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Döbeln Döbeln: Helfende Hand macht lange Finger – Asylbewerber wegen Diebstahls vor Gericht
Region Döbeln Döbeln: Helfende Hand macht lange Finger – Asylbewerber wegen Diebstahls vor Gericht
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Das Amtsgericht Döbeln verhandelte die Anklage gegen einen 40-Jährigen wegen Diebstahls. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Döbeln

Ein dreister Diebstahl beschäftigte Strafrichter Janko Ehrlich im Amtsgericht Döbeln am Montag. Ein in Libyen geborener Mann soll am 8. Juli 2017 einer Mittfünzigerin aus Döbeln ihren Tablet-Computer aus der Wohnung geklaut haben. Dorthin gelangte er, so Staatsanwalt Thomas Fischer, weil er der Frau half, ihre Einkäufe in die Wohnung zu bringen. Wert der Beute: 100 Euro. Da die Frau das Tablet aber laut Mobilfunkvertrag mit monatlich fünf Euro abzahlt, dürfte dessen tatsächlicher Wert 220 Euro betragen, eine zweijährige Vertragslaufzeit vorausgesetzt.

Hilfe aufgenötigt

„Es ist nicht richtig, er hat niemals einer Frau geholfen, Sachen nach Hause zu tragen und hat die Tat nicht begangen“, übersetzte der Dolmetscher die Einlassung des Angeklagten, der sich auf arabisch artikulierte. „Er hatte mir schon am Edeka geholfen, meine Einkäufe zu verstauen. Später habe ich ihn wieder getroffen, er hat mich nach Hause begleitet, dann nach meinem Trolley gegriffen, um ihn heraufzutragen“, schilderte die Geschädigte die verhängnisvolle interkulturelle Begegnung. So wie sie das erzählte, schien ihr der Angeklagte gar keine Wahl gelassen zu haben, hat ihr seine Hilfe förmlich aufgenötigt, darauf bestanden, den Trolley unbedingt in die Wohnung zu schaffen. „Dort lag mein Tablet auf dem Tisch. Er war ruckzuck in der Stube, bevor ich sagen konnte: Danke für das Herauftragen, Sie können jetzt gehen“, sagte die Zeugin. Als er gegangen war, merkte sie, dass ihr Computer fehlte. Die Frau konnte dem Gericht schildern, wie der Angeklagte an diesem Tag gekleidet war: Er habe ein türkises T-Shirt angehabt und einen Hut auf dem Kopf. Als die Polizei später im Asylheim nachschaute – die Geschädigte hatte den Diebstahl nicht so einfach hingenommen, sondern den Dieb erst selbst verfolgt und später die Polizei gerufen – fanden die Beamten den Hut im Mülleimer und das T-Shirt im Zimmer des Mannes. Dazu den Beutel, den er dabei hatte, als er der Frau erst half und sie dann bestahl. Die Beute jedoch blieb unauffindbar.

Keine Schuldeinsicht

„Das kann alles kein Zufall sein“, sagte Richter Ehrlich, der den 41-Jährigen des Diebstahls schuldig sprach und ihn zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu zehn Euro verurteilte. 100 Euro Wertersatz hat er laut Urteil ebenfalls zu leisten. „Sie haben von Anfang die Absicht gehabt, in die Wohnung zu gelangen, um dort zu klauen. Sie haben die Gebrechlichkeit der Geschädigten ausgenutzt, aber nicht damit gerechnet, dass sie so taff ist und sich zur Wehr setzt“, sagte Richter Ehrlich. Die Tatsache, dass der Angeklagte zur Tatzeit angetrunken war und etwa ein Promille Alkohol im Blut hatte, berücksichtigte er nicht strafmildern.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte bringt bereits eine Verurteilung des Amtsgerichtes Chemnitz mit, dass ihn ebenfalls wegen Diebstahls zu 90 Tagessätzen á zehn Euro verdonnert hat. Auch dies sei Unrecht, sagte der Angeklagte. Er habe außerdem gar kein Geld, um die Strafen zu bezahlen. Dann wird er halt sein Zimmer in der Asylunterkunft mit einer Gefängniszelle tauschen müssen und die Geldstrafen absitzen.

Von Dirk Wurzel

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