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Döbeln Chronik Hartha: Der vorerst letzte Teil ist fertig
Region Döbeln Chronik Hartha: Der vorerst letzte Teil ist fertig
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09:03 22.02.2019
Es ist geschafft: Der vorerst letzte Teil der Stadtchronik Hartha ist fertig. Nur noch Korrekturlesen, dann geht das Fleißprodukt in den Druck. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

„Viele Leute, die ich treffe, sagen: Super, dass du das machst, aber für mich wäre es nichts.“ Denn woran Steffi Schmid seit mehreren Jahren tüftelt, bedarf nicht nur Zeit, sondern auch viel Geduld, einer feinen Spürnase und Interesse. Die Harthaerin kümmert sich um die Chronik ihrer Heimatstadt und beendet mit dem fünften Teil (2010-2015) ihr lieb gewonnenes, aber manchmal auch Haare sträubendes Mammutprojekt. Noch Tippfehler korrigieren, dann können fünf weitere Jahre Hartha in den Druck. Was danach kommt, ist ungewiss. Weiter sammeln und katalogisieren wird Schmid trotzdem – sie hat Blut geleckt.

Vom Laien zur Hobby-Archivarin

Komplett: Voraussichtlich im April oder Mai liegt der fünfte Band der Stadtchronik in der Heimat- und der Bücherstube zum Verkauf aus. Quelle: Sven Bartsch

Ein kleiner, schmaler Raum ist ihr Arbeitsplatz. Überschaubarer Schreibtisch, ein Computer, alte und neue Zeitungen, die herumfliegen, antiquierte Postkarten und Fotos sammeln sich im sonst eher kargen Zimmer. Vorher recherchierte die Chronistin in der Stube des Heimatvereins. Der hat ihr nämlich den Auftrag erteilt, die Geschichte Harthas zu dokumentieren. „Chronistin“ – eine Bezeichnung, die sie sich selbst nicht unbedingt geben würde. Schmid ist bescheiden. „Als ich angefangen habe, hatte ich keine Ahnung, was ich zu tun habe. Ich wurde ins kalte Wasser geschmissen.“ Sie sei mit der Aufgabe gewachsen. Inzwischen hat die Harthaerin eigene Strukturen und Arbeitsweisen entwickelt, sogar ein kleines Netzwerk aufgebaut. Denn ohne die Zuarbeit von Firmen oder Privatleuten wäre die Chronik nicht nur lückenhaft, sondern auch weitestgehend unbebildert. Für den aktuellen Teil fotografierte sie sogar selbst.

Das Auf und Ab der Stadtgeschichte

Alles fing an mit einer Maßnahme des Arbeitsamtes. Nachdem die Harthaerin ihren Job als Sekretärin in der Spindelfabrik (heute Kläger Plastik) verlor, machte sie diverse Umschulungen und Lehrgänge für eine neue berufliche Zukunft. Geklappt hat es nie so richtig. Als das Angebot der Heimatfreunde reinflatterte, hatte sie weder etwas mit dem Verein zu tun, noch beschäftigte sie bis dato die Geschichte ihrer Stadt. Heute ist ihr das fast schon ein wenig unangenehm. Als sie sich an den ersten Teil (1223 bis 1950) setzte, entflammte sofort die Begeisterung. Eines überraschte Schmid dabei besonders. „Im Vergleich zu heute gab es eine breite Vereinskultur. Da existierte nicht nur ein Turnverein, sondern mehrere.“ In ihrer Dokumentation gibt es auch einige graue Kapitel, vor allem die der Nachwendezeit. „Die VEBs fielen schlagartig weg, viele gingen in die alten Bundesländer.“ Aber das gehöre eben mit dazu.

Der Sammelleidenschaft verfallen

Ihr Material sucht sich Schmid überwiegend im Stadtarchiv oder in Zeitungen. In ihrer Wohnung füllen mittlerweile unzählige Ordner mit gesammelten Stücken die Regale. Das Hobby folgt ihr bis nach Hause. „Man kann nicht abschalten, das beschäftigt einen. Ich überlege immer: Fehlt noch etwas oder wo könnte ich Informationen bekommen?“ So sitzt sie oft in der Stube und macht da weiter, wo sie im Büro aufgehört hat. Für Teil fünf fehlen lediglich Kleinigkeiten – im April oder Mai soll das Buch dann verkaufsfertig sein. Danach ist erstmal Schluss mit Stadtgeschichte. „Die Mittel für das Projekt waren zeitlich begrenzt.“ Eine Fortsetzung wäre toll, sei aber Zukunftsmusik. So ganz ohne muss Schmid dennoch nicht. Sie kümmert sich federführend um die Sonderausstellung des Heimatvereins. Das Thema: Handel und Geschäfte in der Stadt. Wer die Geschichte Harthas künftig fortschreiben sollte, weiß sie nicht. Sie sammelt in jedem Fall weiter. Die Harthaerin mag es, wenn alles seine Ordnung hat.

Von Lisa Schliep

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