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Döbeln Döbeln: Drogenkriminalität setzt sich fest
Region Döbeln Döbeln: Drogenkriminalität setzt sich fest
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20:04 16.05.2019
Auf dieser Fläche (vorn) unter der Adresse Eichbergstraße 14 wird ab Juli das neue Döbelner Polizeirevier gebaut. Fertigstellung soll 2021 sein. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Ab Juli wird auf dem Areal zwischen Grimmaischer Straße und Leisniger Straße in Döbeln-West das neue Döbelner Polizeirevier gebaut. Auch die Adresse des neuen Dienstsitzes für mehr als 80 Mitarbeiter und Polizisten steht schon fest: Eichbergstraße 14. Vor dem Baustart gab es jetzt aber noch einige Umplanungen. Die waren kurzfristig notwendig, weil die Landesregierung Wort gehalten hat und die Stellen in den Polizeirevieren auch in der Fläche aufgestockt werden. Das bedeutet, dass im Polizeirevier Döbeln zusätzliche Polizisten eingestellt werden. Im Gegenzug heißt das aber auch, dass die Autobahnpolizei nicht wie geplant mit im Neubau an der Eichbergstraße einzieht. Die Autobahnpolizisten bleiben an ihrem jetzigen Standort am Döbelner Finanzamt an der Burgstraße. Das berichtete der Döbelner Revierleiter Andree Wagner am Mittwochabend beim kriminalpräventiven Rat der Stadt Döbeln, zu dem die Stadtverwaltung einmal im Jahr Vertreter von Schulen, Wohnungsgesellschaften, Institutionen und Vereinen einlädt, um das Thema Ordnung und Sicherheit zu besprechen.

Versetzungen und neue Autos

Aktuell ist die Personalnot im Döbelner Revier wegen Erkrankungen und Pensionierungen soweit behoben. Das Revier bekam fünf neue Polizisten dazu. Weitere sind angekündigt. „Wir haben bis Ende des Jahres unsere Sollstärke erreicht und sollen im nächsten Jahr zusätzliches Personal bekommen“, kündigt der Revierleiter an. „Unser Revier ist in jedem Fall handlungsfähig und es gibt speziell im Streifendienst keine Fehlstellen. Zwei neue hochmotorisierte VW Passat und zwei Transporter verstärken seit kurzem den Fuhrpark. Einer der Transporter ist aber ein längerer Fall für die Werkstatt, nachdem die Kollegen bei Leisnig eine bereits in Dresden begonnene Flucht eines Autofahrers rabiat beendet hatten. Die polizeiliche Statistik für den Revierbereich Döbeln (Stadt und Altkreis Döbeln) verzeichnet 2018 einen leichten Anstieg der Kriminalität um 39 Straftaten von 1389 (2017) auf 1428 Fälle im Vorjahr. Die Gesamtaufklärungsquote lag 2018 bei 67,1 Prozent. 2017 war sie etwas besser (71,8 Prozent).

Rauschgiftkriminalität auf hohem Niveau

Besonders die Rauschgiftkriminalität bleibt auf hohem Niveau. Von 101 auf 137 (plus 35 Prozent) stieg die Zahl der Fälle. Weil die Polizei einen sehr umtriebigen Crystaldealer aus dem Verkehr zog, war der Markt auf einmal trocken und sanken die Fallzahlen bei Crystal (minus 37 Prozent). Viele Junkies stiegen offenbar auf Cannabis als Ersatzdroge um, denn hier stiegen die Fallzahlen im Gegenzug drastisch. „Von einer Legalisierung von Cannabis rate ich jedenfalls ab. Cannabis ist laut unseren Erfahrungen eine Einstiegsdroge. Das Einstiegsalter in Döbeln liegt hier bei 16 Jahren. Bei Crystal sind es 19 Jahre. Deshalb brauchen wir nicht nur die polizeiliche Verfolgung sondern noch mehr eine wirkungsvolle Präventionsarbeit mit Schülern unter 16, damit die Leute gar nicht erst zu den Drogenwracks werden, mit denen wir es oft zu tun haben. Denn wer schwer auf Crystal ist, dem ist Strafverfolgung egal“, so der Revierleiter. 114 Täter wurden im Bereich Drogen im vergangenen Jahr ermittelt, davon 15 Jugendliche, 24 Heranwachsende, 75 Erwachsene – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2017.

Weniger Gewalt-Kriminalität

Beim Thema Gewalt- und Wirtschaftskriminalität weist die Statistik rückläufige Zahlen aus. Die Straßenkriminalität stieg von 190 (2017) auf 207 Fälle an. Die Zahl der Sachbeschädigungen vom „Entglasen“ eines Buswartehäuschens bis zum Baumabsägen unter zerstrittenen Nachbarn lag bei 168 (plus 2,4 Prozent). Brandstiftungen gab es elf. Die Zahl der Diebstähle stieg um 1,9 Prozent auf 421 Fälle. Der Anteil der Laden- und Gelegenheitsdiebstähle sank dabei von 234 auf 220. Bei schweren Diebstählen 201 (plus 12,3 Prozent) und Rohheitsdelikten wie Raub, räuberische Erpressung gab es Zuwachs um 16 Prozent auf 210 Fälle. Diese Delikte finden aber zumeist von der Öffentlichkeit unbemerkt in der Szene, etwa im Drogenmilieu, statt. Die Zahl der Graffitischmierereien meist mit politischem Hintergrund stieg um 58 Prozent auf 46 Fälle. Insgesamt sei Döbeln nach wie vor ein sicheres Pflaster und liegt die Zahl der Straftaten unter sächsischem Durchschnitt.

Sexueller Missbrauch

2018 wurden 651 Tatverdächtige im Raum Döbeln ermittelt (plus 3,2 Prozent). 75 Prozent der Straftäter sind männlich, 19 Prozent Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten (2017: 15 Prozent). Der Anteil nichtdeutscher Straftäter lag bei knapp einem Achtel (80 Tatverdächtige, 12,3 Prozent). 2017 waren es noch 91 nichtdeutsche Tatverdächtige (14,3 Prozent). Besonders unschön: Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg 2018 um 54 Prozent auf 17 Fälle an. Darunter fünf Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Spektrum von Aufforderungen zum Entblößen per Messengerdienst bis zu Tätlichkeiten. 94 Prozent der Fälle sind aufgeklärt, bei Kindern 100 Prozent. Die Täter wurden zumeist im familiären und näheren Umfeld der Opfer ermittelt.

Von Thomas Sparrer

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