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Döbeln Eltern wenden Kita-Schließzeit erneut ab
Region Döbeln Eltern wenden Kita-Schließzeit erneut ab
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19:53 01.11.2018
In Großweitzschen sind nach fünf Jahren erste Renovierungsarbeiten notwendig. Dazu soll hier wie in Mockritz die Grundreinigung nicht mehr im laufenden Betrieb stattfinden. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
Großweitzschen

Die Kindertagesstätten Großweitzschen und Mockritz bleiben in den Sommerferien 2019 geöffnet. Das ist das Ergebnis einer Debatte mit Eltern, Verwaltung und Gemeinderäten in der Ratssitzung am Dienstagabend. Hintergrund war die geplante Schließung für jeweils zwei Wochen.

Die Verwaltung wollte in Absprache mit den Belegschaften die Kita Großweitzschen in der zweiten und dritten und die in Mockritz in der vierten und fünften Ferienwoche schließen. Dadurch sollte es Erzieherinnen mit schulpflichtigen Kindern erleichtert werden, in den Ferien Urlaub zu nehmen sowie Urlaubstage abzubauen. Zugleich wollte die Gemeinde die Zeit für Grundreinigung und Renovierung nutzen.

Elternrat erst am Abend vor Sitzung informiert

Auch der Elternrat wurde über die Pläne informiert – allerdings erst am Montagabend. Das rief die Eltern auf den Plan. „Ich finde es eine Sauerei. Wir hatten das Thema 2016 schon einmal und damals hatte sich eine große Mehrheit gegen die Schließzeiten ausgesprochen. Jetzt wird hier ein neuer Anlauf gestartet auf eine Art und Weise, die ich unverschämt finde“, kritisierte das Großweitzschener Elternratsmitglied Torsten Schmiedgen .

„Die Argumente sind für mich nicht zu verstehen. Wir wissen, dass in den Ferien 30 bis 50 Prozent der Kinder nicht da sind. Da wird ohnehin weniger Betreuungspersonal benötigt“, fügte Schmiedgen hinzu.

Urlaubsplanung bei vielen Eltern abgeschlossen

Thomas Malkowski kritisierte, dass viele Eltern um diese Zeit des Jahres den Urlaub für 2019 bereits einreichen mussten. „Und man erfährt das durch Zufall, weil die Erzieherinnen angewiesen wurden, den Eltern nichts zu sagen“, merkte er an. Dies bestätigte die neue Hauptamtsleiterin Denise Lange im Verlauf der Sitzung. Man habe die Eltern im Vorfeld einer Entscheidung durch den Gemeinderat, deren Ausgang ungewiss sei, nicht beunruhigen wollen.

Monique Fischer meinte: „Manche können sich Urlaub in den Sommerferien nicht leisten.“ Zudem käme es bei den geplanten versetzten Schließzeiten für Eltern mit je einem schulpflichtigen und einem Kita-Kind zu dem Problem, dass drei Wochen Urlaub am Stück genommen werden müssten. Denn der Hort schließt traditionell in der dritten und vierten Ferienwoche.

Alternativlösung abgelehnt

Daher hatte der Verwaltungsausschuss kurz vor der Sitzung getagt und eine Alternativlösung präsentiert: Für die Grundreinigung solle jede Kita nur in einer der beiden Schließwochen des Horts geschlossen werden. Dann bliebe die Schließzeit auf zwei Wochen begrenzt. Zudem werde eine Notbetreuung in den Einrichtungen ermöglicht.

Doch auch dies stellte die zwölf Eltern nicht zufrieden. Zugleich stellten sich einige Gemeinderäte auf deren Seite. Susann Munz schlug vor, ein Unternehmen zu finden, dass die Grundreinigung über einzelne Schließtage hinweg über ein langes Wochenende erledige. „Wir müssen alles tun, damit die Eltern sich nicht an einem Abend hierher bewegen müssen und damit die Kita offen bleibt“, sagte sie. Dafür gab es Applaus von den Eltern. Enzo Müller schloss sich an.

Neue Verhandlungen im Januar 2020

Manfred Nestler sagte: „Das Problem mit den Reparaturen wird auf uns zukommen. Aber das ohne die Eltern zu entscheiden, ist nicht in Ordnung. Wir müssen einen Kompromiss finden und den mit den Eltern gründlich durchdiskutieren.“

So fiel letztlich auch die Entscheidung aus: Bürgermeister Jörg Burkert schlug vor, Anfang Januar mit den Eltern erneut zu diskutieren, um eine Schließzeit für Sommer 2020 zu erreichen. Dass diese nötig sei, davon zeigte sich die Mehrheit der Ratsmitglieder überzeugt.

Sechs Einzelschließtage beschlossen

Beschlossen wurden dagegen sechs Schließtage: Am 31. Mai, 4. Oktober, 1. November sowie 23., 27. und 30. Dezember 2019 bleiben die Kitas geschlossen.

Von Sebastian Fink

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