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Döbeln Ein letztes Picknick auf der Maylust
Region Döbeln Ein letztes Picknick auf der Maylust
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18:34 08.06.2019
Abschiedsfoto: Das Team um Christian Leopold (3.v.r.) am Sonnabend in der Sandgrube auf der Maylust. Quelle: Sebastian Fink
Wendishain

Unter die Fröhlichkeit der Wanderer und Radfahrer, der Anwohner und extra von weit her Gekommenen, mischte sich auch etwas Wehmut am Pfingstwochenende auf der Maylust. Zum letzten Mal hatten Initiator Christian Leopold und sein Helferteam zum Picknick in der schon vor 150 Jahren zu diesem Zweck genutzten Sandgrube bei Wendishain eingeladen. Nach 30 lustigen Pfingstwochenenden ist am Sonntag Schluss.

„Es langt einfach für uns. Das Ganze ist ja auch sehr anstrengend und sich durch die Altersstruktur jetzt so ergeben“, meinte Christian Leopold mit Blick auf den Abschied. „Am Zuspruch der Leute hat es jedenfalls nicht gelegen“, fügte er schnell hinzu.

Schon mittags volle Runde in der Sandgrube

Ein Blick in die Runde bestätigte dies. Kaum hatten Leopold und rund ein Dutzend Helfer die Gulaschkanone angeworfen, den Fischbrötchenstand aufgeklappt und alle Tische und Sonnenschirme bereitgemacht, waren auch schon die ersten Besucher da.

So wie Gunter Franz aus Leisnig, der es sich nicht nehmen lassen wollte, sich bei Christian Leopold persönlich zu bedanken und zu verabschieden. „30 Jahre lang sind wir immer hergekommen, anfangs noch zu Fuß. Meine Frau kann nicht mehr so gut laufen. Daher fahren wir jetzt immer so nah wie möglich heran“, erzählte er. „Wir sind etwas traurig, es ist wirklich schade“, fügte er noch hinzu.

Geschichten aus 30 Picknicks

Ähnlich sahen das andere Gäste wie Helga Busch, die mit ihrem Schwager Frieder Busch zur Sandgrube spaziert kam. „Es ist eine Leistung, das zu schaffen. Da draußen ist ja nichts, kein Wasser, kein Strom. Einmal fiel das Notstromaggregat aus. Da sind wir ins Dorf gefahren und haben die Thermoskannen voll gemacht“, erinnerte sie sich.

Solche Geschichten weckten auch bei Christian Leopold Erinnerungen an die letzten 29 Jahre. „Vor drei Jahren war der Sonntag mal komplett verregnet. Da haben wir im September noch gefrorene Gulaschsuppe gegessen“, erzählte er lachend. „Und die Kuchenbacker muss ich noch erwähnen. Da waren immer so viele Frauen im Dorf, die mitgemacht haben“, lobte er.

Start mit Holzwagen am Wegesrand

Dabei war die Idee, aus der das kleine, feine Volksfest erwuchs, 1990 eher spontan entstanden. „Es gab einen Oberförster May, der das Gebiet hier um 1856 als Naherholungszentrum erschlossen hat. Der hatte das Ganze vor 150 Jahren schon mal angefangen. Ich denke, dass es diese Picknicks bis nach dem Ersten Weltkrieg gegeben hat. Die Älteren im Dorf haben jedenfalls immer erzählt, dass sie als Kind hingegangen waren“, berichtete Leopold.

So fing es mit einem Holzwagen am Wegesrand an und wurde zu einem Fest mit Platz für mehr als 100 Leute. Und nächstes Jahr zu Pfingsten? „Wenn es uns gut geht, wollen wir mal zum Wave Gotik Treffen nach Leipzig – nur mal Gucken“, verriet Christian Leopold, der am Pfingstmontag 70. Geburtstag feiert, noch. Auch ein schönes Ausflugsziel.

Von Sebastian Fink

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