Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Döbelner Dealer liefert Meth bis Waldheim
Region Döbeln Döbelner Dealer liefert Meth bis Waldheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:20 26.09.2019
Ein Döbelner hat Crystal verkauft und davon seinen Lebensunterhalt bestritten. Für Unterkunft und Verpflegung des jungen Mannes sorgt die nächsten Jahre jetzt der Staat. Quelle: Archiv
Waldheim/Döbeln/Chemnitz

Mindestens 75 Jahre müsste ein Döbelner in den Knast, wenn wir hier US-amerikanische Verhältnisse im Strafrecht hätten. Denn wegen 75 einzelner Drogen-Straftaten, für die das Betäubungsmittelgesetz mindestens ein Jahr Haft vorsieht, stand der Mann jetzt in Chemnitz vor Gericht. Bei den US-Amerikanern wird einfach zusammengezählt, in Deutschland bilden die Gerichte eine Gesamtstrafe. Da gibt es kräftige Rabatte. „Sonst hätten wir mehr Haftanstalten als Wohnungen“, sagte Richterin Jacqueline Neubert am Donnerstag im Amtsgericht Chemnitz. Das Schöffengericht unter ihrem Vorsitz verhandelte die Anklage gegen den Mittzwanziger aus Döbeln.

Gerichtsbekannter Kundenkreis

Er hatte 2018 einen schwunghaften Handel mit Crystal und Cannabis betrieben. Bezogen hat er den Stoff von einem gesondert verfolgten Mann aus Colditz. Einen Teil des Rauschgiftes nahm er selbst, den anderen verkaufte er weiter  in Döbeln und Waldheim. Das Gericht rechnete aus, dass er damit 11.783 Euro „verdiente“. Zu seinem Kundenkreis gehörten Personen, von denen etliche gerichtsbekannt sind.

Deal mit Dealer

Die Polizei kam dem Mann auf die Spur, hörte sein Telefon ab, durchsuchte die Wohnung. So kamen genügend Beweise zusammen. „Es ist so, dass der Herr aus Colditz der Ansprechpartner meines Mandanten  für das Methamphetamin war“, sagte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der den 25-Jährigen verteidigte. Er hatte mit Gericht und Staatsanwaltschaft in einer Verfahrensabsprache einen möglichen Strafrahmen für ein Geständnis ausgehandelt. Zwischen zweieinhalb und drei Jahre Haft hatte das Gericht zugesichert, das sozusagen einen Deal mit dem Dealer machte. „An die einzelnen Verkäufe kann sich mein Mandant aber beim besten Willen nicht mehr erinnern“, sagte der Verteidiger.

Freundin nach Geburt clean

Sein Mandant kommt eigentlich aus geordneten Verhältnissen. Aber in der Berufsschule fing er an, Drogen zu nehmen, brach die Lehre deswegen ab. Seine Freundin hatte selbst Crystal genommen – bis zur Geburt ihres Kindes. „Sie hat es geschafft, damit aufzuhören, ich nicht“, sagte der Angeklagte dazu. „Ich hatte keine Arbeit, wollte aber auch kein Hartz IV“, sagte er über den Grund, mit Drogen zu handeln.

Justiz ist nicht blind

Das Gericht hielt ihm sein Geständnis zugute und auch die Ehrlichkeit, wie er mit dem Gutachter unbeschönigt über seine Sucht sprach. „Da hören wir hier ganz andere Geschichten von Leuten, die angeblich weg von den Drogen sind und die wir dann wieder sehen“, sagte die Vorsitzende, als sie das Urteil des Schöffengerichts begründete: zwei Jahre und neun Monate Haft als Gesamtstrafe. „Sie haben wohl geglaubt, die Justiz ist auf beiden Augen blind, als sie wieder mit Drogen handelten, während der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt ist. Und dann werden Sie erwischt – dümmer kann es nicht laufen“, benannte die Vorsitzende eine Geschichte, die das Gericht zu Lasten des Angeklagten wertete.

Drogengeld soll an den Staat gehen

Der Mann muss zudem das Drogengeld an die Staatskasse zahlen. Das Gericht ordnete 8.989 Euro Wertersatz ein. Es hat von der ursprünglichen Summe Beträge abgezogen, welche die Polizei gefunden und sichergestellt hatte. Auf die volle Summe Drogengeld ohne Abzüge müsste der Mann eigentlich noch Steuern zahlen. Denn laut Abgabenordnung ist es für die Steuerpflicht egal, ob Einnahmen mit illegalen Geschäften wie Drogenhandel erzielt worden sind.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Haftbefehl bleibt in Kraft – Wiederholungsgefahr. Seit zwei Wochen sitzt der 25-Jährige in Untersuchungshaft. Zwar ist er schon länger drin, hat aber bisher größtenteils Geldstrafen abgebrummt. Die letzte gab es am Amtsgericht Döbeln, auch wegen eines Drogendeliktes.

Von Dirk Wurzel

Während noch nicht klar ist, wie es mit der nun noch mehr als zuvor ramponierten, inoffiziellen Umleitungsstrecke weitergeht, herrscht auf anderer Strecke nun Klarheit. Ab Freitag kann der Verkehr zwischen Niederstriegis und Grunau wieder rollen. Endgültig abgenommen wird die Baumaßnahme jedoch noch nicht.

26.09.2019

Roßweins Verschönerungsaktion wird auf Niederstriegis ausgedehnt. Der Ortschaftsrat beschloss, im Oktober ebenfalls Blumenzwiebeln in die Erde zu bringen. Die Pflanzen spendiert die Stadt.

26.09.2019

Am Friedhofsgässchen soll eine Bruchbude verschwinden. Die Stadt will dem Eigentümer helfen und mit Fördergeld unterstützen. Das Projekt muss allerdings noch durch den Stadtrat.

26.09.2019