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Döbeln DRK schafft zwölf Arbeitsplätze im neuen Waldheimer CAP-Markt
Region Döbeln DRK schafft zwölf Arbeitsplätze im neuen Waldheimer CAP-Markt
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12:57 09.07.2019
Der CAP-Markt soll in die Andreas-Hecht-Galerie einziehen. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim

Bis zu einer Million Euro will das Deutsche Rote Kreuz in Waldheim investieren. Soviel Geld soll es kosten, die Räume des ehemaligen Nahkaufs in der Andreas-Hecht-Galerie in einen CAP-Markt umzubauen. Zwölf Arbeitsplätze sollen dort entstehen, die Hälfte davon für Menschen mit Behinderung. „Sobald wir die Zusage von der Aktion Mensch haben, fangen wir an“, sagte Jörg Hirschel, Bereichsleiter beim DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen, als das Konzept öffentlich vorstellte. Im November, spätestens Dezember könnte es schon wieder Lebensmittel in der Hecht-Galerie zu kaufen geben.

Regionale Produkte im Angebot

CAP ist keine gewöhnliche Supermarktkette. Die Genossenschaft arbeitet deutschlandweit mit Partnern aus dem Bereich soziale Träger und Wohlfahrtsverbände zusammen. So auch mit dem DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen. Ziel ist es, behinderte Menschen im ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. „Unter Behinderten ist die Arbeitslosenquote höher als unter Nicht-Behinderten“, sagte Jörg Hirschel.

Im CAP-Markt soll es regionale Produkte zu kaufen geben. Die im Laden untergebrachte Kaffee-Bar „CAPpuccino“ lädt als Treffpunkt. Und wer nicht zum Laden kommt, bekommt die Einkäufe eben geliefert. Denn auch einen Lieferdienst sieht das Konzept vor. „Kommt der dann auch in Waldheimer Ortsteile?“, fragte der Reinsdorfer Ortsvorsteher Michael Aniol. „Der Lieferdienst deckt das gesamte Verbandsgebiet ab“, erläuterte Jörg Hirschel. Er ist froh, mit der Rochlitzer Fleisch- und Wurstwaren AG auch einen Fleischer für den neuen Markt begeistern zu können. Das freut nicht nur Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Denn ein Fleischer in der Waldheimer Innenstadt wir derzeit vermisst.

Die Preise werden des Vollsortimentlers marktgerecht sein, sagt der DRK-Bereichsleiter. Fördergeld bekommt das Rote Kreuz vom kommunalen Sozialverband und, wenn alles klappt, auch von der Aktion Mensch. „Wir wollen ein auskömmliches Geschäft etablieren“, sagte Jörg Hirschel. Auf Gewinnmaximierung braucht das DRK den neuen CAP-Markt nicht trimmen.

Stadträte zeigen sich begeistert

„Wenn das so funktioniert, ist es eine Sensation“, sagte CDU-Stadträtin Kathrin Schneider. „Wir als Stadtrat stehen zu 100 Prozent hinter dieser Idee“, sagte Andre Langner von der FDP. „Gerade ältere Menschen in der Waldheimer Innenstadt haben dann wieder eine Chance, einen Markt zu erreichen“, stellte Bürgermeister Steffen Ernst einen Vorteil für die Infrastruktur in der Waldheimer Innenstadt heraus.

Jörg Hischel gibt zu, mit dem Einzelhandel Neuland zu betreten. „Das war bisher nicht unser Schwerpunkt. Aber wir haben Marktanalysen gemacht, die positiv ausfielen“, berichtete er den Stadträten, dass sich das DRK nicht völlig ahnungslos auf unbekanntes Terrain begibt. Den CAP-Markt werden die Waldheimer nicht nur an der Andreas-Hecht-Straße erleben. Vorstellbar sind Kooperationen mit der Stadt, zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt. Vielleicht schon in diesem Jahr.

Kommentar: Gelebte Inklusion in Waldheim

von Dirk Wurzel

Inklusion ist in aller Munde. Dabei weiß noch keiner so recht, wie die gleichberechtigte Teilhabe behinderter und nicht behinderter Menschen in Schule und Gesellschaft aussehen soll. In Waldheim wird man hoffentlich bald sehen können, wie das im Supermarkt klappt. Wenn hinter der Kasse ein Rollstuhlfahrer sitzt oder einem eine Verkäuferin mit Trisomie 21 freundlich erklärt, wo die Cornflakes stehen. Das Projekt CAP-Markt des Deutschen Roten Kreuzes bietet nicht nur viele Vorteile für die Waldheimer Innenstadt, was das Einkaufen angeht. Es kann auch zeigen, dass es völlig normal ist, wenn als behindert bezeichnete Menschen einen Job haben und ganz normal arbeiten gehen. Irgendwann fällt der Kundschaft dann gar nicht mehr auf, dass der Kassierer im Rollstuhl sitzt. Und so soll es auch sein. Darum ist dem Vorhaben des DRK alles erdenklich Gute und viel Erfolg zu wünschen. Daran werden die künftigen Kunden einen gehörigen Anteil haben – sie müssen den neuen CAP-Markt annehmen. Allerdings hat ein Supermarkt mit einem sozialen Wohlfahrtsverband als Betreiber einen gewichtigen Vorteil: Es reicht, wenn die Geschäfte laufen, die schwarze Null steht beziehungsweise ein kleiner Gewinn übrig bleibt. Auf maximale Rendite muss das DRK seinen Markt nicht ausrichten.

doebeln.redaktion@lvz.de

Von Dirk Wurzel

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