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Döbeln Frühe Früchtchen vom Freiland: Rumba aus dem Tunnel bei Leisnig
Region Döbeln Frühe Früchtchen vom Freiland: Rumba aus dem Tunnel bei Leisnig
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19:03 16.05.2019
Thomas Seidel von der Leisniger Obstgarten GmbH zeigt die ersten bereits tragenden Erdbeeren im Feld bei Leisnig. Sie gedeihen in Folie-Tunneln. Quelle: Fotograf: Sven Bartsch
Leisnig

Bei der Leisniger Obstgarten GmbH, einem Unternehmen der Obstland Dürrweitzschen AG, reifen die Erdbeeren seit Neuestem im Tunnel. Sie reifen dadurch eher. Auf einem Hektar stehen die Pflanzen der Sorte Rumba unter Folie. Die ersten fünf Kilogramm wurden bereits im Hofladen in Leisnig verkauft – es funktioniert also.

Es ist das zweite Jahr, in dem das Unternehmen auf diese Art Erdbeeren anbaut, erläutert Vorstand Jan Kalbitz. „Die im Tunnel gereiften Früchte zeigen ein besseres Nachernteverhalten“, sagt er, und das bedeutet: Sie sehen auch länger schick aus, wenn der Kunde sie gekauft und zu Hause liegen hat.

Der große Vorteil am Tunneldasein für die Beere ist: Unter der Folie hängt sie geschützt. Der Tunnel kann gegen Kälte links und rechts geschlossen werden, und das schon bevor die Pflanze blüht.

Schimmelgefahr eindämmen

Der zweite wesentliche Aspekt ist: Der Regen kann nicht direkt auf die Früchte fallen. „Das verkürzt die Blattnasszeit. Und damit verringert sich die Gefahr des Schimmelns.“ Die Pflanze kann sich stattdessen kontinuierlich das Wasser aus dem Boden ziehen, das sie benötigt.

„Wichtig ist, dass die Pflanze von oben nicht unkontrolliert nass wird, weil sich sonst Sporen von Krankheitserregern festsetzen können.“

Erfahrungswerte sammeln

2018 wurden die Erdbeerpflanzen bei der Obstland Dürrweitzschen AG gesetzt. Die Tunnel stehen seit Ende Februar, Anfang März auf den Pflanzen, um die Wärme an den Pflanzen zu halten. Momentan sammeln die Obstbauern mit dem Verfahren noch Erfahrungswerte. Zum Beispiel, als es zum Jahresbeginn einen Sturm gab. „Das war ein Rückschlag für uns“, so Kalbitz, „wir müssen das alles gut sichern gegen den Sturm.“

Neu ist das Übertunneln von Erdbeeren nicht. Es kommt in Süddeutschland, Holland und Belgien bereits zur Anwendung. Damit folgen die Obstbauern den Forderungen seitens des Handels, zum einen nach frühen Früchten, die zudem noch länger ihr schönes Aussehen behalten. Es ist ein Qualitätsmerkmal.

Die Tunnel sind gegen Kälte an den Seiten verschließbar. Quelle: Sven Bartsch

Auf dem ersten Leisniger Hektar werden alle Handgriffe erst einmal geprüft und akribisch notiert. Kalbitz: „Wir prüfen, was notwendig ist und was man besser machen kann.“ Das könne einerseits kalkuliert, aber eben auch live getestet werden. „Und das tun wir zur Zeit.“ Ein weiterer Versuch widmet sich Erdbeerpflanzen, die ständig blühen und damit auch ständig nachreifende Früchte bringt. Diese Sorte Namens Florentine ist ebenfalls auf einem Hektar gepflanzt.

Die Tunnel-Erdbeeren werden an den Ständen an der Straße an den Leisniger Feldern verkauft beziehungsweise im Hofladen. Die ersten wurden schon gepflückt – es funktioniert also. Für die Obstbauern bedeutet das, vor der großen Schwemme am Markt zu sein, bevor alle ihre Früchte auf den Markt werfen und damit der erzielbare Erlös sinkt.

Angebotszeitraum ausdehnen

Kalbitz: „Wenn vom Norden bis ins Badische die Beeren etwa zum gleichen Zeitpunkt reifen, sind am Schluss so viele am Markt, dass sie nur noch extrem billig verkäuflich sind.“ Mit der Reifung im Tunnel wird die Angebotszeit ausgedehnt, in das Frühjahr vorgezogen. So könne ein Verkaufspreis von 4,50 Euro für 500 Gramm erzielt werden. In anderen Regionen Deutschlands würden derart frühe Früchte teils für bis zu 10 Euro pro Kilogramm gehandelt.

Von Steffi Robak

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