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Döbeln Döbelner Firma kann neue Muldebrücke an der Schillerstraße bauen
Region Döbeln Döbelner Firma kann neue Muldebrücke an der Schillerstraße bauen
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21:05 14.02.2019
Viele Aktenordner umfasst das Projekt 2. Muldequerung Döbeln. Jetzt wird es endlich Realität.
Viele Aktenordner umfasst das Projekt 2. Muldequerung Döbeln. Jetzt wird es endlich Realität. Quelle: Wolfgang Sens (Archiv)
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Döbeln

Die letzte wichtige Weiche für den Bau der neuen Muldebrücke in Verlängerung der Schillerstraße hat der Stadtrat von Döbeln am Donnerstagabend gestellt. Er hat einstimmig den Zuschlag für die Bauhauptleistung erteilt. Den erhält die Firma Bau Logistik Döbeln. Das Unternehmen hatte bei insgesamt neun Bietern mit rund 3,78 Millionen Euro das wirtschaftlichste Angebot für den städtischen Anteil des Bauvorhabens abgegeben.

Kein Aprilscherz

Baustart für die Brücke Schillerstraße/Sörmitzer Straße soll der 1. April sein, die Fertigstellung ist für Ende November des nächsten Jahres geplant. „Seit fast 100 Jahren wird am Vorhaben einer zweiten Muldequerung gewerkelt. Sie können stolz sein, dass sie diese mit auf den Weg gebracht haben“, sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) an die Stadträte gewandt. Am 6. Mai, so Egerer, soll es „eine kleine Aktion“, eine Art Spatenstich, geben.

Zehn Eidechsen umgesiedelt

Im Mai 2015 hatte der Planfeststellungsbeschluss für den Bau vorgelegen. Im Mai 2018 gab es den Fördermittelbescheid, der eine 90-prozentige Förderung zusichert. Außer archäologischen Grabungen gab es auch bereits Vorarbeiten für den Naturschutz – so erfolgte die Umsiedlung von zehn Zauneidechsen.

„Ich freue mich sehr, dass wir den Zuschlag bekommen haben. Vor allem weil es Arbeitsplätze in der Region sichert und unsere Mitarbeiter eine weitere Baustelle hier vor Ort haben“, sagte Sven Weißflog von der Firma Bau Logistik. Da der Bauunternehmer selbst im Stadtrat sitzt, verließ er bei der Abstimmung wegen Befangenheit den Ratssaal. Seine Firma baut bereits die Zschopaubrücke der B 175 bei Schweta (Beitrag unten).

Doppelhaushalt beschlossen

Vor dem „Brückenbeschluss“ hatten die Stadträte den ersten Doppelhaushalt in der Geschichte Döbelns verabschiedet. Der Etat gilt für dieses und das nächste Jahr und hat mit insgesamt fast 90 Millionen Euro „ein riesiges Budget“, wie Oberbürgermeister Egerer feststellte. Er hatte kurz zehn Jahre zurückgeschaut, als der Döbelner Finanzplan noch 33 Millionen Euro umfasste. „Ich hoffe, dass sich der Doppelhaushalt bewährt. Es ist jetzt genug Zeit, um die umfassend geplanten Investitionen auch umsetzen zu können“, sagte Stadtkämmerer Gerd Wockenfuß. Von den Fraktionschefs hatte es zuvor durchweg Zustimmung zur vorliegenden Haushaltssatzung für 2019 und 2020 gegeben.

Höhere Sportförderung

Dietmar Damm stellte allerdings für „Wir für Döbeln“ den Antrag, die Sportförderung für jene Vereine der Stadt zu erhöhen, die vereinseigene Sportstätten haben. Er verwies auf eine stattliche Rücklage der Stadt und darauf, dass es zuletzt in dieser Frage noch eine Pattsituation im Rat gegeben hatte. Das war nun nicht mehr der Fall. Ebenfalls einstimmig beschlossen die Stadträte, die genannte Förderung von derzeit 22 000 auf 40 000 Euro anzuheben.

Von Olaf Büchel