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Döbeln Döbelner Genossenschaft krempelt den Geyersberg um
Region Döbeln Döbelner Genossenschaft krempelt den Geyersberg um
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18:14 24.01.2020
Im Viertel unterhalb des Geyersberges hat die GWG, Döbelns älteste Wohnungsgenossenschaft, einiges vor. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln

Ohne steile Treppen kommen die Bewohner im Carré Geyersbergstraße 12, 16, 18 und Ludwig-Jahn-Straße 1,2,3 nicht zu ihren Häusern. Für ältere Bewohner mit Rollator aber auch für jüngere mit Fahrrad oder Kinderwagen sind die Treppen bis zum Hauseingang wenig attraktiv. Das will die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Döbeln (GWG) in den nächsten drei Jahren ändern. Die Wohnlage unterhalb des Geyersberges soll deutlich aufgewertet werden. „Wir haben mit einer jungen Planerin ein Konzept entwickelt, wie wir diesen Innenbereich aufwerten und die steilen Treppen durch Wege mit vertretbaren Steigungen ersetzen können“, sagt Gisela Menzel vom Vorstand der GWG. Geplant sind zudem neue Parkplätze, Unterstellmöglichkeiten für Kinderwagen, Fahrräder oder Rollatoren sowie Bänke und kleine Mietergärten. Zudem werden die umliegenden Stützmauern erneuert und weitere Bäume und Sträucher gepflanzt. „In diesem Jahr wollen wir den ersten von drei Abschnitten beginnen. Mit den unmittelbar betroffenen Anwohnern haben wir gesprochen“, so Gisela Menzel.

Investitionen ohne Kredite

2,4 Millionen Euro wird die 109 Jahre alte Genossenschaft in diesem Jahr aus eigenen Mitteln investieren. Das ist deutlich mehr als in anderen Jahren. Allein 1,4 Millionen Euro schlagen für den vergangene Woche gestarteten Neubau mit sieben Wohnungen am Hange 1 zu Buche. Viel Geld fließt auch in die Grundsanierung von Wohnungen nach Auszügen. In der Goldbornstraße 8 und 9 in Waldheim werden Balkone angebaut. Schrittweise werden die Gasetagenheizungen der Waldheimer Häuser durch moderne zentrale Gasthermen ersetzt.

Für das neue Wohnhaus Am Hange 1 sind die Bauarbeiten gestartet. Quelle: GWG

Waldheimer Wohnungen voll vermietet

Die Waldheimer GWG-Wohnungensind derzeit zu 100 Prozent vermietet. In Döbeln liegt die Leerstandsquote im sanierten Bereich bei 1,5 Prozent. Es gibt aber auch noch ein paar unsanierte, stillgelegte Objekte. Nach und nach will die GWG in den nächsten Jahren immer mal wieder alte Häuser, deren Wohnungszuschnitte heutigen Anforderungen nicht mehr genügen durch Neubauten ersetzen.

Die GWG hat derzeit 807 Wohnungen in Döbeln und Waldheim sowie 833 Mitglieder, die 2339 Genossenschaftsanteile halten.

Investieren ohne Schulden

Kommentar von Thomas Sparrer

Döbelns älteste Wohnungsgenossenschaft hat in den nächsten Jahren einiges vor. Die GWG Döbeln ist 1911 gegründet worden. Aus dieser Zeit stammen viele der Häuser um den Geyersberg. Was vor 100 Jahren tolle neue Wohnungen waren, entspricht oft heutigen Ansprüchen ans Wohnen nicht mehr. Zwar kann man mit Sanierungen und Umbauten heute vieles bewegen, aber Wohnungszuschnitte oder Energieeffizienz sind nur begrenzt zu verbessern. Langfristig wird die Genossenschaft immer mal wieder ein altes Haus durch Neubau ersetzen. Wie das geht, ist Am Hange zu sehen. Dass die Genossenschaft die Modernisierung eines ganzen Stadtteils finanziell stemmen kann, scheint gesichert. Trotz erschwinglicher Mieten hat die GWG eine solide Eigenkapitaldecke erwirtschaftet und stemmt Investitionen komplett ohne Kredite. Das ist gut fürs Anlagevermögen und für die zukünftige Liquidität. Insgesamt spricht das auch für die Grundidee von Genossenschaften, die mit Wohnen keine Profite erwirtschaften müssen.

Genossenschaft kempelt...

E-Mail: th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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