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Döbeln Döbeln: Vier junge Leute rocken jetzt den Karosseriebauer RKB
Region Döbeln Döbeln: Vier junge Leute rocken jetzt den Karosseriebauer RKB
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17:35 19.12.2017
Das neue Führungsteam von RKB in Döbeln: Fertigungsleiter Michael Dietrich, Geschäftsführer Dirk Hartmann, Servicechef Erik Roespel und Controller Patrick Taube. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Döbeln

Der Sanierungsprozess im Karosseriewerk Döbeln läuft auf vollen Touren und nach ganz klaren Linien. „Wir haben hier mehr Hausaufgaben vorgefunden als erwartet. Doch wir kommen sichtbar voran und wollen vielleicht schon nächstes Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben“, sagt Geschäftsführer Dirk Hartmann . Nach fünf Jahren in der Insolvenz hat der Dresdner Unternehmer die RKB Karosseriewerk Döbeln GmbH im Frühjahr gekauft. Was anfangs als Beteiligung geplant war, hat sich für den 45-Jährigen mittlerweile zu einer neuen ganz großen Aufgabe und zu einem Fulltime-Job entwickelt. „Wenn alles so weiter läuft und wir den vorgefundenen Investitionsstau zügig abbauen können, dann will ich 2029 hier in Döbeln mit den Mitarbeitern das 100-jährige Bestehen des Unternehmens feiern“, kündigt er an.

Der gelernte Maurer hatte nach seinem Ingenieurstudium 2001 sein eigenes Ingenieur- und Sachverständigenbüro in Dresden gegründet und ein Dienstleistungssystem für das Schadensmanagment von Sach-, Haftpflicht- und Kfz-Schäden entwickelt, das heute weltweit Standard ist. Aus dem Ein-Mann-Unternehmen wurde so ein 100-Mann-Betrieb. 2014 verkaufte er das Unternehmen an den amerikanischen Marktführer und arbeitete zwei Jahre im Europageschäft für das Unternehmen. Nach einem Sabbatical-Jahr mit seiner Familie gründete er die Maintopper Invest GmbH und suchte nach Firmen in denen sein Wissen und Kapital investieren konnte. Bei RKB wurde er fündig.

Doch der Sanierungsprozess ist aufwendiger. Von den übernommenen 110 Mitarbeitern vom März 2017 sind noch 75 im Unternehmen. „Vieles musste umstrukturiert werden.. Ich musste erstmals in meiner unternehmerischen Tätigkeit gute Leute entlassen. Das hat keinen Spaß gemacht, war aber notwendig“, sagt Dirk Hartmann. Der große Onkel aus Dresden, der das Portmonaie aufmacht, entpuppte sich als jemand der auf die Noten guckt, sagt er über die erste Zeit. Als erstes verordnete er dem Unternehmen eine klare Linie mit Konzentration auf das Kerngeschäft, den Sonderfahrzeugbau . Das Geschäft mit den Karosseriereparaturen für Privatkunden, das viele Döbelner seit vielen Jahren mit dem Karosseriewerk verbinden, wurde eingestellt. „Das war unpopulär. Doch 80 Prozent dieser Aufträge waren nicht kostendeckend. Überhaupt hat RKB mit über 100 Mitarbeitern zwar acht Millionen Umsatz aber dennoch Verlust erwirtschaftet. Um die 75 Arbeitsplätze zu sichern, brauchte es eine andere klare Linie und eine Besinnung auf das Kerngeschäft. Wir sind ein Fahrzeugbauer und bauen deshalb keine Boote, Treppen oder sonst etwas“, so Hartmann.

An jedem Arbeitstag verlassen etwa zwei Sonderfahrzeuge den Betrieb an der Stockhausener Straße. 360 bis 400 Fahrzeuge sind es pro Jahr, die RKB aufbaut. Darunter Sonderfahrzeuge wie aktuell Garderoben- und Maskenfahrzeuge für Filmcrews, Einsatzleitwagen für Feuerwehren. Rettungswagen, Geldtransporter oder Kommunalfahrzeuge. Ein zweites großes Segment sind Fahrzeuge für Paketdienste, ein drittes sind Markt- und Verkaufsfahrzeuge.

Das Unternehmen führt Dirk Hartmann nicht allein, sondern im Führungsteam. „Wir sind vier Jungs, die RKB rocken“, sagt er. Erik Roespel leitet das Qualitätsmanagent, Michael Dietrich, der vor 13 Jahren als Lehrling bei RKB begann, ist Fertigungsleiter. Vierter im Quartett ist Patrick Taube, der sich um die Bereiche IT und Controlling kümmert.

Jetzt werden alte Gebäude abgerissen, neue Hebebühnen, Schweißroboter und Kompressoren angeschafft. Die Klebehalle, wo die Kofferaufbauten als Kernprodukt hergestellt werden, wird 2018 das größte Projekt. „Wir sind auf einem guten Weg unser Betriebsergebnis zu verbessern und peilen 2018 acht Millionen Euro Umsatz an“, sagt Dirk Hartmann. Doch auch die Mitarbeiter spüren nicht nur frischen Wind sowie klare Verantwortlichkeiten und Leitungsstrukturen – für sie gab es etwas Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein Gesundheitsbonus wurde eingeführt und ein Prämiensystem für Leute, die Mitdenken.

Von Thomas Sparrer

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