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Döbeln Döbeln: Kahlschlag an der Bundesstraße
Region Döbeln Döbeln: Kahlschlag an der Bundesstraße
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18:03 22.01.2020
Ziemlich gründlich hat die Straßenmeisterei Bäume und Büsche an Böschungen entlang der B 169 zwischen Döbeln und Ostrau abgeholzt. Quelle: Olaf Büchel
Döbeln

Mit schwerem Gerät rückte die Straßenmeisterei in den zurückliegenden Tagen an der B 169 an. Das Ziel war, Bäume, Büsche und Sträucher an Böschungen entlang der Bundesstraße zwischen Döbeln und Ostrau abzuholzen. Der Eingriff war erheblich. Damit genug Platz für die Arbeit mit den Geräten und Maschinen war – das Holz wurde zum Teil gleich vor Ort geschreddert – erfolgte Abschnitts- und zeitweise eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße. Durch eingesetzte Ampeln gab es Verkehrsbehinderungen.

Muss das sein?

Da sie an den Ampeln warten mussten, bestand für die Kraftfahrer zwangsläufig die Gelegenheit, sich die Rodungs- und Fällarbeiten genauer anzusehen. Etliche fragten sich dabei, ob ein derartiger Kahlschlag tatsächlich sein muss. Dazu gehört auch Winfried Schneider aus Döbeln, der sich wegen der massiven Abholzung an die DAZ wendete. „Welcher Sinn steckt dahinter? Ist das eine sinnlose Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder muss schnell übrig gebliebenes Geld ausgegeben werden?“, spitzt Schneider fragend zu.

Vögel können wegfliegen

Dahinter stecken aber ganz konkrete Anliegen des Döbelners, die den Umwelt- und Klimaschutz betreffen. „Die Büsche und Bäume waren doch ein ideales Rückzugsgebiet für Vögel und bestimmtes Niederwild“, gibt er zu bedenken. Das eigentlich für Bundesstraßen zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) verweist in diesem Fall an den Landkreis, dem die Straßenmeisterei untersteht, die die Arbeiten ausgeführt hat. „Da die Arbeiten abschnittsweise erfolgen, besteht für Vögel immer die Möglichkeit des Rückzuges in angrenzende Grünflächen. Das Niederwild ist eher eine Gefahr im Straßenrandbereich und somit dient die Beseitigung der Rückzugsräume eher dem Schutz des Wildes und des Verkehrsteilnehmers“, erklärt Cornelia Kluge, Pressereferentin des Landratsamtes Mittelsachsen.

Pflegerhythmus etablieren

Den Fast-Kahlschlag in einigen Bereichen begründet die Behörde damit, dass es zu Wildwuchs kam, der bis in den Straßenraum reichte. Das Verschneiden des so genannten Lichtraumes in der Vergangenheit habe zu Verholzungen geführt. Da sich die Bäume und Büsche an den Böschungen befanden, seien Standsicherheitsbetrachtungen zu groß gewachsener Gehölze ebenfalls Entscheidungskriterien gewesen. „Um für diese Bereiche einen fachgerechten Pflegerhythmus zu etablieren, müssen bestehende Gehölze auf Stock gesetzt beziehungsweise komplett entfernt werden. Diese Maßnahmen sollen Ausschläge aus den verbliebenen Bodenwurzeln ermöglichen. Gegebenenfalls sind Nachpflanzungen erforderlich“, informiert Cornelia Kluge.

Verkehrssicherheit geht vor

„Der Bewuchs bildete Schutz vor Wind und vor Schneeverwehungen. Zudem binden auch Büsche, Sträucher und kleine Bäume Kohlendioxid“, führt Winfried Schneider angesichts der aktuellen Klimaschutzdebatte als weitere Argumente. Dazu heißt es aus dem Landratsamt: „Windschutz sollte im Bedarfsfall über geeignetere Maßnahmen realisiert werden. Schneeschutz sollte entfernter von der Fahrbahn aufgestellt werden, um entsprechende Wirkungen zu erzielen.“ Bei so großen Maßnahmen würden Abwägungen, die den Natur- und Klimaschutz betreffen, durchaus eine Rolle spielen. Aber, so Pressereferentin Kluge: „In erster Linie steht die Verkehrssicherheit. Und die war dort in vielen Bereichen nicht mehr gegeben.“

Von Olaf Büchel

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