gelegen hat. Bei 60 Prozent konservativen und rechten Wählern gibt es in Sachsen einfach nicht den Zeitgeist, wie wir ihn als Linke vertreten“, sagt Tändler-Walenta.

Tiefgreifende Veränderungen

Doch auch mit ihrer eigenen Partei geht die Roßweinerin hart ins Gericht: „Wir brauchen einen tiefgreifenden Prozess der Veränderung. Auf Bundesebene stellt sich die Frage: Haben wir die richtigen Menschen an den richtigen Positionen. Und an der Basis müssen wir uns unserer Strukturen anschauen. Wir brauchen das Regionalprinzip statt des Landkreisprinzips“, erklärt Tändler-Walenta, Kreisvorsitzende der Linken in Mittelsachsen. Sie selbst wolle nun das Büro ihrer Partei in Döbeln wieder attraktiver machen und für eine regelmäßige Besetzung sorgen.

Entsetzt über AfD-Ergebnis

Während die Grünen in Sachsen mit 8,6 Prozent gut abschneiden, ist das Ergebnis im Döbelner Wahlkreis mit 3,7 Prozent nicht berauschend. Über ihr persönliches Abschneiden ist Direktkandidatin Maria-Christin Anderfuhren (3,3 Prozent) nicht sonderlich enttäuscht. „Ich hatte nicht mit viel mehr gerechnet. Das Ergebnis der Grünen in Sachsen freut mich, das der AfD entsetzt mich“, sagt die 34-Jährige. Sie wolle sich künftig vor allem auf ihre Arbeit im Leisniger Stadtrat konzentrieren.

Von Olaf Büchel

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