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Döbeln Döbeln: Inder schubst Verkäuferin und haut in geklauten Schuhen ab
Region Döbeln Döbeln: Inder schubst Verkäuferin und haut in geklauten Schuhen ab
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13:57 15.08.2019
Ein Inder stand wegen räuberischen Diebstahls vor Gericht. Er hatte die geklauten Turnschuhe gleich angezogen. Quelle: dpa
Döbeln

Seit fünf Jahren lebt Karmal K. in der Bundesrepublik. Deutsch kann er aber nicht. Weil er im Döbelner Asylheim Probleme machte, kam er ins Heim nach Mobendorf. Von dort fuhr er öfters nach Döbeln, wohl hauptsächlich zum saufen. Traf sich hier zum Beispiel mit seinem Landsmann Gurminder J., der ebenfalls ein Alkoholproblem hat und derzeit im Gefängnis sitzt. Aber auch K. machte wieder Probleme, wenn er in Döbeln war. Die Polizei kann ein Lied davon singen. Als räuberischer Turnschuhdieb fiel K. laut Anklage am 28. August vergangenen Jahres im Kaufland auf. Räuberisch deshalb, weil er Gewalt anwendete, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu halten. Bei einem Jahr Haft beginnt hier der Strafrahmen, in minder schweren Fällen bei sechs Monaten. Das ist aber noch nicht alles. K. fiel zudem als Ladendieb im Henwi auf. Gegen die Polizisten, die ihn vorläufig festnehmen wollten, wehrte er sich. Diebstahl und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte kam noch dazu an Anklagepunkten.

Alte Hauslatschen gegen Markenschuhe getauscht

„Meine Kollegin sagte ihm, er soll die Schuhe bezahlen. Da schubste er sie“, sagte eine Kaufland-Mitarbeiterin als Zeugin aus. Sie spielte mit der Justizwachtmeisterin der JVA Dresden im Gericht auch gleich nach, wie sich das abspielte. Karmal K. kam in Ketten zum Amtsgericht, weil er seine letzte Verhandlung schwänzte und das Gericht einen Sitzungshaftbefehl erlassen hatte. Das kleine Schauspiel zeigte, dass K. keine große Gewalt anwendete, um mit seiner Beute abhauen zu können. Die Verkäuferin stand schräg hinter ihm, hatte den Arm ausgestreckt, damit K. nicht durchkam. Diesen Arm stieß er weg. Die Betroffene bestätigte diesen Ablauf. „Eine Kundin hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Ausländer Schuhe austauscht“, sagte die Frau. Als sie nachsah, entdeckte sie im Karton ein paar alte Hausschuhe, die wohl der Inder dort reingelegt hatte. An den Füßen hatte der die neuen Addidas-Schuhe für 35 Euro. Er selbst hatte gesagt, ihm seien bei einem Zechgelage Schuhe und Rucksack weggekommen, weshalb er sich im Kaufland ein Paar neue angezogen hatte, sich aber nicht weiter erinnern könne – der Alkohol... .

Geklautes T-Shirt im Hosenbund

Nach dem Vorfall riefen nicht nur die Kaufland-Mitarbeiterinnen die Polizei. „Wir wurden gerufen, weil ein es Bürgerbeschwerden über einen ausländischen Mitbürger gab, der betrunken in der Innenstadt pöbelte“, sagte ein Polizeioberkommissar des Reviers Döbeln. Der 39-Jährige traf gemeinsam mit seiner Streifenkollegin K. schließlich im Henwi an. Die Beamten kannten ihn bereits aus früheren Einsätzen, wussten, dass er meistens alkoholisiert ist. Im Henwi bemerkte der Beamte bei K. „eine markante Ausbeulung in dessen Hose, die wahrscheinlich nicht seinem männlichen Geschlecht entsprach.“ So zog der Polizist K. ein gestohlenes T-Shirt aus dem Hosenbund. Dann wehrte sich der Dieb gegen die Festnahme.

Staatsanwalt wollte Inder eingesperrt wissen

Das Schöffengericht sprach den Inder des räuberischen Diebstahls im minder schweren Fall sowie des Diebstahls und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig. Es verhängte zehn Monate Haft mit Bewährung als Gesamtstrafe. Staatsanwalt Klaus Steffan hatte 15 Monate Haft beantragt, Verteidiger Carsten Forberger neun Monate mit Bewährung.

Urteil rechtskräftig

„Finger weg vom Alkohol und hinsetzen und deutsch lernen“, gab Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichts, dem Inder noch mit auf den Weg. „Sollten sie irgendwo in Deutschland wieder Straftaten begehen, widerrufe ich die Bewährung.“Weil die Gewalt beim räuberischen Diebstahl nur gering war, die Geschädigte nicht verletzt wurde, nahm das Gericht hier einen minder schweren Fall an und konnte mit dem Strafmaß unter einem Jahr Haft bleiben. Bewährung gab es auch, weil der Angeklagte bisher noch nicht vor Gericht stand, ihn die Justiz für mehrere Diebstähle per Strafbefehl verurteilt hatte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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