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Döbeln Döbeln: Neue Spieltiere schon beschmiert
Region Döbeln Döbeln: Neue Spieltiere schon beschmiert
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13:03 02.11.2018
Die minimalistischen Betontiere und die neuen Klangschalen im Stadtzentrum waren jetzt das Ziel von Schmierfinken. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Eine Klagschale aus Beton steht seit vergangener Woche auf der Fronstraße. Sie gehört zu den letzten Investitionen der Stadtsanierung. So auch die Spieltiere, die ebenfalls unbekannte Täter verunzierten. An den Tieren setzten die Schmierer Gesichtspartien wie Nase und Augenhöhlen farblich ab, die Klangschale beschmierten sie an der Außenseite mit einem sinnlosen Schriftzug, in die hohle Innenseite malten sie ein Gesicht. In den sozialen Netzwerken im Internet bringen die Leute bereits ihre Empörung über diese Art des Vandalismus zum Ausdruck.

Auch die Klangschale beschmierten die Täter Quelle: Sven Bartsch

Strafrechtlich dürfte es sich um gemeinschädliche Sachbeschädigung handeln. Eine solche begeht, wer „Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen, beschädigt oder zerstört“ oder wer deren Erscheinungsbild unbefugt erheblich und dauerhaft verändert. Schmierereien mit schwer löslicher Farbe erfüllen dieses Kriterium. Darum stehen auch hin und wieder mal Graffiti-Sprüher vor Gericht.

Ob die Schmierfinken von der Fronstraße vor Gericht landen, ist derzeit ungewiss. Dazu muss die Polizei erstmal Tatverdächtige finden. Angezeigt hat die Stadt die Sachbeschädigung bereits, sagt André Rydzyk, stellvertretender Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz. „In der vergangenen Woche ging eine schriftliche Anzeige wegen Sachbeschädigung ein“, so der Polizeisprecher auf Nachfrage der DAZ. „Insgesamt waren drei Objekte betroffen. Ein Hund, eine Katze und die Klangschale. Die Mitarbeiter des Stadtbauhofes haben diese weitgehend gereinigt. Alles ließ sich aber nicht entfernen“, sagt Rathaussprecher Thomas Mettcher auf Nachfrage der DAZ.

Der Hund hat auch Farbe abbekommen. Quelle: Sven Bartsch

Insgesamt zehn dieser recht minimalistisch gestalteten Betontiere hat die Stadt vor gut einem Jahr aufstellen lassen. Zum Paket gehören auch Federtiere zum Schaukeln und eine größere Spielanlage für kleinere Kinder im Braunschen Garten. Für rund 90 000 Euro hatten die Stadträte die Innenstadt auch zum Kinderspielzimmer machen wollen. Das Geld dafür stammt unter anderem aus den Sanierungsbeiträgen der Grundstückseigentümer im Sanierungsgebietes Innenstadt. 28 Jahre lang wurden 14 Millionen Euro Fördermittel, zu je einem Drittel von Stadt, Bund und Land finanziert, unter die Leute gebracht. Damit wurden im öffentlichen und privaten Bereich rund 100 Millionen Euro Investitionen in Döbelns Innenstadt angeschoben. Das Sanierungsgebiet wurde in der jüngsten Stadtratssitzung förmlich per Beschluss aufgehoben. Jetzt wird abgerechnet und von der SAB geprüft. Auf den Wertzuwachs müssen die Grundeigentümer im Nachgang einen Abschlag bezahlen. 248 Grundstückseigentümer hatten bereits 2011/12 diese fälligen Sanierungsbeiträge gegen einen Rabatt vorzeitig bezahlt. So war dieses Geld noch für die 21 Hektar große Döbelner Innenstadt und für die Spielgeräte nutzbar.

Von Dirk Wurzel & Thomas Sparrer

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