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Döbeln Kreisel am Harthaer Kreuz schon seit Montagvormittag gesperrt
Region Döbeln Kreisel am Harthaer Kreuz schon seit Montagvormittag gesperrt
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17:18 29.04.2019
Seit Montag 11.10 Uhr sind die beiden Kreisverkehre am Harthaer Kreuz auf der B175 gesperrt. Die Sperrung war eigentlich erst für Dienstag angekündigt. Quelle: Sven Bartsch
Hartha/Döbeln

Aufregung am Harthaer Kreuz: Einen Tag früher als angekündigt, wurden am Montag gegen 11.10 Uhr die beiden Kreisverkehre der Bundesstraße 175 gesperrt. Eigentlich hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Sperrung und den Beginn der Bauarbeiten auf der Bundesstraße 175 östlich und westlich von Hartha erst für Dienstag angekündigt. Doch seit Montagvormittag sind die Sperrschilder am Harthaer Kreuz aufgestellt. Die Kraftfahrer sind stocksauer. Mussten teilweise umlenken und zeigten teilweise wenig Verständnis.

Das war scheinbar so auch nicht geplant: „Die Beschilderung der Umleitung erfolgte bereits seit Montagmorgen. Die Aktivierung der Umleitung sollte allerdings erst morgen erfolgen. Der Baubetrieb hat vorfristig die Umleitung aufgebaut und nun die bereits gültige Sperrerlaubnis schon am Montag umgesetzt“, sagte Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verehr, auf Anfrage dieser Zeitung am Montag.

Autofahrer mit vielen offenen Fragen

Die Leser DAZ beschäftigte ganz besonders die Frage der Umleitungsführungen während der bis 21. Juni geplanten Vollsperrungen. „Aufgrund der Sperrung beider Kreisverkehre ist eine großräumige Umleitung über Döbeln, Hainichen, Mittweida, Rochlitz und Bad Lausick ausgeschildert“, so das Landesamt. Das blieb vielen Lesern zu schwammig. „Wie komme ich denn nun von Leisnig nach Mittweida, wenn ich zur Nachtschicht muss“, fragte etwa Katrin Fritzsche auf dem Facebook-Kanal der DAZ. Janett Jakob will wissen, ob man denn wenigstens über Wallbach oder Queckhain und dann durch Hartha fahren kann, wenn man nach Waldheim will? Claudia Möller ist unklar, wie sie auch Richtung Mittweida, Waldheim nach Colditz zur Arbeit kommt, wenn beide Kreisel dicht sind. Grit Zühlke kommentiert sarkastisch: „Beide Kreisel? Na prima, da wird die Fahrt auf Arbeit ja zum Erlebnis.“

Mit diesen Umleitungen plant das Lasuv. Quelle: Lasuv

Seit Montag sind die Umleitungen ausgeschildert. Die Verkehrsbehörde des Landkreises Mittelsachsen hat sie genehmigt. „Richtung Hartha gesperrt, Abfahrt Döbeln-Nord benutzen“, ist etwa auf der Autobahn 14 vor der Abfahrt Leisnig ausgeschildert. Wer von Leisnig die offizielle Umleitung nach Hartha, Waldheim, Mittweida oder Geringswalde nehmen will, wird über Großweitzschen und Döbeln geleitet. Wer von Waldheim nach Colditz möchte, wird über Erlau, Rochlitz und Bad Lausick geschickt. „Na da werden die Dörfer unsicher gemacht. Ich fahre doch keine 30 Kilometer Umbogen“, kündigt Leser Andreas Antrack an.

Halbseitige Sperrung nicht möglich

Aber warum müssen denn beide Kreisverkehre komplett gesperrt werden? Gab es nicht die Möglichkeit einer halbseitigen Sperrung mit Ampelreglung? „Wir haben die Möglichkeit einer halbseitigen Sperrung im Rahmen der Planung geprüft. Die notwendigen seitlichen Sicherheitsabstände und Mindestbreiten für Arbeitsplätze konnten nicht erreicht werden, so dass aus Gründen der Arbeitssicherheit zwingend eine Vollsperrung erfolgen muss“, verweist Isabel Siebert auf die Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR 5.2) im Interesse der vor Ort tätigen Bauarbeiter.

Der Abschnitt „östlich Hartha“ vom Abzweig Nauhain bis Ortseingang Hartha wird dagegen doch nicht gleichzeitig gebaut, sondern erst nach Fertigstellung der zwei Kreisverkehre am Hartha Kreuz. Damit die Bauzeit minimiert und im Juni abgeschlossen werden kann, erfolgt keine weitere Unterteilung der Abschnitte.

Busverkehr rollt

Ivica Boskovic, Döbelner Betriebsleiter von Regiobus, ist mit der Lösung zufrieden, die sein Unternehmen mit der Baufirma Strabag und dem Landesamt gefunden hat. Zwischen Altgeringswalde und Hartha wurde parallel zur Bundesstraße 175 ein Landwirtschaftsweg mit einer Frostschutzschicht hergerichtet, die der Betriebsleiter samt Bus selbst getestet hat. „Hier kommen wir für die sechs Wochen Bauzeit etwa mit dem Städtesprinter der Linie 628 durch und schaffen unseren Takt. Die Abstimmung klappte gut“, so Ivica Boskovic. Die Ersatzstrecke ist aber nur Bussen und Landwirten, die auf ihre Felder müssen vorbehalten. Auf der Linie 924 entfallen seit Montagmorgen die Haltestellen Gersdorf, Abzweig B 176, Oberdorf, Feuerwehr und Unterdorf. Als Ersatz wird die Haltestelle Gersdorf, Wendestelle bedient. Nach Hartha dürfen die Busse über die Wallbacher Straße ausweichen. Dafür dürfen die Busse auch ein Stück Einbahnstraße in beiden Richtungen befahren. „Ich denke, dass wir so trotz der Bauarbeiten unsere Anschlüsse alle Bedienen können“, so der Betriebsleiter.

Kommentar: 30 Kilometer mehr sind eine Zumutung

von Thomas Sparrer

Diese Baumaßnahme stößt zurecht auf wenig Begeisterung in der Region. Sieben Wochen lang sind die beiden Kreisverkehre auf dem Harthaer Kreuz komplett gesperrt. Entgegen den Ankündigungen standen viele Autofahrer schon am Montag vor den eigentlich erst für Dienstag angekündigten Sperrschildern. Klar müssen Straßen in Schuss gehalten werden. Und auch wenn die betroffenen Abschnitte der Bundesstraße 175 augenscheinlich noch gar nicht so schlimm aussehen, sollte man das zu beurteilen, den Experten überlassen.

Dennoch wird den Kraftfahrern mit der jetzigen Umleitungsregelung noch deutlich mehr zugemutet, als sie es schon im aktuellen Baustellenreigen der Region ertragen müssen. Wegen dem Bau zweier Brücken befindet sich ganz Döbeln in einer zweijährigen Dauerumleitung durch die Stadt. Bei Schweta braucht man an der neuen Zschopaubrücke Geduld. In Grunau wird ebenso umgeleitet. Aber wer jetzt von Leisnig nach Waldheim muss, fährt statt 13,5 Kilometer und 16 Minuten nun über Großweitzschen und Döbeln 31,7 Kilometer und 41 Minuten. Noch schlimmer trifft es Pendler von Waldheim nach Codlitz statt 19 Kilometer in 20 Minuten übers Hartha Kreuz dauert es nun offiziell über Erlau, Rochlitz und Bad Lausick fast 55 Kilometer und 56 Minuten Fahrzeit. Da hält sich die Begeisterung der Pendler deutlich in Grenzen. Doch andere Alternativen zu holprigen Schleichwegen dürfte es kaum geben.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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