Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Die Region Döbeln schwitzt: Welche Schulen geben Hitzefrei?
Region Döbeln Die Region Döbeln schwitzt: Welche Schulen geben Hitzefrei?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 21.06.2019
Die kommende Woche wird heiß – doch gibt es auch Hitzefrei? Quelle: dpa
Region Döbeln

Zurzeit heißt es etwas abkühlen und verschnaufen, die Temperaturen übers Wochenende sind recht angenehm. Doch die Meteorologen kündigen für kommende Woche schon die nächste und noch heftigere Hitzewelle an. LVZ.de hat sich bei den Schulen der Region umgehört, wie diese darauf reagieren wollen.

Weniger Unterricht in Döbeln

„Wenn es wirklich so heiß wird, dann greift bei uns an der Schule ein Programm mit verkürztem Unterricht“, sagt Michael Höhme, Leiter des Döbelner Lessing-Gymnasiums. Das heißt, die Unterrichtsstunden sind 30 statt 45 Minuten lang. Höhme: „Im Prinzip wären wir dann Mittag durch und die Schüler müssten nicht in der größten Hitze im Unterricht sitzen.“ Hinzu kommt, dass viele Klassen in den nächsten Tagen bis zu den Ferien ohnehin verschiedene Aktivitäten auf dem Plan haben und sich somit weniger im Klassenzimmer aufhalten – dazu zählen die Abschlussparty der Zwölften, Exkursionen oder der Drachenbootcup.

Wir können die Kinder ja nicht nach Hause schicken, wie das in höheren Klassenstufen möglich wäre. Aber wenn eine Hitzewelle kommt, dann richten wir uns darauf ein“, sagt Elvira Flaschin, Leiterin der Grundschule Am Holländer. Zum Beispiel könne der Unterricht draußen, an einem schattigen Platz abgehalten werden. „Oder es gibt häufiger und längere Pausen. Die Anzahl der Unterrichtsstunden ändert sich aber am Ende nicht“, erklärt Flaschin. Die Schülerinnen und Schüler seien angehalten, ihre mitgebrachten Trinkflaschen zu nutzen. Für beide Schulteile Am Holländer in Döbeln-Nord steht zudem ein Trinkbrunnen im Foyer bereit.

An der Oberschule Am Holländer in Döbeln gibt es einen speziellen Stundenplan für den Fall extrem hoher Temperaturen. An den heißen Tagen in der vergangenen Woche kam der noch nicht zum Tragen, weil die Bildungseinrichtung noch voll in den Prüfungen steckte. In der kommenden Woche könnte der Hitzeplan aber Anwendung finden. „Wir machen dann statt der regulären 45 Minuten nur 30 Minuten Unterricht“, erklärt eine Lehrerin der Oberschule. Hitzefrei im früheren Sinne gebe es aber nicht. „Die Schüler dürfen ständig trinken und auch während des Unterrichts ihre mitgebrachten Trinkflaschen nutzen“, so die Lehrerin.

„Wenn es so dicke kommt, wie angekündigt, dann gibt es bei uns verkürzten Unterricht, das heißt nur bis zu vierten Stunde, also bis 11.35 Uhr. Das müssen wir aber situativ entscheiden. Außerdem wird es Rücksprachen mit den Eltern geben, denn nicht alle können ihre Kinder dann auch früher abholen. Eine Betreuung für Kinder, die länger bleiben müssen, gibt es also auch“, sagt Dirk Polster, stellvertretender Schulleiter der Schlossbergschule in Döbeln. Für Donnerstag und Freitag ist eigentlich ein Sportfest der Schule im Stadion Bürgergarten geplant. Poster: „Wenn es wirklich so heiß wird, blasen wir das natürlich ab.“ Die beiden Trinkbrunnen auf zwei Etagen sind laut Polster permanent in Betrieb. Ansonsten sei bei Hitze die Situation nicht einfach an der Bildungseinrichtung. Die lange Gebäudeseite ist nach der Südseite ausgerichtet, es gibt keinen Sonnenschutz wie Rollos und die Räume sind nicht sehr hoch. „Lüften bringt da nicht allzu viel“, sagt Dirk Polster.

Kühles Schulhaus in Roßwein

Bislang haben Roßweins Oberschüler die Auswirkungen der teilweise hohen Temperaturen noch nicht an ihrem Stundenplan zu spüren bekommen. Das liegt daran, das bis Montagvormittag Prüfungen laufen. „Da konnten wir verkürzten Unterricht planungstechnisch nicht umsetzen“, sagt Schulleiter Thomas Winter. Doch für die kommende Woche ist genau das vorgesehen: Die Unterrichtsstunden werden auf eine halbe Stunde verkürzt, dann ist Pause. Bis 11.50 Uhr sind dann alle Kinder fertig mit Schule und können das Gebäude verlassen. Wobei es im Schulhaus tatsächlich kühler ist als draußen, wie Thomas Winter sagt. Mit überhitzten Räumen hat man in der Oberschule kein Problem.

Individuelle Lösungen in Ostrau

Während aus der Grundschule Großweitzschen zu hören ist, dass bei großer Hitze der Unterricht auf 30 Minuten verkürzt oder gar nach draußen in den schattigen Hinterhof der Schule verlegt wird, hat Ostraus Schulleiterin Angela Jurczyk eine ganz eigene Vorgehensweise: „Die Lehrer legen das individuell fest. Wenn sie merken, dass es im Klassenzimmer nicht mehr geht, brechen sie ab und gehen an ein kühleres Plätzchen. Wir können die Schüler ja nicht früher nach Hause schicken und die Eltern sind noch gar nicht da“, erklärt sie. Stattdessen gebe sie bei Hitze lieber „hausaufgabenfrei“. „Das bringt viel – die Kinder spielen dann im Hort, erfrischen sich mit unserem Wassersprüher oder gehen mit der Familie nachmittags ins Freibad“, sagt sie.

Die Ostrauer Grundschule hat mit der Hitze im Obergeschoss besonders stark zu kämpfen, weil hier die Verschattung fehlt. Inzwischen hat die Kommune bereits den am Dienstagabend beschlossenen Anbau von Außenrollladen ausgelöst. Der textile Sonnenschutz soll in nussbraun passend zur Holzoptik der Schule daherkommen.

Lehrer müssen in Hartha weiter schwitzen

Am Montag und Dienstag findet ohnehin verkürzter Unterricht im Martin-Luther-Gymnasium Hartha statt. Ab 12 Uhr sitzen alle Lehrer in der Versetzungskonferenz zusammen, so dass die Schüler früher nach Hause dürfen. „Die Lehrer müssen weiter schwitzen. Wir haben es uns abgewöhnt, bereits im Voraus etwas zu planen. Da wir sowieso zusammensitzen, werden wir am Montag beraten, wie es am Mittwoch weitergeht“, so Schulleiter Lothar Weisheit.

Wegen der Hitzewelle wird auch in der Pestalozzi-Oberschule der Unterricht leicht eingekürzt. „Wir haben aber eine Aufsichtspflicht“, so Schulleiterin Kerstin Wilde. Da einige Busse nur zu bestimmten Zeiten fahren, können die Schüler trotz frühzeitigen Schulschluss länger in der Schule bleiben. Die Lehrer baten die Eltern bereits darum, den Kindern ausreichend zuckerfreie Getränke mitzugeben. Außerdem werden die Hausmeister frühzeitig in der Schule sein, um überall durchzulüften.

Eis von den Lehrern in Leisnig

An der Sigismund-Reschke-Grundschule in Leisnig gibt es keine Hitzefreiregelung, da die Schüler nur bis mittags Unterricht haben. Auch in der kommenden Hitzewelle-Woche werden sie die Schulzeiten einhalten, allerdings draußen im Grünen oder im Schulgebäude in kühleren Klassenzimmern. Für Abkühlung sorgen die Lehrer mit Eis oder Melone. Außerdem könnte es sein, dass die Schule einen Wandertag plant.

Von Olaf Büchel, Manuela Engelmann, Sebastian Fink und Nicole Grziwa

In 57 Minuten von Döbeln zum Bahnhof Dresden-Neustadt: Das ist zu schaffen, sagt Dirk Bräuer vom Institut für Regional- und Fernverkehrsplanung. Doch dann kann der Zug nicht mehr überall halten.

21.06.2019

Mehr als 48.000 Euro steckt die Gemeinde Großweitzschen in drei verschiedene Projekte. Erneuert werden mit dem Geld unter anderem die Buswendeschleifen in Redemitz und Zschörnewitz. Die Zschepplitzer bleiben jedoch mit ihrem halb fertiggestellten auf dem Trockenen sitzen.

21.06.2019

Vor fünf Jahren gründeten Maik Fischer und seine Freunde die Mannschaft Dynamo Gersdorf. Einige Zeit später gesellten sich Jugendliche dazu, die nun gemeinsam auf dem Sportplatz des Sportvereins Gersdorf trainieren.

21.06.2019