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Döbeln Ehemalige Pfarrerin von Sornzig kandidiert als Landesbischöfin
Region Döbeln Ehemalige Pfarrerin von Sornzig kandidiert als Landesbischöfin
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13:40 11.04.2019
Ulrike Weyer ist eine Kandidatin für das Amt des Landesbischofs.
Ulrike Weyer ist eine Kandidatin für das Amt des Landesbischofs. Quelle: Sven Bartsch
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Nordsachsen

Als Ulrike Weyer Ende September 2015 als Pfarrerin des Kirchspiels Sornzig im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz verabschiedet wurde, kam bei den Kirchmitgliedern des kleinen Obstbau-Dorfes Wehmut auf. „Das war für uns ein großer Verlust“, sagt Detlev Mattis (67), Kirchenvorsteher des Kirchspiels Sornzig. Elf Jahre lang hatte sich die 1973 in Dresden geborene Pfarrerin um das Kirchspiel gekümmert, sie war für die Seelsorge zuständig und predigte in der Sornziger Dorfkirche. Hier lebte sie mit ihrem Mann Christian und ihrem gemeinsamen Sohn.

Seit 2015 Superintendentin in Plauen

Nach ihrem Abschied aus Sornzig kletterte Ulrike Weyer eine Stufe höher auf der kirchlichen Karriereleiter. Seit dem Jahr 2015 ist die geborene Dresdenerin Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen (Vogtland) und darüber hinaus gleichzeitig Pfarrerin der St. Johanniskirchgemeinde Plauen.

Nun könnte es für die zielstrebige Pfarrerin noch weiter nach oben gehen. Ulrike Weyer ist als Kandidatin für das Amt des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland vorgeschlagen worden. Wenn sie bei der Wahl zur Landessynode vom 9. bis 11. Mai gegen ihre zwei Mitbewerber gewinnt, dann wird sie zehn Jahre lang das Amt der Landesbischöfin ausüben. Die Amtseinführung ist für den 7. September im Magdeburger Dom vorgesehen.

Hohe Ehre und große Verantwortung

„Es ist eine hohe Ehre, für dieses Amt in Frage zu kommen. Und es ist auch zugleich eine große Verantwortung“, sagt Ulrike Weyer (45). Anfang Januar sei sie das erste Mal wegen der Kandidatur angesprochen worden. „Ich habe nicht gleich Ja gesagt.“ Den Entschluss habe sie in Ruhe reifen lassen und mit ihrer Familie besprochen. „Das Ganze hat für mich auch einen geistlichen Hintergrund, das ist eine Art Berufung“, sagt die Pfarrerin. Falls sie zur Landesbischöfin (zuständig für 712 000 Christen) gewählt wird, will Ulrike Weyer auch ihre Erfahrungen aus der Sornziger Zeit mit einfließen lassen. „Es ist wichtig, dass wir den ländlichen Raum im Blick behalten. Das könnte ich in das Amt mit einbringen.“

Als Landesbischöfin geeignet

„Landesbischöfin – das kann Frau Weyer“, ist sich Arnold Liebers (63) sicher. Der Superintendent des Kirchenbezirkes Leisnig-Oschatz, zu dem das Kirchspiel Sornzig gehört, arbeitet noch heute mit seiner Amtskollegin Weyer in der Arbeitsgemeinschaft „Kirche im ländlichen Raum“ zusammen. Mit diesem Thema kenne sie sich – auch aus ihrer Sornziger Pfarrzeit – gut aus.

Doch nicht nur das empfiehlt Ulrike Weyer aus der Sicht von Arnold Liebers für das Bischofsamt. „Sie ist strukturiert, kompetent im Führen von Menschen und eine gute Theologin.“ Ihre Predigten seien gut und lebensnah. Und die Pfarrerin verfüge als Seelsorgerin über viel Empathie.

Fleißige und akkurate Pfarrerin

Auch der Sornziger Kirchenvorsteher Detlev Mattis würde sich freuen, wenn Ulrike Weyer zur Landesbischöfin gewählt werden würde. „Ich glaube, sie ist dafür geeignet“, sagt der Querbitzscher. In ihrer Sornziger Zeit sei Ulrike Weyer für über 37 Dörfer zuständig gewesen und habe dafür viel Kraft aufwenden müssen. Anfangs habe sie es hier schwer gehabt. Doch bei den Start-Querelen mit dem alten Kirchenvorstand habe sich die Sornziger Pfarrerin durchgesetzt. „Sie ist unheimlich fleißig und sehr akkurat“, sagt Mattis.

Als Friedhofsverwalter von Wermsdorf kümmert sich Guido Fleischer auch um den Sornziger Friedhof und hatte deshalb des Öfteren mit Ulrike Weyer zu tun. „Ich denke schon, dass Frau Weyer die richtige Person als Landesbischöfin ist“, sagt der 44-Jährige. Sie habe immer gut zugehört, einen respektvollen Umgang mit ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe gepflegt und sich für die Belange der Leute eingesetzt. „Ihren Standpunkt hat sie immer klar rüber gebracht – aber nicht von oben herab.“

Von frank hörügel