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Döbeln Döbelner fährt Anwohner bei Juni-Flut 2018 um
Region Döbeln Döbelner fährt Anwohner bei Juni-Flut 2018 um
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15:13 27.02.2019
Bei der Überschwemmung der Dresdner Straße in Döbeln im Juni 2018 soll ein Autofahrer einen Anwohner umgefahren haben. Quelle: Dirk Wurzel
Döbeln

Die Nerven lagen blank am Sonnabend, dem 9. Juni 2018. Ein Unwetter war über Döbeln niedergegangen, hatte die Dresdner Straße, die St.-Georgen-Straße samt Kreisel und das Klosterviertel unter Wasser gesetzt. Die Anwohner hatten in Eigenregie Schleusendeckel geöffnet und die Dreckfankörbe gezogen, damit die Brühe – eine Mischung aus Regenwasser und Fäkalschlamm – schneller abfließen konnte. Auf der Dresdner Straße hielten Anwohner deswegen die Autos an, schickten sie zurück. Schließlich sollte keiner in den offenen Abläufen hängen bleiben. „Im Prinzip begingen die Anwohner damit einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Dazu waren sie aber wegen der Gefahrenabwehr berechtigt“, erläutert Christa Weik, weshalb sich die Leute nicht strafbar machten.

Anwohner kommt unters Auto

Strafbar machte sich nur einer, nämlich ein 37-Jähriger Opel-Fahrer. Als ihn ein Anwohner anhielt, um auf die Gefahr hinzuweisen, hätte er diesen umgefahren, sodass er auf der Motorhaube landete. Als er von dieser runterrutschte und auf der Straße lag, habe ihn der Opel-Mann noch ein Stück mitgeschleift, sagt die Anklage. Wie Richterin Weik feststellte, hatte der Geschädigte gar keine andere Wahl, als auf die Motorhaube zu springen, als der Wagen auf ihn zufuhr. Wohl wegen der Nässe rutschte er runter auf die Straße. Auch das Mitschleifen sah das Gericht als erwiesen an. Helfer hatten den Geschädigten unter dem Auto vorgezogen, der Fahrer musste außerdem zurücksetzen.

Auch das THW war im Einsatz. Quelle: Dirk Wurzel

Der Verteidiger des 37-jährigen verstieg sich zu der Rechtsauffassung, sein Mandant habe in Notwehr gehandelt, weil ihn der Anwohner an der Weiterfahrt auf einer öffentlichen Straße gehindert habe. Unterschiedliche Motive für das brutale Fahrmanöver kamen in dem Prozess zur Sprache. Einerseits hieß es, der Opel-Fahrer habe einem Bekannten helfen wollen, der im Wasser im Kreisverkehr festsaß. Andererseits habe der Mann selbst schnell nach Hause gewollt, weil er fürchtete, selbst abzusaufen. Die Fahrt durchs Wasser wäre dafür die kürzeste Strecke gewesen.

Solche Dreckfangkörbe haben die Anwohner aus den Schleuseneinläufen gezogen, damit das Wasser besser abfließen konnte. Quelle: Dirk Wurzel

Notwehr? Von wegen! Bei Strafrichterin Christa Weik kam der Döbelner nicht damit durch, die Auto-Attacke als straffreie Abwehr eines rechtswidrigen Angriffs darzustellen. Sie sprach den Fahrer der gefährlichen Körperverletzung schuldig, weil er das Auto als Waffe benutzte. Sechs Monate Haft gab es als Strafe. Da beginnt der Strafrahmen für gefährliche Körperverletzung. Zwei Jahre dauert die Bewährungszeit und als Auflage soll der Opel-Fahrer 900 Euro an ein Kinderhospiz zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mehrfach operiert

Für den Geschädigten waren die Tatfolgen recht schwerwiegend. Zwar hatte er sich nichts gebrochen und „nur“ Prellungen und Schürfwunden zugezogen. Aber eine dieser Verletzungen entzündete sich. Deshalb lag der Mann neun Tage im Krankenhaus, wo ihn die Ärzte mehrfach operierten. Dass sich die Wunde entzündete, lag wohl an der Dreckbrühe, in die der Mann durch die Auto-Attacke gefallen war.

Von diw

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