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Döbeln Döbelner SPD stellt keinen Oberbürgermeisterkandiaten auf
Region Döbeln Döbelner SPD stellt keinen Oberbürgermeisterkandiaten auf
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17:03 07.03.2019
Am 26. Mai geht die SPD mit 17 Kandidaten in die Stadtratswahl. (Symbolbild) Quelle: dpa
Döbeln

Mit 17 Kandidaten, darunter einigen Überraschungen, tritt der SPD-Ortsverein Döbeln und Umgebung am 26. Mai bei den Stadtratswahlen in Döbeln an. Am Mittwochabend hielten die Sozialdemokraten im Döbelner Hof ihre Wahlkonferenz ab.

Mehrheit gegen potenziellen Kandidaten

Erste Überraschung: Die Sozialdemokraten schicken bei der zeitgleich stattfindenden Oberbürgermeisterwahl keinen eigenen Kandidaten ins Rennen. Darauf einigen sich die 20 anwesenden Ortsvereinsmitglieder in geschlossener Runde. Nach DAZ-Informationen gab es zwar einen potenziellen Kandidaten. Doch die deutliche Mehrheit der Mitgliederversammlung sprach sich dagegen aus. Die SPD werde in sieben Jahren einen neuen Anlauf auf das Bürgermeisteramt in Döbeln anstreben, formulierte Ortsvereinsvorsitzender Sylvio Kolb. Zweite Überraschung: Die SPD-Mitglieder haben sich nicht darauf verständigt, dass sie einen anderen Oberbürgermeisterkandidaten, etwa den der Linken, unterstützen werden.

17 Kandidaten für die Liste der Stadtratswahl

Viel Engagement haben Sylvio Kolb und seine Mitstreiter in die Kandidatengewinnung für den Stadtrat gesteckt. Mit 17 Leuten ist die Liste zwar 2019 nur halb so lang wie noch vor fünf Jahren, als die SPD mit 36 Kandidaten an den Start ging. Ortschef Sylvio Kolb sieht das gelassen: „Wir haben großen Wert darauf gelegt, Leute für unsere Liste zu gewinnen, die auch den ehrlichen Willen haben, im Stadtrat mitzumachen. Und ich denke wir haben auch eine gute Mischung aus Jung und Alt wie auch aus verschiedenen Berufsgruppen unserer Stadtgesellschaft. zusammenbekommen“, sagt Kolb. Der aktuelle Stadtrat von Döbeln hat ein Durchschnittsalter von knapp 54 Jahren. Auf der Kandidatenliste der SPD liegt das Durchschnittsalter bei 45 Jahren. „Wir haben neue frische Leute, mit neuen frischen Ideen und unsere bewährten Stadträte zu einer guten Mischung gemacht“, so der Ortsvereinschef.

Das sind die Kandidaten der SPD

1. Axel Buschmann (53), Rechtsanwalt, 2. Sybille Bunse (60) Fallmanagerin, 3. Sylvio Kolb (36), Lokführer/Kfz-Mechatroniker, 4. Danielle Sturm (60), Gymnasiallehrerin, 5. Henning Homann, (39) Landtagsabgeordneter, 6. Stephan Conrad (34), Sozialarbeiter, 7. Peter Jakob Hege (60), Geschäftsführer, 8. Chris Fechter-Buschmann (46), Industriekauffrau, 9. Jörg Jäkel (50), Oberschullehrer, 10. Hans-Martin Behrisch (24), Student, 11. Ralf Fillies (52), Rettungssanitäter/Chemielaborant, 12. Andreas Riethig (67), Fahrdienstleiter a.D., 13. Anke Homann (30), Gymnasiallehrerin, 14. Mike Parsiegel (45), Bankkaufmann, 15. Steffen Stopp (23), Speditionskaufmann, 16. Tobias Sommerfeld (27), Diplom-Verwaltungswirt, 17. Hermann Mehner (68), Berufsschullehrer a.D.

Aus mehr als 100 Ideen haben sich die Döbelner Sozialdemokraten auf zehn prägnante Punkte für ihr Wahlproramm geeinigt. Döbeln soll mit der von SPD-Mann Henning Homann tatkräftig mit angeschobenen Bahnverbindung nach Döbeln zum Speckgürtel der drei sächsischen Großstädte werden, die allesamt in weniger als einer Stunde per Bahn erreichbar sein sollen.

Döbeln soll als Stadt der kurzen Wege einen eigenen Wertstoffhof bekommen. Die Innenstadt soll kunden- und fußgängerfreundlicher werden, indem der Autoverkehr und das Parken besser gestaltet werden sollen. Die Ortsteile sollen weiter gestärkt und eine Bürger-App soll den Austausch zwischen Bürgern und Verwaltung, etwa bei Hinweisen auf Mängel erleichtern. Auch die Wiederbelebung des kleinen Tierparks im Bürgergarten steht neben größeren Themen auf der Agenda.

Kommentar: Schade – SPD ohne OBM-Kandidat

von Olaf Büchel

Nach aktuellem Stand scheint es in Döbeln keinen spannenden Wahlkampf um den frei werdenden Posten des Oberbürgermeisters zu geben. Leider!

Erwartungsgemäß hat die Döbelner CDU in dieser Woche Nägel mit Köpfen gemacht. Der Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser will seinen Parteifreund Egerer beerben. Die Ambitionen dafür hatte er vorher schon öffentlich erklärt. Nun hat ihn sein Ortsverband einstimmig nominiert und Liebhauser tritt ganz offiziell zur Wahl an. Mit guten Chancen.

Auch die Linke hat einen Bürgermeister-Kandidaten für Döbeln aufgestellt. Zumindest was dessen Bekanntheit angeht, kann die Partei damit kaum punkten – was aber bei so einer Wahl mindestens genauso wichtig ist, wie inhaltliche Aspekte. Und was Ralf Beil da anzubieten hat und ob er Liebhauser damit paroli bieten kann, muss sich in den nächsten Wochen noch zeigen.

Und das war’s dann schon? Was die SPD angeht, ja. Das ist besonders traurig. Die Sozialdemokraten haben es nicht geschafft, für den Chefsessel der Kommune einen fähigen Anwärter auf die Beine zustellen. Dabei gibt es einige Namen bei ihren Stadtratskandidaten, die sich auch im Bürgermeisterwahlkampf gut gemacht hätten, die gewiss polarisiert und für etwas mehr Schwung gesorgt hätten. Aber nein. Die Döbelner SPD kann sich nicht einmal dazu durchringen, den Kandidaten der Linken offiziell zu unterstützen, was sich Letztere eigentlich erhofft hatten und die Spannung wenigstens ein kleines bisschen erhöht hätte. Noch haben sich nicht alle Parteien und Wählervereinigungen, wie Grüne, Wir für Döbeln, FDP und AfD offiziell zur Frage des künftigen Oberbürgermeisters positioniert. Es gilt sowieso bis zum Schluss abzuwarten – also bis die Nominierungsphase abgeschlossen ist. Stichtag ist der 21. März. Was bislang bekannt ist, lässt allerdings keine großen Überraschungen und keine namhafte Konkurrenz mehr vermuten. Gut für die CDU und für Sven Liebhauser. Für eine wichtige Wahl wie diese nicht so sehr.

o.buechel@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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