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Döbeln Das 8000.Spezialfahrzeug Made in Döbeln
Region Döbeln Das 8000.Spezialfahrzeug Made in Döbeln
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12:28 19.11.2018
Die Schlüssel für das 8000. Fahrzeug seit der Wende nahm DHL-Sub-Unternehmer Al-Till Maath (l.) von RKB-Geschäftsführer Dirk Hartmann (3.v.l.) und seinen Mitarbeitern entgegen. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
Döbeln

Das 8000. Fahrzeug seit der Wiedervereinigung wurde am Freitag beim Döbelner Sonderfahrzeugbauer RKB am Werk in der Stockhausener Straße übergeben. Im Beisein von Mittelsachsens Landrat Matthias Damm, den beiden Döbelner Sparkassenvorständen Uwe Krahl und Thomas Gogolla sowie dem Vertriebsleiter Großkunden von Volkswagen Automobile in Berlin, Sören Heide, übergab RKB-Geschäftsführer Dirk Hartmann die Schlüssel für das nagelneue gelb gespritzte Paketfahrzeug an Al-Till Maarth, Geschäftsführer der Leopard Transporte GmbH in Dahlewitz-Mahlow bei Berlin. Der Subunternehmer von DHL fährt mit insgesamt 250 Fahrzeugen und rund 300 Mitarbeitern im Großraum Berlin sowie im Raum Hannover und München Pakete für DHL aus. Das Döbelner Jubiläumsfahrzeug ist Teil eines größeren Auftrages des Unternehmens der 14 Paketauslieferfahrzeuge umfasst. Weitere acht sind schon wieder bestellt.

19 Kubikmeter Platz für Pakete

Hergestellt wurde das Verteilfahrzeug aus 28 Quadratmetern, Sandwichwänden, 300 Kilogramm Aluminium und 500 Nieten. 19 Kubikmeter Platz ist im Innenraum für die Pakete. 350 solcher Paketauslieferfahrzeuge stellt RKB im Jahr in den Werkhallen an der Stockhausener Straße in Serie her. Vorwiegend werden die Aufbauten auf Fahrgestelle von VW, Mercedes oder Man montiert. Die Paketfahrzeuge machen etwa 60 Prozent der Produktion aus. Dazu kommen noch weitere Spezialfahrzeuge wie etwa vier bis fünf Einsatzleitwagen für Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen, Bäckermobile, Cateringfahrzeuge für Flughäfen, Spezialfahrzeuge für den Zoll oder auch mobile Garderoben- oder Maskenfahrzeuge für Filmcrews.

Volle Auftragsbücher

„Im Moment sind wir ein halbes Jahr im Voraus gut ausgebucht und unser Platz reicht kaum aus“, sagt Geschäftsführer Dirk Hartmann. Vor allem die Fahrgestelle der Hersteller, die auf dem Firmengelände bereitstehen, brauchen viel Platz. In einer der Werkhallen fertigen die 70 Mitarbeiter aus Glasfaserverbundstoffen und Aluminium die leichten aber crashsicheren Sandwichelemente für die Kastenaufbauten der Spezialfahrzeuge.

Seit 1950 hat das RKB Karosseriewerk Döbeln an der Stockhausener Straße seinen Sitz.Das Hauptgebäude leuchtet mit einer frisch renovierten Fassade. Quelle: RKB

Im Gründungsjahr 1929 verließ der ersten Kutschenwagen das Unternehmen. Seit 1950 gibt es das Karosseriewerk an seinem heutigen Standort an der Stockhausener Straße. Vor eineinhalb Jahren übernahm der Dresdner Unternehmer Dirk Hartmann das Traditionsunternehmen nach dessen Insolvenz. Nach einer erfolgreichen Sanierung in den letzten 18 Monaten sieht Hartmann RKB nun wieder im Aufwind und hat in diesem Jahr schon wieder 15 Leute neu eingestellt. Im nächsten Jahr, wenn RKB sein 90-jährigens Firmenjubiläum feiert, plant er einige große Investitionen.

Spatenstich zum 90. Firmengeburtstag

Die größte der Produktionshallen soll verlängert und um 1600 Quadratmeter Produktionsfläche vergrößert werden. Tischlerei, Thekenbau und Sattlerei sollen hier mit untergebracht und die Fertigung weiter optimiert werden. Im Spätsommer 2019 hofft Geschäftsführer Dirk Hartmann mit dem ersten Spatenstich für die neue Halle loslegen zu können. Eine Million Euro sollen in den Anbau fliesen und eine weitere halbe Million Euro in Maschinen und Anlagen. Zehn weitere Mitarbeiter sollen danach eingestellt werden.

Landrat Matthias Damm (2.v.l.) freute sich über die Wirtschaftskraft am Standort Döbeln und sah sich begeistert in den Werkhallen des Karosseriebauers um. Quelle: Sven Bartsch

Aktuell erreicht RKB in Döbeln einen Jahresumsatz von acht Millionen Euro. Bis 2020 peilt Dirk Hartmann zwölf Millionen Euro Jahresumsatz an. „Mit unseren Sonderfahrzeugen wollen wir auch künftig ein Stück mehr Mobilität in die Wirtschaft und die Region bringen“, so Hartmann.

Hintergrund

Das Traditionsunternehmen RKB an der Stockhausener Straße ist seit 1929 im Karosseriebau tätig und hat sich im Bereich Sonderfahrzeugbau spezialisiert. RKB in Döbeln besitzt in Deutschland die längste Erfahrung in der Sandwichbauweise mit Glasfaserkunststoff-Materialien. Im April 2012 musste der Betrieb Insolvenz anmelden. Nach fünf Jahren in der Insolvenz hat der Dresdner Unternehmer Dirk Hartmann das Karosseriewerk im Frühjahr 2017 gekauft. Seither läuft die erfolgreiche Sanierung. Als erstes verordnete er dem Unternehmen eine klare Linie mit Konzentration auf das Kerngeschäft, den Sonderfahrzeugbau. Das Geschäft mit Karosseriereparaturen für Privatkunden wurde aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Mittlerweile steigt der Umsatz und wird investiert. Nächstes Jahr wird das 90-jährige Firmenjubiläum mit einem Spatenstich gefeiert.

Von Thomas Sparrer

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