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Döbeln Döbeln: In weniger als einer Stunde mit dem Zug nach Dresden
Region Döbeln Döbeln: In weniger als einer Stunde mit dem Zug nach Dresden
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15:43 21.06.2019
Mit rund 50 Gästen war das Donnerstagsgespräch im ehemaligen Ostbahnhof Döbeln zum Thema „Mit der Bahn nach Dresden“ gut besucht. Quelle: Olaf Büchel
Region Döbeln

Einen besseren Ort hätte Döbelns SPD-Landtagsabgeordneter Henning Homann für sein Donnerstagsgespräch zum Thema „Mit der Bahn nach Dresden“ nicht auswählen können. Seiner Einladung in die ehemalige Wartehalle des Döbelner Ostbahnhofs – dem heutigen Veranstaltungsraum des Burger Cafés – waren zahlreiche Besucher gefolgt. Einmal mehr ging es um das Wiederbeleben der Personenzug-Verbindung Döbeln-Dresden. Die Fahrt ist unter einer Stunde zu schaffen, erklärte ein Verkehrsexperte.

„Alleine schaffe ich das nicht“

Bevor es in die Details ging, machte Homann deutlich, weshalb er für diesen Abend die politische Konkurrenz eingeladen hatte. Denn mit ihm saßen Landtagskandidat Dr. Rudolf Lehle (CDU), Grünen-Fraktionschef im Landtag Wolfram Günter sowie Rolf Zeltmann von den Linken im Podium. „Mir geht es um die Sache, mir geht es um die Region. Und alleine schaffe ich das nicht. Ein Projekt, wie eine neue Zugverbindung von Döbeln über Roßwein nach Dresden braucht viel Beharrlichkeit, Kraft und Verbündete“, sagte Homann. Man könne nicht einfach mit dem Finger schnippen und schwups, sei der Personenzug wieder da, so der SPD-Mann, der die Debatte um das Vorhaben gern „versachlichen“ möchte. Eines stehe für ihn zudem fest: „Wir wollen nicht wieder eine solche Zugverbindung nach Dresden, wie wir sie schon einmal hatten. Denn dann werden die Wagen genauso leer sein, wie sie es zuletzt waren.“

Zug kann nicht überall halten

Was machbar ist und was nicht, dass erläuterte auf Fragen vom Roßweiner Eisenbahn-Verfechter Torsten Stein der Verkehrsexperte Dirk Bräuer vom Institut für Regional- und Fernplanung aus Dresden, der Auszüge aus der überarbeiteten Machbarkeitsstudie „Regional-Express-Konzept Döbeln-Dresden“ vorstellte. Die wichtigsten Punkte: Montag bis Freitag soll der Zug im Stundentakt von 5 bis 22 Uhr fahren, am Wochenende im Zwei-Stundentakt. Die Fahrzeit soll knapp unter 60 Minuten bis zum Bahnhof Dresden-Neustadt und bei 70 Minuten bis zum Dresdner Hauptbahnhof liegen. Das sei nur zu schaffen, wenn der Zug nur an größeren Stationen, wie Döbeln-Ost, Roßwein, Nossen, Meißen und Coswig hält. Umgesetzt werden soll das Ganze ohne größere Bauarbeiten, um die Verbindung nicht erst in zig Jahren realisieren zu können. Deshalb seien auch Zuggeschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometer vorgesehen und nicht bis zu 160. „Die Fahrgastprognose für diese Variante überbietet die Mindestanforderungen, die für die Finanzierung von ÖPNV-Projekten notwendig sind“, machte Dirk Bräuer Hoffnung. Sein Fazit: Nach dem Konzept wäre die Verbindung „schnell und reinen Gewissens“ fahrbar.

Vorlauf von bis zu zwei Jahren

Zum Glück sei die Strecke nach Meißen nicht stillgelegt. Trotzdem gelte es laut Bräuer formale Dinge zu beachten, wie ein Verkehrsunternehmen zu finden, das fährt, entsprechende Leistungen auszuschreiben, den Fahrplan anzumelden... „Erfahrungsgemäß ist dafür ein Vorlauf von ein bis zwei Jahren erforderlich. Eckart Sauter, Chef der Nossen Riesaer Eisenbahn Compagnie, die die Strecke betreibt, dämpfte zudem die zeitlichen Erwartungen. Die Stellwerktechnik der Strecke müsse wegen Investitionsstau umfangreich modernisiert werden. „Selbst wenn jetzt sofort Geld dafür da wäre, dauert das Jahre.“ Noch mehr Sorgen macht sich Sauter wegen des benachbarten Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), der für das Projekt mit im Boot sitzen muss. „Der möchte das gar nicht, dass auf der Strecke wieder Personenzüge fahren. Es ist deshalb ein unglaublicher politischer Druck notwendig.“

Politiker aus Region sind sich einig

Zumindest die am Donnerstag anwesenden Politiker aus der Region sind sich einig, diesen Druck ausüben zu wollen. „Wir brauchen die Bahn, um den ländlichen Raum voranzubringen“, sagte Dr. Rudolf Lehle. Durch Energie- und Verkehrswende seien die Chancen dafür jetzt andere, als noch vor ein paar Jahren. Wolfram Günter freute sich, „dass jetzt alle für die Bahnverbindung sind. Denn ihre Abbestellung vor Jahren kam ja nicht einfach so über uns. In der Zeit hat auch jemand regiert.“ Für ihn wichtig: die Fahrzeit muss sich lohnen und der Zubringerverkehr muss passen.

Ganz schneller Paradigmenwechsel

Besucher der Runde, wie Sven Weißflog aus Döbeln, forderten, dass es sehr schnell einen Paradigmenwechsel geben muss. „Weitere Autobahnspuren auf der A4 bringen nichts. Wir brauchen die Bahn, ganz schnell. Die vielen Verbünde in Sachsen sind da nur ein hinderlicher Kropf.“ Dass die Infrastruktur entlang der Gleise in Form der Bahnhöfe völlig im Eimer ist, darauf verwies Andreas Riethig. Und Matthias Gröll appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen: „Wenn wir den ÖPNV wollen, müssen wir mit Bus und Bahn auch mitfahren. Wie wäre es mit autofreien Sonntagen in unserer Region?“

Von Olaf Büchel

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