Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Eine Telefonzelle für Roßweiner Leseratten
Region Döbeln Eine Telefonzelle für Roßweiner Leseratten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 30.04.2019
Nimm ein Buch, bring ein Buch: Hildegard Beyer (l.) hat am Dienstag die erste Mini-Tauschbibliothek für Roßwein eröffnet. Marita Mantzsch nahm sich gleich ein Buch mit.
Rosswein

Bücher ohne weitere Nutzung zu entsorgen, weil sie selbst sie ausgelesen hat, schmerzt Hildegard Beyer. Die leseverliebte Senioren war immer auf der Suche nach einer anderen Lösung. Bei einem Ausflug in Bonn entdeckt sie ausgediente Telefonzellen, die zu einer Mini-Tauschbibliothek umfunktioniert sind. Da weiß sie: Das will sie auch für Roßwein etablieren. Seit Dienstag ist nun die erste Bücherzelle in der Stadt geöffnet – vor dem Rehazentrum in der Döbelner Straße in der kleinen begrünten Sitzecke mit den Bänken lädt die leuchtend gelbe Zelle zum Schmökern ein. „Nimm ein Buch, bring ein Buch“ heißt es dort.

500 Euro für alte Telefonzelle

Von der Idee bis zur Verwirklichung dauerte es eine Weile, erzählt die gerade 80 Jahre alt gewordene Roßweinerin. Ein Jahr ließ sie die Idee ruhen, bevor sie sich wieder mit ihr beschäftigte. Die erste Anfrage stellte sie Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), doch da es sich um privates Gelände im Eigentum ihres Sohnes Till Beyer handelt, war der Aufbau aus dieser Warte kein Problem. Dann galt es, eine Zelle zu bekommen.

In Michendorf bei Potsdam wurde sie fündig, denn dort lagert die Telekom ihre ausgedienten Telefonzellen. Für 500 Euro bekam Hildegard Beyer eine davon, allerdings nur eine magentafarbene. „Ich wollte aber eine gelbe, also haben wir die noch streichen lassen“, erzählt die Initiatorin. Ihr Sohn Jan, der als Tischlermeister in Dresden lebt, zimmerte ihr noch Regale in die Telefonzelle, so dass jetzt alle Tauschbücher einen ordentlichen Platz haben.

Hildegard Beyer in der umfunktionierten Telefonzelle Quelle: Sven Bartsch

Seit Dienstagvormittag ist die Zelle nun geöffnet, und soll es auch permanent bleiben. Lediglich an Silvester will Hildegard Beyer ihre kleine Bibliothek abschließen, um zu verhindern, dass Böller reingeworfen werden. Generell wird sie ein Auge auf das kleine Häuschen haben – nicht nur, um dort selbst immer wieder ein neues Buch zu finden, sondern auch, um für Ordnung zu sorgen. Sie hofft, dass das Angebot von den Roßweinern angenommen und geschätzt wird. Und dass nur wirklich nutzbare Bücher in die Zelle wandern. „Gestern hat uns jemand zwei Beutel daneben gestellt, aber die Bücher da drin konnte man leider nur noch ins Altpapier geben“, ist sie traurig, dass manch einer die Zelle als Möglichkeit betrachtet, seine alten Schinken loszuwerden.

Hildegard Beyer selbst hat natürlich die Zelle mit einer gewissen Menge Bücher ausgestattet. Zur offiziellen Eröffnung kamen auch schon die ersten, die ihren Teil beisteuern wollten – Viola Weinhold war extra aus Döbeln gekommen und brachte Bücher, darunter auch die ersten in der Zelle für Kinder. Und Marita Mantzsch nahm sich gleich neue Lektüre mit und versprach, ihr Tausch-Buch am nächsten Tag vorbeizubringen.

Von Manuela Engelmann-Bunk

Mario Pohl (39) aus Jeßnitz hat es geschafft: Der 1,91 Meter-Hüne hat den Titel „The Biggest Loser“ gewonnen und sich dabei körperlich mehr als halbiert. Doch für ihn viel wichtiger: Er hat sein Leben wohl entscheidend verlängert.

30.04.2019

Ein Personalengpass zwang die Leisniger Helios-Klinik vor zweieinhalb Wochen zur Schließung der Kreißsäle. Mittlerweile haben die Geburtshelfenden Unterstützung bekommen. Und auch weitere Baustellen konnten während der Zwangspause abgearbeitet werden.

30.04.2019

Die Hamburger Beiersdorf AG, zu der auch das Waldheimer Florena-Werk gehört, ist mit einem Umsatzplus ins Jahr 2019 gestartet. Parallel lässt der Kosmetikriese ein Investitionsoffensive anlaufen.

30.04.2019