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Döbeln Dem Friedhofsmeister helfen: Bufdi oder FSJler in Hartha gesucht
Region Döbeln Dem Friedhofsmeister helfen: Bufdi oder FSJler in Hartha gesucht
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17:01 17.09.2019
Sebastian Markert ist gelernter Obstgärtner. Mit Gartenarbeit hat er auch als Friedhofsmeister zu tun. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Für die einen ist es ein Ort der Trauer und der Ruhe, für die anderen vor allem ein Arbeitsplatz: Der Friedhof. Sebastian Markert ist Friedhofsmeister in Hartha. Neben seiner Kollegin Manuela Geißler, wird er normalerweise noch von jemandem unterstützt, der ein Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) auf dem Friedhof absolviert. Derzeit ist diese Stelle allerdings unbesetzt.

Vielfältige Aufgaben

Auf dem Harthaer Friedhof steht Sebastian Markert. Der 38-Jährige trägt eine Hose und einen Pullover – beides in einem dunklen und hellen Grünton eingetaucht. Er spricht mit zwei älteren Damen, die er scheinbar schon öfter auf der Ruhestätte getroffen hat. Diese ist weitflächig, hat verschiedene Bereiche und erinnert durch Büsche und Bäume an einen Park.

Bis vor kurzem machte Elias Bixl dort sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und half Markert bei vielen verschiedenen Aufgaben aus. In der Vergangenheit seien vor allem Bewerbungen von älteren, starken Männern eingegangen, wie Pfarrerin Maria Beyer berichtet. Wie der 19-Jährige dazu kam? Es war mehr ein Zufall. Sein Studium sollte erst ein Jahr nach seinem Abitur beginnen, so dass er Zeit hatte, die er sinnvoll nutzen wollte. Da er regulär Orgel in der Evangelisch-Lutherischen Kirche spielt, sprach ihn Kantor Michael Fromm auf die Stelle an. Kurze Zeit später harkte er Laub, pflanzte Bäume und legte Gräber mit Markert an. „Ich habe mich in erster Linie auf die Arbeit gefreut, weil ich die Mitarbeiter schon kannte“, sagte der Student in spe.

Ihm wurden auch andere Aufgaben übergeben. So half er bei Trauerfeiern mit und trug sogar die Urne. „Das gehört nicht zu den regulären Aufgaben“, erklärt die Pfarrerin. Elias hat man diese Aufgabe zugetraut. „Es ist eine erfüllende Aufgabe, wenn man merkt, dass es den Angehörigen gutgetan hat“, erzählt Elias. Als er das erste Mal eine Urne zum Grab trug, habe Markert während der Trauerfeier zum ersten Mal etwas sagen müssen. „Dadurch waren wir beide aufgeregt“, erzählt der ehemalige FSJler.

Auch nach Begräbnis Ansprechpartner

Markert hat Urnen und Särge schon öfter zu Grabe getragen. Jedoch gehört zu einem Friedhofsmeister mehr als das. „Oft sind wir so etwas wie Seelsorger“, erzählt er. Wenn der 38-Jährige den Hinterbliebenen eine Stelle für das Grab zeigt, sei das für viele ein emotionaler Moment. „Manchmal sage ich etwas, manchmal höre ich nur zu und manchmal schweige ich“, erzählt er. So habe Markert bereits die Geschichten von sehr vielen Menschen gehört. „Für einige bin ich auch nach dem Begräbnis der Ansprechpartner“, sagt der Friedhofsmeister. Sie holen sich einen Ratschlag zur Grabpflege bei dem gelernten Obstgärtner. „Bei meiner Arbeit geht es um Menschen und um Pflanzen“, erklärt Markert lächelnd, der mit Geißler neben Gräbern auch den Rest des Friedhofes pflegt. So wie Markert über seinen Beruf spricht, bemerkt man schnell, dass er ihn mit Leidenschaft ausübt. „Mit Herz und viel Freude“, bestätigt er.

Arbeit kommt Elias für Uni-Bewerbung zugute

Obwohl er es schön fand, viel an der frischen Luft zu sein, kam Elias die Arbeit am Computer zugute. „Er half entscheidend bei der Arbeit auf der Internetseite des Friedhofes mit“, erzählt Beyer. Diese Tätigkeit konnte er in seiner Bewerbung für die Universität anbringen. Der Junge wird Medienmanagement in Mittweida studieren. „Ich hatte schon in der Schule diesen Plan, daran hat sich nichts geändert“, erzählt der 19-Jährige. Dennoch möchte er weiterhin auf dem Harthaer Friedhof aushelfen, wenn er gebraucht wird. Für die volle Zeit erhoffen sich die Friedhofsmitarbeiter einen neuen Bufdi oder FSJler zu finden. Dieser könnte ab sofort mit der Arbeit beginnen.

Von Nicole Grziwa

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