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Döbeln Die Städtepartnerschaft Döbeln-Vyskov lebt
Region Döbeln Die Städtepartnerschaft Döbeln-Vyskov lebt
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18:01 20.06.2019
20 Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Vyskov sind noch bis Freitag in Döbeln zu Gast. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

20 Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Vyskov sind seit Montag in Döbeln zu Gast. Sie sind im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel untergebracht und verbringen tagsüber viel Zeit am Lessing-Gymnasium, mit dem ihre Schule Verbindungen unterhält.

Nach einer ersten Besichtigung der Stadt Meißen am Montag standen ein Tag später ein Empfang bei Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU), ein Aufstieg auf den Rathausturm und ein Besuch im Freibad auf dem Programm. Am Mittwoch reisten die Jugendlichen nach Leipzig, am Donnerstag besuchten sie den Unterricht am Gymnasium, spielten gemeinsam mit Döbelner Schülern Bowling und luden sie abends zur Grillparty ein.

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Lauf mit Herz ist Exportschlager

Seit mehreren Jahren haben beide Schulen engen Kontakt. „Unser Lauf mit Herz in Döbeln ist in Vyskov zum Exportschlager geworden“, sagt Katrin Niekrawietz vom Lessing-Gymnasium. „Ja, wir haben euren Spendenlauf in diesem Jahr zum sechsten Mal zeitgleich mit Euch veranstaltet und konnten 130.000 Kronen für krebskranke Kinder einwerben, die in Brünn an der onkologischen Klinik behandelt werden“, sagt Ivetta Höferowa. Die Deutsch-Lehrerin aus Vyskov begleitet nicht zum ersten Mal Delegationen nach Döbeln.

Doch auch in umgekehrter Richtung funktioniert der Austausch. Erst am vergangenen Wochenende waren die A-Jugend-Fußballer des Döbelner SC mit der kompletten Mannschaft und ihrem Betreuerteam Gäste der Partnerstadt Vyskov. Auch sie begleitete Ivetta Höferowa durch ihre Stadt. Untergebracht waren die Döbelner Fußballer um ihren Trainer Holger Schmidt in modernen Quartieren direkt im Stadion. Das etwa gleich große Vyskov präsentierte sich den Döbelnern als moderne Sportstadt mit einem für internationale Wettkämpfe tauglichen Stadion, Eishalle, Sportpark, Freibad und viel Kultur und Gastronomie.

Döbeln unterhält aktuell vier Städtepartnerschaften mit Givors (Frankreich) Vyskov (Tschechien), Unna (Westfalen) und Heidenheim (Baden-Württemberg).

Die Döbelner Städtepartnerschaften

Seit Juni 1960 existiert eine freundschaftliche Beziehung zu der an der Rhone gelegenen Stadt Givors. Neu belebt wurde die Freundschaft mit der etwa 25 000 Einwohner zählenden französischen Kommune am 9. Februar 1995 nach Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde. Givors ist der Großstadt Lion nahe gelegen. Einer der zahlreichen architektonischen Besonderheiten bieten die Sternhäuser von Saint Gerald, die in Felsen eingehauen und von Terrassengärten umgeben sind.

Intensive Kontakte verbindet Döbeln mit der etwa gleich großen tschechischen Stadt Vyskov, die 1141 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Zwar wird die Freundschaft schon seit Zeiten der DDR gepflegt, doch wurde sie am 12. September 1992 auf den aktuellsten Stand gebracht. In diesem neuen Vertrag heißt es wörtlich „Ausgehend von den politischen Veränderungen diese Partnerschaft wollen wir einen kommunalen Beitrag zur Verständigung unserer Völker, zu einem dauerhaften friedlichen Zusammenleben in einem zukünftigen europäischen Haus leisten.“

Die Beziehungen zur westfälischen Stadt Unna, die am 6. August 1032 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, bestehen seit dem 17. Oktober 1989. Die deutsch-deutsche Städtepartnerschaft entstand noch vor der Wende und entwickelte sich besonders intensiv. Am 17. Juni 1995 wurde ein neuer Vertrag verfasst.

Im Jahre 1991 lernten sich Döbeln und Heidenheim am Ostrand der schwäbischen Alb kennen und kamen schnell zu der Entscheidung, eine Städteverbindung aufzubauen. Schon am 28. September 1991 war es dann soweit: die Urkunde zur Partnerschaft wurde unterschrieben. Seitdem nahmen die Verbindungen mit Hilfe der Verwaltungen, der Sport-und Kulturvereine und der Schulen an Intensität zu. So stehen zum Beispiel die Heidenheimer Adalbert-Stifter-Realschule und die Mittelschule in Döbeln-Nord „Am Holländer“ im engen Kontakt zueinander. Heidenheim hat rund 50 000 Bürger und wurde im achten Jahrhundert erstmals erwähnt.

Zuletzt besuchten die Motorradfreunde aus Heidenheim das jüngste Döbelner Stadtfest.

Von Thomas Sparrer