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Döbeln Ute Friedrich engagiert sich an allen Fronten – jetzt braucht sie selber Hilfe
Region Döbeln

Ein Licht im Advent: Ute Friedrich engagiert sich an allen Fronten – jetzt braucht sie selber Hilfe

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12:03 27.11.2021
Ute Friedrich aus Zunschwitz engagiert sich ehrenamtlich für die Gemeinde, opfert sich seit Jahren für ihre Mitmenschen auf. Jetzt braucht sie selbst Hilfe.
Ute Friedrich aus Zunschwitz engagiert sich ehrenamtlich für die Gemeinde, opfert sich seit Jahren für ihre Mitmenschen auf. Jetzt braucht sie selbst Hilfe. Quelle: Sven Bartsch
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Zunschwitz

Ute Friedrich sitzt im Rollstuhl. Ihre Gesichtszüge wirken fein, fast zart. Vor allem dann, wenn sie lächelt. Doch Ute Friedrich lächelt in letzter Zeit immer seltener. Ihr Leben ist ins Stocken geraten. Fast als hätte jemand die Handbremse gezogen. Ein banaler Unfall brachte die heute 55-Jährige in den Rollstuhl. Den Kampf gegen Schmerzen, Widrigkeiten und Rückschläge führt sie seitdem fast allein. Dabei opfert sich Ute Friedrich sonst für alle anderen auf. Die DAZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ soll ihr nun ein Stück Hoffnung schenken.

Auf dem Fußweg umgeknickt

An einem Sommertag vor 22 Jahren änderte sich für Ute Friedrich in einer einzigen Sekunde alles. Auf einem Fußweg in Ostrau knickte sie um. Außen- und Innenbänder des linken Sprunggelenkes reißen, der Knochen splittert. Seitdem ist das Leben von Ute Friedrich ein völlig anderes. Schmerzen, Krankenhausaufenthalte, OPs, ein zäher Kampf mit Versicherungen. Finanziell hat sie keinerlei Ansprüche. Die Versicherung lehnte einen Schadenersatz ab. Für Ute Friedrich war das wie ein Schlag ins Gesicht. Und es sollte unmittelbaren Einfluss auf all das haben, was seitdem passiert ist. Denn finanziell ist die 55-Jährige seit ihrem Unfall auf sich allein gestellt. Die Krankenkasse übernimmt nur das nötigste und selbst das muss sich Ute Friedrich erkämpfen.

Treppenlift kostet das dreifache

Doch aufgeben war für die 55-Jährige nie eine Option. Sie beißt sich durch, findet einen Weg mit all dem zurecht zu kommen. Ihr verbliebenes Bein trägt sie fortan durchs Leben. Bis jetzt. Denn das Knie macht ihr Probleme. Die Belastung der vergangenen Jahre fordert seinen Tribut. Ute Friedrich kann nicht mehr wie sie will.

In dem Haus in Zunschwitz, in dem sie seit 35 Jahren mit ihrem Mann lebt, braucht sie einen Treppenlift. Sie schafft es nicht mehr ins obere Stockwerk. Bisher hat sie sich auf die Treppe gesetzt und mit dem gesunden Bein nach oben geschoben. Treppenstufe für Treppenstufe. Jetzt geht das nicht mehr. Sie kann ihr Bein nicht mehr belasten. Ob sie es irgendwann wieder kann, ist ungewiss. Sie solle das Haus einfach verkaufen, hört sie oft. Aber hier in dem Haus in Zunschwitz ist die Tochter groß geworden, jetzt flitzt die Enkelin über die Wiese. Jeder Pfennig, der übrig war, steckt irgendwo hier drin. „Das gibt man doch nicht einfach so auf.“ Doch der Zuschuss für den so dringend benötigten Treppenlift beträgt 4000 Euro. Mehr als das dreifache ist nötig.

Drei Ehrenämter, ein Minijob

Mindestens genauso groß wie der Wunsch nach einem Treppenlift ist der nach einem rollstuhlgerechten Umbau ihres Autos. Bis vor wenigen Wochen war Ute Friedrich oft unterwegs, immer auf Achse. Sie engagiert sich in der Gemeinde, hat zahlreiche ehrenamtliche Ämter inne. Im Jahr 1997 war sie eine der Mitbegründerinnen des Zschaitzer Frauenvereins. Vom ersten Tag an ist sie dessen Vorsitzende. Bis heute. In der Döbelner Ortsgruppe des Sozialverbandes VdK Sachsen sitzt sie im Vorstand. Vor knapp 20 Jahren übernahm sie zusätzlich die Leitung der Ottewiger Bibliothek. Einmal in der Woche schließt sie seitdem die Türen der Bücherstube auf und zu. Bis vor ein paar Jahren war sie außerdem die Friedensrichterin der beiden Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig. Beruflich arbeitet sie als Disponentin in der Kläranlagenwartung, ist Ansprechpartnerin für sämtliche Bürgerbegehren.

Ihr Auto ist die Basis für alles

Ihr Auto ist die Basis für all das. Um von A nach B zu kommen, musste sie niemanden fragen. Sie setzte sich ins Auto und fuhr los. „Ich habe meinen Rollstuhl in den Kofferraum geladen und bin dann auf einem Bein hüpfend zum Fahrersitz gekommen. Jetzt kann ich mein Bein nicht mehr belasten. Hüpfen geht nicht mehr. Und anders komm ich nicht nach vorn.“ Ihre Stimme bricht.

Das Geld für einen rollstuhlgerechten Umbau ihres Autos fehlt. Eine andere Lösung gibt es nicht. Nicht, wenn sie ihre Eigenständigkeit bewahren will. Ihr Mann, die Schwiegereltern, Freunde fahren sie, wenn es nötig ist. Wenn gar nichts geht, ruft sie sich ein Taxi. Aber das ist nicht das gleiche. Sie will selbst fahren, dabei den Kopf frei kriegen und auf niemanden angewiesen sein. Sie will eigenständig sein. Nichts ist ihr wichtiger. „Wenn ich verdammt wäre, zuhause zu sitzen...“ Sie hält inne, blickt zum Küchenfenster raus. Was fehlt, ist Geld. Und ein Hoffnungsschimmer. Ihr Kampf geht weiter.

So kommt Ihre Spende an

So spenden Sie: Füllen Sie einen Überweisungsschein aus. Zahlungsempfänger: LVZ-Spendenaktion, Verwendungszweck: „Hilfe für Ute Friedrich“. Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an: IBAN: DE 7886 0554 6203 9102 3330, BIC: SOLADES1DLN.

Spendenbescheinigung: Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt.

Für Spenden ab 200,01 Euro erhalten Sie von unserem Partnerverein, der Diakonie Döbeln eine Spendenbestätigung. Achtung: Dazu bitte Ihren vollständigen Namen und die Anschrift auf dem Überweisungsschein eintragen.

Spendernamen: Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Daher bitte auf den Überweisungsschein ihren Namen und ihre Adresse eintragen. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein. Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe: Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 27. November bis 19. Dezember 2021. Der Gesamtbetrag an Spenden kommt anschließend unserem Hilfsprojekt zugute. Wir berichten regelmäßig auf lvz.de über die Spendenaktion. Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld an unseren Projekt-Partnerverein.

Von Stephanie Helm