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Döbeln Der Biber kommt nach Zschaitz
Region Döbeln Der Biber kommt nach Zschaitz
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23:00 19.01.2018
Ein Biberpärchen bei der Arbeit: Die geschickten Dammbauer stehen unter Artenschutz, sorgen aber zugleich für Hochwassergefahr. Beides soll im Einklang gehalten werden. Quelle: Sven Möhring (Archiv)
Ostrau/Zschaitz

Der Biber breitet sich wieder aus: Um Döbeln ist er bereits wieder ansässig, entlang der Jahna zwischen Riesa und Ostrau ebenfalls. Nun scheint er die Lücke in Richtung Döbeln langsam zu schließen und wird auch in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig heimisch. „Er hat sich bis zum Stausee Baderitz ausgebreitet. Zwischen Trebanitz und Zschaitz haben die Tiere mehrere Dämme gebaut“, sagt der Zschaitzer Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler).

Da der Jahna-Abschnitt Ostrau-Zschaitz mit mehreren Ortschaft eng bebaut ist, ist vor allem für biologische Kläranlagen Gefahr in Verzug, wenn der Biber das Jahna-Wasser mit Dämmen anstaut. Daher informierte Barkawitz Anfang des Jahres das Landratsamt, welches schnell eine Begehung anberaumte. Dabei war auch die Untere Naturschutzbehörde und der Flussmeister der Landestalsperrenverwaltung, die für diesen Jahna-Abschnitt zuständig ist. Fazit des Landratsamtes auf DAZ-Anfrage: „Akute Probleme konnten bei der Begehung nicht festgestellt werden.“

Zschaitz muss öfter kontrollieren

„Noch ist keine Kläranlage gefährdet. Erst wenn es soweit ist, können wir einschreiten. Dann wird der Landkreis informiert. Wir werden regelmäßig kontrollieren müssen“, sagt Barkawitz. Mit einem Kontrollgang im Jahr sei es nicht getan, da der Biber sein Revier rasant erweitere.

Wie sich das auswirken kann, hat die Nachbargemeinde Ostrau bereits erfahren. Drei Biberreviere gibt es hier laut Landkreisverwaltung: Pulsitz, Wutzschwitz und Münchhof. In Wutzschwitz hatte sich der Biber 2013 an der Kleinen Jahna angesiedelt. Als Gewässer zweiter Ordnung ist hier die Kommune zuständig.“Dort waren Einlaufstellen der biologischen Kläranlagen gefährdet. Dort durften wir mit Genehmigung des Landratsamtes einschreiten und den Bach freihalten“, erklärt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU).

Feste Biberburgen müssen erhalten bleiben

Jedoch sei dies nur möglich gewesen, da sich der Dammbau noch im Anfangsstadium befand. Anders ist das bei bereits bestehenden Biberburgen. „In Wutzschwitz rechts am Kinderspielplatz hat der Biber so eine feste Burg gebaut, da hat sich der Bach ein neues Bett gesucht und ein ganzes Stück des Ufers ist weggebrochen. Dort haben wir es schriftlich vom Amt, dass wir nichts unternehmen dürfen.“, sagt Schilling mit Verweis auf den Artenschutz. Auch in Münchhof und Lützschera sei die Entwicklung ähnlich.

Baulichen Maßnahmen wie Biberdamm-Drainagen steht Schilling eher skeptisch gegenüber. „Der Biber macht alles zu. Und wenn er alle 100 Meter einen Damm baut, ist das ein echtes Problem für uns. Bisher gab es zum Glück kein Schadensereignis, aber wenn so ein Damm mal bricht, kann man nicht sagen, Jahna ist jetzt Sumpfgebiet“, meint er.

Von Sebastian Fink

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