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Döbeln Döbelnerin strikt gegen Tierpark – bei Umfrage ist Mehrheit dafür
Region Döbeln Döbelnerin strikt gegen Tierpark – bei Umfrage ist Mehrheit dafür
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10:56 02.07.2019
Eine Herde Kamerunschafe hatte die Stadt Döbeln schon mal im Bürgergarten. Quelle: Archiv
Döbeln

Für eine „Aufwertung des Döbelner Bürgergartens“ im Umfang von 20.000 Euro hatte der „alte“ Stadtrat in seiner letzten Sitzung vergangene Woche mehrheitlich gestimmt. Ursprünglich lautete der Punkt „Wiederbelebung des Tierparks im Bürgergarten“. Ganz so konkret sollte es dann doch wohl nicht formuliert sein. Ob es also künftig Tiere in dem städtischen Naherholungsgebiet geben wird oder nicht, ist noch unklar.

Viele Bürger wünschen sich Tierpark

Eine nicht repräsentative Umfrage unter Lesern der Döbelner Allgemeinen Zeitung hat zumindest ergeben, dass der Tierpark durchaus ein Wunsch vieler Bürger zu sein scheint. Dreiviertel der Leser, die im Internet abgestimmt haben, sagen: Wir möchten gerne einen Tierpark im Bürgergarten; rund ein Fünftel ist der Auffassung, dass das nicht unbedingt sein muss und sechs Prozent stimmen der Aussage zu: Für Tiere fahren wir lieber nach Leipzig in den Zoo.

Diskussion angeregt

Lisa Häntzschel, Leiterin des Döbelner Stadtsingechors, gehört zu denen, die eine neuerliche Tierhaltung im Bürgergarten strikt ablehnen. Die Tierfreundin begründet das sehr umfangreich und stellt voran: „Ich möchte bei der Umfrage nicht nur gefühlt 100 Mal auf „Nein“ klicken, sondern gern mein Anliegen schildern. Möglicherweise kommt eine Diskussion zustande und der Gedanke eines neuen Tierparks kann verworfen werden. Ich sehe die Tierhaltung in einem derartigen Park mehr als problematisch.“

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Von artgerechter Haltung könne in solch einer Einrichtung womöglich kaum die Rede sein, vermutet Häntzschel. „Eingesperrt auf begrenztem Raum, den gaffenden Blicken der Passanten ausgeliefert, gefüttert mit Lebensmitteln, die nicht für das Tier bestimmt sind und eventuell auch zu Krankheiten oder gar zum Tod führen können und vielleicht auch Misshandlungen durch halbstarke Pseudocoole im Rausch ausgeliefert – das alles zählt meiner Meinung nach nicht zu einem würdevollen Leben“, schreibt die Döbelnerin der DAZ. Tiere seien nicht zur Belustigung von uns Menschen da.

Tiere brauchen enorm viel Freiraum

Eine artgerechte Haltung von Tieren sei sehr aufwendig, an Richtlinien gebunden und unterliege einer ständigen Kontrolle. Jede Tierart müsse ihrer Bestimmung nach analysiert werden, um sie zu achten, zu fördern und nicht einzuschränken. Tiere müssten vor tätlichen Angriffen geschützt werden. Sie bräuchten enorm viel Freiraum, die Grenzen dürften eigentlich gar nicht zu spüren sein. „Kann all das verwirklicht werden?“, fragt Lisa Häntzschel und liefert ihre Antwort gleich mit: „Ich glaube kaum.“

Schützen statt einsperren

Wir Menschen sollten laut Häntzschel endlich aufhören, ständig zu viel in alles einzugreifen, künstliche Welten zu schaffen, um unser Dasein zu belustigen. „Anstatt Tiere einzusperren, sollten wir sie schützen“, so die Döbelnerin. Nicht nur die süße Katze von der Nachbarin oder der niedliche Hundewelpe, sondern jedes Lebewesen hätten Respekt und Achtung verdient. Da Tiere sich nicht in unserer Sprache ausdrücken können und deshalb oft nicht verstanden werden, sollten wir Menschen – als Vormund der Tiere – unseren Verstand, unsere Vernunft und unser Mitgefühl walten lassen und von dem Tierpark absehen, empfiehlt Häntzschel. Ihr Plädoyer bringt sie mit folgenden Worten auf den Punkt: „Es gibt unzählige Straßentiere, die verhungern oder qualvoll verenden. Nutzen wir doch die Gelegenheit, um unser Augenmerk darauf zu richten, anstatt auf einen Tierpark, den keiner braucht, weder Mensch noch Tier.“

Von Olaf Büchel

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