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Döbeln Corona: Fallzahl in Mittelsachsen steigt auf 1289
Region Döbeln

Corona: Fallzahl in Mittelsachsen steigt auf 1289

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21:06 02.11.2020
Die Zahl der im Landkreis Mittelsachsen laborbestätigten Fälle von Corona beträgt jetzt 1289. Quelle: picture alliance/dpa
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Mittelsachsen/Döbeln

Im Landkreis Mittelsachsen wurden am Montag 44 neue positive Covid 19-Befunde registriert (Stand Montag 12 Uhr). Somit stiegt die Fallzahl seit März auf 1289. Aufgeschlüsselt auf die Altkreise gibt es die meisten Fälle in der Region Freiberg mit 667 bestätigten Infektionen. Im Altkreis Mittweida wurden 421 Fälle registriert und in der Region Döbeln sind es jetzt 201 Fälle, acht mehr als am Wochenende. Die Zahl der Menschen, die im Landkreis an oder mit Corona gestorben sind, beträgt zehn.

Die Zahl der Personen, die in mittelsächsischen Kliniken stationär behandelt werden, beträgt jetzt 39 - davon werden sechs Personen beatmet. Am Wochenende lag die Zahl der stationär behandelten Personen bei 35, die der beatmeten bei drei. Nach Informationen des Gesundheitsamtes befinden sich derzeit 1523 Personen in Quarantäne. Rechnerisch gesund sind seit März 695 Personen.

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Offener Brief der AfD

Indes fordert die mittelsächsische AfD-Kreistagsfraktion von Landrat Matthias Damm (CDU), dass sich dieser gegen die neuen Corona-Schutzmaßnahmen wenden soll. Der Landrat solle sich dem Teil-Lockdown und den „damit einhergehenden unverhältnismäßigen Maßnahmen und der undemokratischen Entscheidungsfindung entschieden entgegenzustellen“, schreiben Fraktionsvorsitzende Romy Penz und deren Stellvertreter in einem offenen Brief. „Der Lockdown ist in einer zutiefst ungesetzmäßigen und undemokratischen Entscheidung im Rahmen eines nicht beschlussfähigen Gremiums bestehend aus der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten zustande gekommen. Diese ignorieren Empfehlungen von Experten wie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung oder auch eine Vielzahl von Gerichtsurteilen, welche das nun de facto flächendeckende Beherbergungsverbot in einer Vielzahl von Urteilen gekippt hatten“, heißt es in dem offenen Brief.

Die AfD-Fraktion fordert den Landrat auch auf, Straf- und Bußgeldverfahren, die im Zusammenhang mit den Corona-Erlässen, Anordnungen und Allgemeinverfügungen stehen mit sofortiger Wirkung aufzuheben.

Homann mit Verständnis für beide Seiten

Der Döbelner SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann zeigt hingegen Verständnis für den Teil-Lockdown. „Die Lage ist sehr ernst. Bei hohen Fallzahlen können die Gesundheitsämter die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgen. Damit droht die Verbreitung des Virus außer Kontrolle zu geraten. Um unser Gesundheitssystem vor einer Überforderung zu schützen, musste deshalb jetzt gehandelt werden“, erklärt Homann, der auch Vorsitzender der SPD Mittelsachsen ist. Verständnis hat Homann aber auch für den Unmut bei Gastronomen, Vereinen und Kultur. „Ich hätte mir eine andere, differenziertere Lösung gewünscht. In den letzten Monaten wurden in Gaststätten, Turnhallen und Kultureinrichtungen sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet, die funktionieren. Die Schließung trifft diese Einrichtungen jetzt hart“ so Homann, der selbst beim Döbelner SV aktiv Tischtennis spielt. Er ruft dazu auf, so oft wie möglich bei Restaurants in der Region Essen zu bestellen. Er halte es außerdem für richtig, dass jetzt massive Hilfen für diese Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Musikschulen geschlossen

Aufgrund der Sächsischen Corona-Schutzverordnung bleiben die Volkshochschule Mittelsachsen, die Musikschulen in Mittelsachsen und das Schloss Rochsburg bis zum 30. November geschlossen. Veranstaltungen, Workshops und Führungen können in diesem Zeitraum nicht stattfinden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind telefonisch oder per E-Mail weiterhin erreichbar. Der für Dienstag geplante Kreissportjugendtag findet nicht statt. Abgesagt wurde auch das „Forum Wasser“, das eigentlich am kommenden Freitag in Ossig stattfinden sollte.

Individuelle Beratung zu Pflegefamilien

Nach den erfolgreichen Informations-Veranstaltungen zu Pflegefamilien im vergangenen Jahr sollte es in diesem November im Landkreis eine Neuauflage geben. „Wir haben großen Bedarf und suchen dringend Pflegefamilien“, erklärt der zuständige Referatsleiter im Jugendamt, Andreas Köhler. Mit den Abenden sollten Interessierte zum Verfahren und zu den Grundvoraussetzungen Informationen erhalten. Pflegeelternbewerber stellen sich oft die Frage, ob sie für diese Aufgabe geeignet sind, was sie dafür brauchen und was im Fall der Fälle auf sie zukommen wird.

Wegen Corona werden die Informationsabende nun durch individuelle Beratungen ersetzt. „Unsere Mitarbeiter vereinbaren Termine für die Gespräche. Diese finden natürlich unter Berücksichtigung der Hygiene-Auflagen statt“, versichert Köhler.

Pflegekinder sind Kinder, die aus den verschiedensten Gründen vorübergehend oder auf Dauer nicht bei den leiblichen Eltern leben können. Eine räumliche Trennung von den Eltern bedeutet laut Köhler für ein Kind immer einen Einschnitt in seinem noch jungen Leben. „Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die möglichen Pflegeeltern gut ausgewählt, aber auch unterstützt und fachlich begleitet werden“, sagt der Referatsleiter. Derzeit würden in Mittelsachsen 248 Kinder von 192 Pflegefamilien betreut. Interessierte können sich gern an Catrin Poppe, Telefon 03731/799 6265 und an Oliver Wagner-Polink, Telefon 03731 799 6210 wenden beziehungsweise per Mail melden unter pflegekinderdienst@landkreis-mittelsachsen.de.

Von Olaf Büchel